Geschrieben von: Moi-Même · 26. November 2010 · Kategorie: Alte Newsartikel

real-life-ehondaWeil Videospieler grundsätzlich Menschenscheu, einsam und unzufrieden mit sich sind, gibt es für sie das Genre der so genannten „Hau‘sie Hoch“-Games zum Abreagieren. Was kaum einer weiß: Publisher wie Acclaim, Capcom oder SNK haben ihre Produkte nicht etwa dem Niedergang der Arcadetempel wegen für unsere Heimkonsolen portiert. Nein, nein! Dahinter steckt schlicht und ergreifend der perfide Plan, die sowieso schon gescheiterte Existenz des gemeinen Videospielers endgültig ans Sofa zu ketten, um sich so einer gleichbleibend empfänglichen Stammkundschaft versichert zu wissen. Das Dilemma: Je verzweifelter unsere Prügelprollos à la Rune, Sidusson und Christian im Laufe der Zeit dabei wurden, desto dringlicher schrie die Bestie in ihnen nach neuem Gewaltfutter. Womit sich auch die Frage nach der heutigen Reviewflut erübrigt hat. Es folgt ein Aktenauszug des Ausschusses für notorisch unsoziale Spieleentwicklungen (AnuS):

Altmeister Rune hat‘s vielleicht am schlimmsten getroffen, er testete unter Höllenqualen die Schaltkreisgurke Rise of the Robots. Anschließend nahm er sich Art of Fighting vor und als er sich hinterher nur noch Augen und Ohren mit Knete zuschmieren wollte, holte er letztendlich ClayFighter aus der Versenkung. Was anschließend geschah weiß keiner so wirklich, der Kollege wird immer noch vermisst.

Cheffe Christian kommt auch längst nicht mehr klar auf sein Leben, weswegen er seine Komplexe mittels Final Fight 2, Street Fighter Alpha 2 sowie Super Punch-Out!! zu kompensieren versucht hat. Dass er dabei ausschließlich Wertungen im oberen Drittel  vergab, zeigt, wie schlecht es um seine Resozialisierungsprognose bestellt ist.

Schläger Nummer #3 ist der übliche Verdächtige Sidusson. Wie verblendet er mittlerweile ist, stellt er in seinem Review über Killer Instinct erschreckend unter Beweis. Dieses Spiel ist selbstredend nichts als eine digitale Negation von Menschlichkeit und gehört definitiv indiziert.

Ganz neu (und wenn ich neu sage, meine ich alt) im Reviewbereich ist übrigens Stormfather. Dass der Mann ein Aggressionsproblem hat ist jedem klar, der gelegentlich im Marktplatz verkehrt. Beten wir zu Christus, dass Fatal Fury 2 seiner gestörten Seele etwas Linderung verschaffen konnte.

Es folgen die Akten der einschlägigen Einmaltäter. Der User „Cold_Gold“ kommt uns nur deshalb nicht mehr besuchen, weil er sich vermutlich nach dem Testen von Dragonball Z: Ultimate Menace unter irriger Annahme, fliegen zu können, vom Dach gestürzt hat. „MGTprime“ und „Larsyboy“ starben höchst wahrscheinlich beeinflusst von den Wrestling-Titeln Saturday Night Slammaster und WWF Super Wrestlemania an einer Überdosis Steroide. LionsClaw meinte zwar kürzlich, schlicht weg zeitlich zu sehr eingespannt zu sein; viel wahrscheinlicher ist aber, dass er beim Spielen von Super Street Fighter II: The New Challengers in einer Bauchfalte E. Honda‘s verschwand. Letztlich würde ich mich hinsichtlich des Verbleibs von TheFux für irgendeinen wie auch immer gearteten, plausiblen Umstand verbürgen, wäre mir nicht sein Review über Mortal Kombat - die bitgewordene Hasspredigt gegen den Pazifismus - in die Finger gefallen. Nun, vermutlich sitzt er in Untersuchungshaft.

Wenn sie über weitere Hin- oder Beweise bezüglich dieses makaberen Genres verfügen, posten sie diese bitte in Form eines umfänglichen Reviews in unser Board. Danke.