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Jaffar Sholva

Jaffar Sholva

Sonntag, 07 November 2010 08:26

Super Bomberman 2

bewertungskasten_Super_bomberman_2_ohne_SternSuper_Bomberman_2_Europe.000png_thumbDie Bomberman-Reihe zählt zu den ältesten Spieleserien überhaupt. Ein Ende ist allerdings kaum in Sicht, selbst für die neuesten Konsolen gibt es Ableger. Dem Helden Bomberman wurden auch schon Jump’n’Run-artige Spiele spendiert, die allesamt aber nicht so erfolgreich waren. Erfolgreich ist Bomberman nur, wenn er seinem normalen Spielprinzip treu bleibt. Dies tut er im zweiten Teil auf dem SNES ebenfalls.

Zum Singleplayer-Modus werde ich kaum ein Wort verlieren. Wie auch im ersten Teil brilliert Super Bomberman 2 vor allem mit dem grandiosen Multiplayer-Modus. Wer sich allerdings durch langweilige Level mit verschiedensten Gegnern kämpfen und alle paar Level mal einem etwas grösseren Boss eine Bombe an die Birne werfen möchte, kann sich im Singleplayer austoben. Man sollte dabei allerdings nichts Grossartiges erwarten. Dieser Modus dient höchstens dazu, die Spielmechanik etwas kennenzulernen.

Im Multiplayer können sich bis zu vier Spieler beteiligen. Dazu benötigt Ihr allerdings einen Multitap, dessen Anschaffung

Super_Bomberman_2_Europe.187png_thumbsich in Anbetracht des Spaßes zu dritt oder zu viert allemal lohnt. Sollten nur zwei oder drei Spieler teilnehmen, belegt man die übriggebliebenen Plätze einfach mit dem Computer, dessen künstliche Intelligenz sich aber stark in Grenzen hält. Nun wählt ihr aus, ob ihr im Team den Bildschirm vollbomben wollt, oder ob jeder gegen jeden spielt. Jetzt fehlt nur noch die passende Arena und die Party kann anfangen. Ob ihr auf dem klassischen Feld mit vielen Extras oder mit Beamlöchern, mit einem Laufband oder sonstigen Spielereien zockt, spielt keine Rolle. Spaß macht es immer.

Bomberman kann, wie es sein Name schon vermuten lässt, sehr gut mit Bomben umgehen. Mit diesen zerstört er brüchige Steinblöcke, um an verschiedenen Extras zu gelangen. Ebenso kann er die Bomben dazu verwenden – und jetzt kommt der elementare Teil des Spiels –, um die gegnerischen Bombermen ins Jenseits zu befördern. Dazu sind die Extras aber wirklich notwendig. Wer also langsamen Schrittes mit nur einer Bombe, dazu noch einer von schwacher Feuerkraft, in die Schlacht zieht, ist dem Tode geweiht.

Super_Bomberman_2_Europe.057png_thumbSammelt verschiedene Extras ein, um Euren Bomerman stärker zu machen. Die Symbole sind grösstenteils dieselben wie im ersten Teil. Pro Rollschuhsymbol, das ihr einsammelt, werdet ihr ein wenig schneller, ein Bombensymbol lässt euch mehr Bomben legen, eine Flamme lässt die Bombe über weitere Teile des Bildschirms fetzen und der Totenschädel kann Gutes wie auch Schlechtes bewirken. Desweiteren gibt es noch die zwei spassigsten Symbole, die Hand und den Schuh. Mit ersterem könnt ihr Bomben aufheben und werfen und mit zweiterem gelegte Bomben wegkicken. Wer also mal von Bomben und Blöcken umreiht ist und keines der zwei Extras hat, ist verloren. Ebenso macht es einfach mehr Spass, die Bomben durch die Gegend zu werfen, anstatt sie nur wie Eier zu legen.

Die Grafik und der Sound spielen hier praktisch keine Rolle. Denn beides befindet sich auf sehr tiefem Niveau. Stellt man nämlich mal auf Pause und hört der Musik bewusst zu, merkt man erst, wie monoton und nervtödend der Sound wirklich ist. Vorher aber fällt dies einem kaum auf. Man ist so sehr auf das Spielgeschehen und die Action konzentriert, dass die Musik als passend oder gar nicht wahrgenommen wird. Und genau das macht ein gutes Spiel aus: Wenn der Spielspass trotz miserabler Grafik und schlechtem Sound stimmt. Super Bomberman 2 gehört auf jeden Fall in diese Kategorie.

Super_Bomberman_2_Europe.013png_thumbWas genau macht das an sich simple Spielprinzip aus? In keinem anderen Spiel enstehen dabei so oft so witzige Situation wie in Super Bomberman. Man ist stets am lachen, so z.B. wenn man sich darüber lustig macht, wie sich soeben einer mit seiner eigenen Bombe eingesperrt hat, aber selbst um die nächste Ecke in den eigenen Bombenstrahl läuft. Es gibt nichts besseres, als von Anfang an das Handsymbol zu haben, den ersten Mitspieler damit überraschend mit einem gezielten Bombenwurf nach wenigen Sekunden einzusperren um dann am Schluss gegen den schwachen Computer zu verlieren.

Ob man gewinnt oder verliert, spielt keine Rolle, hier steht der Spass während des Spielens im Vordergrund, stets gespannt auf neue witzige Situationen. Ein Vorteil als Gewinner ist allerdings, dass man beim Glücksrad mitmachen kann. Je nachdem wie viel Glück man hat, spielt man in den nächsten Runden von Anfang an mit zwei Bomben, zwei Leben, mit der Wurffähigkeit oder anderen Dingen. Hat man Pech, ist man von Anfang an extrem langsam. Herrlich ist natürlich, wenn stets derselbe gewinnt und immer zwei Leben oder zwei Bomben erwischt, dann endlich mal ein anderer der Sieger ist und dieser dann als Belohnung verlangsamt wird.

Fazit des Autors - Jaffar SholvaWelchen Teil der Super Bomberman Reihe man zockt, spielt an sich keine grosse Rolle, außer man möchte mehr als zu viert spielen. Wer darauf verzichten kann, dem kann ich Teil 2 ans Herz legen. Was hier in einer Multiplayer-Party abgeht, ist kaum zu übertreffen. Ob zu zweit, zu dritt oder zu viert, man kann Stunden damit verbringen. Ich kann mich noch gut an die letzte Bomberman-Session erinnern, als wir zu dritt fast vier Stunden nur in der klassischen Arena spielten. Einfach herrlich!
Donnerstag, 04 November 2010 21:14

7th Saga

bewertungskasten_7th_Saga_ohne_Stern7th_Saga_The_USA.015png_thumbBreath of Fire 2, Secret of Mana, Lufia: Rise of the Sinistrals, Secret of Evermore, Illusion of Time und Mystic Quest. Das sind die ersten Namen, die gerufen werden, wenn nach Rollenspielen gefragt wird. Doch in Europa ist dieses Genre nur spärlich vertreten, wodurch Fans auf amerikanische Games ausweichen müssen. Da wird einem mit Chrono Trigger, den Final Fantasy-Teilen, mit dem ersten Lufia und mit Super Mario RPG auch feinste Kost geboten. Doch es gibt noch etliche Spiele mehr, deren Namen in vielen Ohren unbekannt klingen. Eines davon ist 7th Saga.

Gleich vorne weg muss man sagen, dass das Spiel nicht hält, was die Verpackung verspricht. Denn die Grafiken sind weder atemberaubend noch unglaublich, das Game verursacht weder Aufregung, noch schockt es und es bietet schon gar nicht kompletten Genuss, denn sonst würde es jeder kennen. Aber ob sich das Spielen trotzdem lohnt, werde ich in den folgenden Zeilen versuchen zu erläutern.

Bisher mag alles etwas negativ klingen, doch 7th Saga hat auch etliche guten Seiten und braucht sich im Rollenspielgenre nicht zu verstecken. Allerdings macht der erste Blick einen eher schlechten Eindruck, denn man ist versucht zu sagen, dass die Grafik in den Augen schmerzt. Auf jeden Fall ist sie nicht so toll, wie es auf der Verpackung steht. Das liegt allerdings daran, dass es eines der ersten RPG’s auf dem SNES war und die Grafiken in einem so großen Spiel für damalige Verhältnisse vielleicht revolutionär waren. Das Game erschien bereits 1993.

7th_Saga_The_USA.008png_thumbHabt ihr das Spiel gestartet, wird nach einem lange verbleibenden Startscreen, der in erscheinenden Pixel bald einmal 7th Saga darstellt, in kleinen Sequenzen und Bildern die Story erzählt. Man muss sich also jedes Mal etwas gedulden, wenn man das Game von neuem in den Schacht steckt und anfangen möchte zu spielen. Immerhin kann man dann die darauf folgende Sequenz abbrechen.

Vor 5000 Jahren hat Saro den vom Bösen besessenen Gorsia mit Hilfe der sieben Runen zerstört. Doch nun, wieder in der Gegenwart, erscheinen immer mehr Dämonen, wodurch König Lemele, ein Nachfahre von Saro, die sieben stärksten Krieger im Lande zusammentrommelt und trainieren lässt, um die Runen wiederzufinden. So viel Inhalt hat die Anfangssequenz nicht, doch durch Lesen der Anleitung und meinem Wissen nach dem Durchspielen, kann ich die Story in etwa wiedergeben. Ganz einfach ist es ja nicht, da es das Spiel nicht auf deutsch gibt. Wie ihr seht, ist das Ganze etwas konfus bzw. es ist nicht wirklich eine Geschichte vorhanden.

Vom Inhalt zurück zum Aussehen: Auf dem Bildschirm sind nur wenige Pixel zu sehen, wodurch die vielen Personen im Spiel kaum einen eigenen Charakter haben. Heilige sehen überall gleich aus, alte Leute sind nur an wenigen grauen Pixeln zu erkennen und die Kinder an ihrer Größe. Alles wirkt sehr grob und steif. Bei den Treppen kann man nicht immer sofort erkennen, ob sie nach oben oder unten führen und bei verschieden hohen Etagen sieht man nicht, welche nun tiefer liegt. Ebenso ist der Bildschirm in große Stücke geteilt, so dass die Hauptperson stets riesige Schritte macht und man dadurch das Gefühl hat, dass man gewisse Ecken nicht erreichen kann. Anfangs habe ich sogar ganze Häuser verpasst, weil ich nicht sah, dass dort ein Gang existiert. Einziger Pluspunkt bei der Grafik sind die Monster, die manchmal einigermaßen gut animiert sind. Besonders Bossmonster sind teils beeindruckend gestaltet und strahlen große Macht aus.

7th_Saga_The_USA.061png_thumbGrafik und Story versprechen also sehr wenig. Doch zweitere steigert sich schlussendlich so enorm, dass sie sogar zu faszinieren vermag. Die Betonung liegt aber leider auf schlussendlich. Dazu später mehr. Am Anfang könnt ihr nun zwischen diesen sieben Charakteren einen auswählen, der sich ins Abenteuer stürzt. Jeder von ihnen hat etwas Spezielles an sich, was ausnahmsweise grafisch etwas untermalt wird. So unterscheiden sich die Hauptpersonen stark von den anderen, die in den Städten leben. Alle haben Vor- und Nachteile. So beherrscht zum Beispiel der Stärkste kaum Magie, der Magier hat nur wenige Lebenspunkte, der Schwächste sammelt schnell Erfahrung, die Alleskönner können alles, aber nichts hervorragend, die Heilerin ist im Angriff schwach. So ist es Geschmackssache, welcher Charakter gewählt wird. Leider ist der stärkste, ein so genannter Tetujin, kaum spielbar, da er als eine Maschine ein nervtötendes Laufgeräusch von sich gibt. Er wäre allerdings interessant zu spielen, da hinter diesen Tetujin ein großes Geheimnis steckt. Niemand weiß, warum diese Maschinen gebaut wurden, ihr Gedächtnis wurde gelöscht. Doch da ich die Laufgeräusche keine zwei Sekunden ertrug, vermag ich darüber nichts zu sagen.

7th_Saga_The_USA.003png_thumbHabt ihr euren Favoriten gewählt, hält König Lemele eine kurze Rede und schickt euch auf die Suche nach den sieben Runen. Das Interessante daran ist, dass sich die sechs nicht gewählten Charaktere ebenfalls auf die Reise machen, also auch auf die Suche geschickt werden. So können sie später zu Feinden, aber auch zu Begleitern werden. Doch nun zeigt sich sofort eine der großen Schwächen im Spiel. Ihr steht da und wisst eigentlich nicht, was ihr tun müsst. So lauft ihr nach draußen, nachdem alle Personen in Lemele, der ersten Stadt, angesprochen wurden. Doch da erwartet euch ein blaues Wunder. Bereits der erste Kampf ist beinhart. Das zieht sich fast durch das ganze Spiel, sodass ihr kaum in einem Gebiet dem Gegner hoch überlegen seid. Stetiges Aufleveln ist Pflicht. Besonders am Anfang mögt ihr denken, dieses Gebiet habt ihr im Griff. Doch kaum wird das nächste Areal mit stärkeren Gegner betreten, kann es schon ab und an mal passieren, dass man stirbt. Die Stärke der Kreaturen steigt also fast exponentiell.

Ihr wandert lange von Stadt zu Stadt, ohne eigentlich zu wissen warum. Meist bekommt ihr kleine Aufträge von den Bewohnern. Mal müsst ihr in einer Höhle das Tor öffnen, damit wieder gehandelt werden kann, mal müsst ihr jemanden erledigen, damit die Kinder wieder heil zurückkehren. Nach einer Weile erhaltet ihr eine Karte, auf der ihr euren Standpunkt feststellen könnt. Anfangs habe ich sie nie gebraucht, da ich es nicht für nötig hielt, abgesehen davon habe ich sie auch nicht verstanden. Bis man sieht, was nun Weg und was Gebirge ist, kann es schon eine Weile dauern. Später ist sie allerdings unverzichtbar. Nach mehreren Stunden bekommt ihr dann die erste Rune, welche euch von Stadt zu Stadt teleportieren lässt. Das ist sehr praktisch und ebenfalls unverzichtbar. Doch bevor die Windrune gewonnen ist, gibt es viel zu tun.

7th_Saga_The_USA.004png_thumbEure Konkurrenten lassen sich erstmals in der dritten und vierten Stadt sehen. Wenn ihr stark genug seid, kann es geschehen, dass sich jemand euch anschließen möchte. Ohne Gefährte ist meiner Meinung nach das Spiel nicht zu schaffen. Zu bedenken ist allerdings, dass ihr mit ihm die Erfahrung teilen müsst. Gibt ein Monster zum Beispiel 1000 Erfahrungspunkte, macht das schlussendlich nur je 500 pro Person. Seid ihr aber zu schwach, sagen die anderen sechs meist, dass sie alleine unterwegs sind, oder den Zwergen plagt zufälligerweise der Rücken. Doch aufgepasst! Nicht jeder sagt einer gemeinsamen Reise zu oder ab. Manche fordern euch zum Kampf heraus, der praktisch immer verloren geht. Egal wie stark ihr seid, euer Konkurrent hat zwei bis drei Level mehr auf dem Buckel. So wird der Kampf zu einem Strategie- und Glücksspiel, das besonders ohne Runen fast nicht gewonnen werden kann. Leider müsst ihr einmal storytechnisch gesehen gegen einen solchen antreten. Wurde vorher nicht gespeichert, sind Frustmomente garantiert.

7th Saga ist also eines der schwersten, wenn nicht sogar das schwerste Rollenspiel überhaupt. Man muss sich, wenn man auf Walktroughs verzichten möchte, eigene Taktiken und Strategien erarbeiten, um überleben zu können. Ebenfalls sollte man sich alles Wissen über das Game aneignen. Die beigelegte Karte ist daher ein Muss, wodurch man mit einem losen Modul nicht viel anfangen kann. Denn hinten auf der Karte sind Gegenstandsbeschreibungen. Ohne diese ist nur schwer zu erkennen, was zum Beispiel ein Potn 2 ist.

7th_Saga_The_USA.007png_thumbMal abgesehen von der Schwierigkeit ist das Spiel sehr einfach gehalten. Es lässt sich mit nur zwei Knöpfen und dem Steuerkreuz bedienen. Der A-Knopf ist für alles zuständig. Durch ihn kann man Magie betätigen, Items benutzen, Reden und Dinge untersuchen. All dies erscheint in einem Menü, wenn man A drückt. Von hier aus kann man alle Tätigkeiten navigieren. Mit dem B-Knopf macht man alles rückgängig. Einmal im Menü, muss man nur B drücken, und schon läuft das Spiel weiter. Zwar pausiert man, wenn A gedrückt wurde, doch das Geschehen hat man noch im Überblick, da das Menü nur klein unten links erscheint. Man könnte also meinen, dass die Steuerung sehr simpel und einfach gestaltet ist. Doch sie bietet etwas recht seltenes auf dem Super Nintendo. Die Select-Taste steht als Ersatz für den B-Knopf, die L-Taste als Ersatz für den A-Knopf. Kenner sehen sicherlich sofort das Pad vor sich und werden bemerken, dass das Game gut mit einer Hand zu bedienen ist.

Ebenfalls vermutlich einmalig ist, dass es ein Radar gibt. Ihr seid durch einen dicken blauen Punkt in der Mitte markiert. Städte erkennt man an einem weißen Kreis, Runen an einem rot leuchtenden. Mag alles nicht sensationell klingen, doch auf dem Radar 7th_Saga_The_USA.005png_thumbsieht man ebenfalls die Monster. Die vielen weißen Punkte sind also eure Gegner. Kämpfe sind dadurch zwar nicht ganz zu verhindern, doch immerhin seht ihr die sogenannten Zufallskämpfe voraus und könnt ihnen manchmal durch sehr geschicktes Laufen ausweichen. Das gibt es in keinem anderen Rollenspiel auf dem SNES und stellt einen weiteren sehr großen Pluspunkt dar. Mit etwas Glück lassen sich halbe Dungeons ablaufen, ohne auch nur auf ein Monster zu treffen. Will man seinen Charakter aufleveln, braucht man nur stehen zu bleiben und die Gegner kommen von alleine. Manche Gebiete eignen sich sehr gut, um seinen Charakter zu trainieren. Doch am meisten Erfahrung geben Bossmonster. Dazu zählen auch eure Konkurrenten, die stets mit euch wandern. So sieht man sie auch etwa in der zehnten oder 15. Stadt wieder. Habt ihr einmal gegen einen gekämpft, redet er nicht mehr mit euch und fordert immer wieder zum Kampf. Wisst ihr, wie man ihn besiegt, dient er optimal als Erfahrungsquelle. Doch auch wenn man einen Gefährten hat, muss man immer alleine gegen die anderen Hauptpersonen kämpfen.

Bei 7th Saga liegt ein harter Weg vor euch. So kann man in den Städten, wie bei jedem Rollenspiel, sich in sogenannten Inn’s, heilen lassen. Dort kann man auch seine Fortschritte abspeichern. Fast überall gibt es einen Warenladen. Die Items variieren und wichtige Gegenstände findet man teils nur an einem oder zwei Orten. Dafür ist dann die Windrune zum Teleportieren extrem nützlich. Einkaufen könnt ihr verschiedenste Heilmittel, etwa gegen Gift, für die Magie- und für die Trefferpunkte. Von jedem Gegenstand kann man nur neun Stück besitzen. Ebenfalls gibt es Juwelen zu kaufen. Sie sind ein sicheres Handelsmittel. Der Preis bleibt immer gleich. Kauft man zum Beispiel einen Rubin für 1000, wird man ihn überall zum selben Preis los. Die Juwelen sind also dazu da, um das Geld anzulegen, wenn man auf Reisen geht. Stirbt man nämlich, wird die Hälfte von den Monstern gestohlen, die über euch gesiegt haben.

7th_Saga_The_USA.029png_thumbDes Weiteren gibt es fast überall in den Städten Waffen- und Rüstungshändler. Man sollte stets darauf achten, dass man die bestmögliche Ausrüstung trägt. Es gibt also immer wichtige Gebäude, die man besuchen sollte. Die anderen Personen haben oftmals nicht viel zu sagen, trotzdem sollten sie angesprochen werden. Manche tragen etwas zur Story bei, viele stehen aber nur rum und können einem sogar Wege versperren. Die Sprechrollen sind in etwa so abwechslungsarm wie die grafische Untermalung der Personen. Viele sagen das gleiche und meistens ändert sich dies auch nicht, wenn man lange weg war und viel Gutes getan hat. Man ist zum Beispiel immer noch der Junge, der schwer zu erziehen war, oder der beste Freund, was einem immer und immer wieder gesagt wird.

Dem Spiel mangelt es sichtlich an Abwechslung, sowohl grafisch, als auch spielerisch. Die Kämpfe stehen im Vordergrund, da man seinen Charakter und später evtl. den Gefährten stets aufleveln muss. Das ist schlichtweg unverzichtbar. Läuft man auf der Oberfläche herum und trifft auf einen weißen Punkt, schwenkt die Kamera hinunter und der Kampfschirm ist zu sehen. Das Kampfsystem ist sehr einfach gehalten, wie das meiste in diesem Game. Man kann auch hier Zaubern und Items benutzen. Ebenso kann man verteidigen und angreifen. Wählt man ersteres vor dem Angriff, erhöht sich der Schaden, den man anrichtet. Manchmal macht man auch einen Doppelschlag, wodurch der Schaden verdoppelt wird. Es gibt also vier Stufen (vom schwächsten bis zum stärksten aufgezählt): der normale Angriff, dessen Doppelschlag, die Verteidigen-Angreifen-Taktik und deren Doppelschlag, wobei man zweiteres und viertes nicht beeinflussen kann. Ist man in einem Dungeon und trifft auf einen weißen Punkt, wird ein neuer Schirm geladen. Bossmonster gibt es nur hier. Diese sind immer sichtbar. Man kann gegen sie kämpfen, in dem man sie anspricht.

7th_Saga_The_USA.038png_thumbIn 7th Saga habt ihr wirklich eine lange und teils sehr mühsame Reise vor euch. Taktisches Vorgehen ist das A und O, ebenso das Heilen. In manchen Gebieten muss man sich nach jedem Kampf heilen. Ohne einen Charakter, der diese Magie beherrscht, wäre es für mich unvorstellbar, das durchzuspielen. Mal passiert viel, mal weniger und es geht plötzlich schnell von Stadt zu Stadt, ohne dass sich in der Story groß etwas entwickelt. Besonders in diesen Situationen fragt man sich als Spieler, was man eigentlich macht. Doch durch die Runen, die das Einsetzen vieler Gegenstände ersetzen, wird es immer besser spielbar. So erhöht die Moon Rune die Stärke im Kampf, was vorher die Bottle of Power erledigt hat. Zuviel sei an dieser Stelle, besonders was die Runen anbelangt, nicht verraten. Doch muss ich noch etwas über die Story sagen. Es gibt viele kleine, eher versteckte Aspekte in 7th Saga. So zum Beispiel gibt es jemanden namens Pison, der euch immer wieder begegnet. Ihr werdet allerdings nie erfahren, wer sein Auftraggeber ist. Mal erscheint er euch als Pison, später als metallener Pison oder was auch immer, auf jeden Fall hat er stets euren Tod als Ziel. Wie sich das wirklich sehr eindrücklich zeigt, werdet ihr etwas mehr als in der Hälfte der Spielzeit erfahren.

7th_Saga_The_USA.000png_thumbDie Story wird gegen Ende, etwa ab 25 Stunden Spielzeit, immer mehr zum Mittelpunkt. Bis hierhin ist es aber teils eine Qual. Richtig Spielfreude kommt nur selten auf. Trotzdem hat es einen gewissen Suchtfaktor, sonst wäre ich schließlich nicht bis zum Ende gelangt. Aber bereits eine Stunde 7th Saga am Tag kann einen enorm ermüden. Allerdings waren es am Schluss deren acht, als ich endlich wissen wollte, wie das Ganze ausgeht. Es wird wirklich sehr spannend und ist schlussendlich sogar faszinierend, da sich fast all diese kleinen Dinge, diese Aufträge, die Geschichten gewisser Städte und Personen in einem Puzzle ergeben. Das letzte Stück ist man selbst, wodurch man sogar verführt wird, darüber zu philosophieren. Mehr möchte ich nicht preisgeben. Die Soundeffekte sind, mal abgesehen vom nervenden Laufgeräusch des Tetujin, eher neutral bis gewöhnungsbedürftig gehalten. Die Musik wiederholt sich immer wieder. Das liegt allerdings daran, dass man sehr oft in bestimmten Gebieten stecken bleibt und dort aufleveln muss. Es gibt teils wirklich sehr schöne Musiken, wie ich finde, aber durch das viele Erscheinen der Kämpfe wird sie schnell unterbrochen und die Kampfmusik erscheint, die fast im ganzen Spiel immer gleich ist. Erst gegen Ende wechselt sie und bleibt ab da an gleich. Nur bei den Bossmonstern vermag sie einen zu packen.

Fazit des Autors - Jaffar Sholva7th Saga ist ein Rollenspiel, auf das man nicht alle Tage trifft. Eigentlich halte ich es wegen ein paar Besonderheiten für überdurchschnittlich, aber die negativen Punkte wiegen zu schwer. Kämpfen, kämpfen, kämpfen und nochmals kämpfen ist hier angesagt. Eine schlechte Grafik, gemischt mit einseitigen Gameplay und anfangs konfuser Situation in der Story ergibt normalerweise eine Nullnummer. Doch die Geschichte entwickelt sich gegen Ende zur großen Faszination. Manchmal rufe ich das Menü hervor oder bleibe in der Stadt stehen, um den schönen Melodien zu lauschen, die allerdings sehr spärlich vorkommen. 7th Saga hat seinen eigenen Charme und nicht zuletzt einen gewissen Suchtfaktor, allerdings viel Negatives und ohne Durchhaltewillen ist da nichts zu holen. Schlussendlich flimmerten die Pixel dieses Spieles immerhin ca. 38 Stunden über meinen Fernseher, was schon etwas heißen muss.
Donnerstag, 11 März 2010 20:19

Erklärungen

Was kann man von snesfreaks.com bezüglich Reviews erwarten? Wir alle, Teammitglieder und User, sind keine professionellen Schreiber. Wir verfolgen aber eine gewisse Philosophie. Ziel eines Reviews ist es, das Spielgefühl zu vermitteln und zu erläutern, ob ein Spiel Spass macht, warum es dies tut oder warum nicht. Klingt einfacher, als es tatsächlich ist. Es gestaltet sich schwierig, die Atmosphäre eines Games zu überliefern, ohne immer wieder dem Grafik, Sound, Story, Gameplay Schema zu verfallen. Wir sind uns dessen bewusst und nehmen daher praktisch jedes Review dankend an. Einzig und alleine Spieletests, die eine grammatikalische Katastrophe darstellen oder schlicht zu wenig über das Spiel aussagen, geben wir dem Schreiber zur Überarbeitung zurück. Hervorragende Reviews hingegen kennzeichnen wir im Bewertungskasten Sternmit einem Stern. Diese Texte haben es unserer Meinung nach geschafft, die Atmosphäre des Spieles zu überliefern und die Essenz des Spielspasses hervorzuheben.

10 SNES-Klassiker
Absoluter Geheimtipp
9 Must-Have
8 Sehr gut
7 Gut
6 Durchschnitt
5 Annehmbar
4 Mangelhaft
3 Schlecht
2 Miserabel
1 Erbärmlich

Wir haben zudem eine bestimmte Wertungsphilosophie. Die 10 wird ausschliesslich gebraucht, um wirklich besondere Spieleperlen hervorzuheben, etwa SNES-Klassiker wie Super Mario World und Chrono Trigger oder auch mal ein absoluter Geheimtipp. Die 9 bezeichnet ein Must-Have, die 8 ein sehr gutes Spiel und die 7 ist noch immer ein gutes Spiel. Mit der 6 folgt der Durchschnitt. Warum nicht mit der 5 (annehmbar), fragt ihr euch sicherlich. Nun, eigentlich stellen die 5 und die 6 die Mitte dar. Unter der 5 folgen noch vier Wertungen, oberhalb der 6 ebenso. Da eine 10 aber eher noch gebraucht wird als eine 1, haben wir uns für die 6 als Durchschnitt entschieden. Man könnte die beiden Zahlen auch als oberer und unterer Durchschnitt bezeichnen. Weiteres zu den Wertungen gibt es im Forum. Eine kleine Wegweisung zum Reviewschreiben findet ihr ebenfalls im Forum. Zur besseren Übersicht findet ihr rechts in der Tabelle alle Wertungen im Überblick.

Eine 10 wird dann jeweils mit dem Goldaward ausgezeichnet, eine 9 mit dem Silberaward und eine 8 mit einem Bronzeaward. Diese Awards erscheinen im Bewertungskasten jeweils dort, wo sonst die Zahlen 1-7 stehen. Für die Endwertung ist alleine die Spielspasswertung ausschlaggebend. Der Stern ist unten links in der Ecke, falls das Review damit ausgezeichnet wurde.

awards

Sonntag, 28 März 2010 23:00

Arcana - Ein erstes Streitgespräch

arcana_01_kleinEs waren einmal im Lande der Snesfreaks zwei verrückte Typen. Der eine, Moi-Même, von dem wusste man, dass er verrückt war. Er spielte stets lustige Spiele wie Love Quest und fand sie auch noch gut. Der andere nun wollte diesen Moi übertreffen. So suchte er sich etwas ganz Lustiges aus: Arcana, ein Rollenspiel der ganz alten Schule, ein Dungeoncrawler. Er ging Moi-Même besuchen und legte ihm Arcana nahe. Jaffar Sholva, so hiess der andere, fand, völlig unzeitgemäss, dass Arcana tatsächlich gut sei. So hoffte er, Moi-Même würde ihm zustimmen. Doch es sollte ganz anders kommen... einige Tage später bei Jaffar zuhause:

„Diese Arcana Sache. Ja? Verlieren wir da doch noch einmal kurz zwei Worte darüber.“

„Schiess los. Mein Hauptchar Rooks ist übrigens schon auf Level 37.“

„Warum fingen wir den Mist eigentlich an? Meiner ist erst Level 16 und ich bin im zweiten Dungeon. Ist zwar erst der Anfang, aber ich habe trotzdem das Gefühl, schon alles gesehen zu haben! Gott, wie ich es hasse. Dieses Dungeongecrawle. Und alle fünf Schritte ein Kampf.“

„Stimmt, alles ist gleich, nur ein wenig anders eingepackt. Manchmal gibt es echt alle zwei Schritte einen Kampf. Andererseits kann man zum Teil ewig rumlaufen, ohne dass etwas geschieht.“

„Ja – es gibt irgendwie so.. Schübe. Das Spiel macht leider aggressiv. Kann es nebenbei sein, dass es in den Dungeons keine Savpoints gibt? Irgendwie schon, oder? Das ist doch völlig bekloppt."

„Agressiv? Es geht. Arcana animiert einen dazu, immer mal wieder ins Dorf zurückzukehren und dadurch beim Rückweg ins Labyrinth zu leveln. So ist das viele Grinden immerhin nicht völlig sinnlos.“

„Na, notgedrungen tut man das. 'Animieren' würde ich das nicht nennen. Ach ja, was sollen eigentlich diese albernen Karten? Ich kapiere einfach nicht, warum Monster auf Karten kleben! Ich meine.. kämpft man gegen Karten? Sogar die NPCs kleben auf Kartenblättern! Warum denn auf Karten?“

„Stimmt, das mutet etwas merkwürdig an. In Japan heisst das Game aber nicht umsonst 'Card Master'. Und die Karten, die man kaufen kann, sind nicht albern. Du hast das System wohl noch nicht kapiert. Du kannst im Kampf eine bis drei Karten gleichzeitig einsetzen, die dann zwischen sechs und sechzig Punkte Schaden bei jedem einzelnen Gegner verursachen. Besonders am Anfang sind sie mächtig, vor allem wenn du auf grössere Gegnertrupps stösst. Zudem sind, wie du sicherlich bemerkt hast, einige Kreaturen bzw. die Karten, auf denen sie 'kleben', gelb, grün, rot oder blau umrandet, beherrschen also eines der vier Elemente. Je nachdem, ob du nun Wasser-, Feuer-, Wind- oder Erdkarten einsetzt, sind sie besonders effektiv. Nur ist das System nicht ganz ausgereift, das Element Feuer ist übermächtig. Ich finds aber cool, dass man stets von einem Spirit eines bestimmten Elementes begleitet wird. Eine gute Unterstützung im Kampf!“

„Und dann, Bosskämpfe. Kann es sein, dass die völlig unverhofft kommen? Man läuft einen Schritt zu weit, dann ist man in einem Bosskampf. Was, wenn ich gerade matsch bin? Dann macht der mich kaputt und ich hatte keine Chance, mich vorzubereiten. Unterstützung hin oder her. Das ist doch völlig albern!“

„Besonders dramatisch wird es, wenn man durch einen Bosskampf oder sonst ein Event von der Party getrennt wird, völlig unvorbereitet. Für mich macht aber genau das den Reiz aus. Die Story ist nicht einfach da, sie hat verheerende Auswirkungen auf das Spiel. Wie hab ich mich mit Rooks und einem Spirit alleine durch die letzten paar Stockwerke des Schlosses kämpfen müssen, bis glücklicherweise Darwin, so eine Art Feenjunge, wieder auftauchte... Hach.“

„Wenn du es eh so herumdrehst, dann kann man selbst Drakkhen 10 Punkte geben. Was du tust, du redest Arcanas Fehler schön, so als seien sie vom Entwickler gewollt.“

„Die Herausforderung ist sicher gewollt. Es ist nur ungewöhnlich, wenn man sich an die moderneren RPGs gewöhnt hat. Wenn man nicht bereit ist, durch die Levelhölle zu gehen, muss man Arcana erst gar nicht einlegen. Für denjenigen, der es aber macht, bietet Arcana doch eine tolle Herausforderung. Ich sähe jetzt keine unverzeihlichen Fehler, nur mehrere kleine Dinge, die echt nerven können.“

„Warum soll ein Spiel immer von der Bereitschaft des Spielers leben, sich einlassen zu müssen? Ist es nicht gerade das, was aus einem Spiel ein schlechtes Spiel macht? Bestenfalls Mittelmaß, aber eben nur dann, wenn gerade NICHT so viel daran nervig ist.“

„Es macht es schlechter als andere, da gebe ich dir recht. Aber es macht es nicht gezwungenermassen schlecht an sich.“

„Dieses Spiel verdient höchstens zwei Punkte. Und die sind schon gut gemeint!“

„Du übertreibst. Ich weiss nicht genau, an was es liegt, dass es mich fesselt. Das Kampfsystem ist irgendwie eingängig und bietet doch genügend Tiefe, besonders durch die Karten, die Spirits und die Magie der Chars sowie der Spirits. Ausserdem sind die Soundeffekte toll!!“

„Das Problem sind wirklich die Dungeons. Ich maule nur über die Dungeons!“

„Nur das Spiel besteht ausschliesslich aus Dungeons. Auf der Karte kann man sich nicht frei bewegen, die Dörfer dienen nur zum Speichern, Schlafen, sprich Regenerieren und zum Kauf von Items und Karten. Ist alles erledigt, geht man wieder dungeoncrawlen. Also schiess mal los, was dich denn alles so an den Dungeons stört und warum es so verheerend ist für dich.“

„Na am schlimmsten ist die Größe. Diese Tunnellabyrinthe! Unendlich lange Wege, an deren Ende nichts ist. Keine NPCs die mit mir reden. Keine Schalter, keine Tricks, nichts! Gehen – kämpfen – gehen – Sackgasse – zurückgehen. Wozu eigentlich die Karte? Ich kann sie nicht bewegen. Da kann ich mich doch eh nicht orientieren. So! Diese elenden Sackgassen. Ich habe diesen Tick, weißt du? Ich muss alles auf der Karte aufgedeckt haben. Ich gehe also alles ab, und weiß, da ist eh nichts. Ich laufe grundlos umher! Wenn ich Erfahrung will, dann laufe ich im Kreis. Wenn ich aber im Spiel fortkommen will, dann möchte ich beim Erforschen auch etwas erleben! Ich will wenigstens mal eine Textbox. Schatztruhen gibt es auch nur selten, zudem muss man bis ans Ende laufen, damit sie sichtbar werden. Es gibt sooo viele Sackgassen, die sind einfach leer. Leer! Keine Steintafel, kein Gruppenmitglied, das mal so Sachen sagt wie: 'Alter, schon wieder 'ne Sackgasse!!' Oder einfach mal keine Sackgassen. Einfach mal evtl. gar kein Dungeon, und am besten auch kein Arcana.“

„Als erstes: stimmt, die Karte ist wirklich bescheuert. Man kann sich nur halbwegs orientieren, wenn man alle paar Schritte darauf zurückgreift. Unmöglich wird es aber bei mehreren Stockwerken. Ich finds aber spannend, in alle Sackgassen zu laufen und immerhin hoffen zu können, dass zuhinterst eine Schatztruhe ist. Die alten Rollenspiele funktionieren einfach so, da gibts tausende Irrwege. Deswegen kannst du nicht alle alten RPGs grundsätzlich verfluchen.“

„Nie würde ich alte RPGs verfluchen! Dragon Quest funktioniert genau so wie Arcana. Aber es hat wenigsten optisch Abwechslung – schon das erste von 1986! Hinzu kommen noch die Kämpfe. In Arcana sind die höllisch laaang! Warum keine Autokampf-Funktion? Und ist dir mal aufgefallen... Äh, die Reihenfolge, in der du angreifst... also deine Gruppenmitglieder...“

„Die ist völlig beliebig! Ich seh nach 15 Stunden immer noch kein Schema hinter der Reihenfolge. Auch kaum optische Abwechslung, nur mal grüne statt blaue Wände, mal ein bisschen rot mit ganz wenig Muster. Das kann in der first-person Perspektive echt nerven. Aber wie gesagt, die Kämpfe gefallen mir. Jeden Kampf kann man auf so verschiedene Weisen beenden. Man muss an Energie- und Magiepunkte der Gruppenmitglieder denken, an übrigbleibende Karten, an Items, an Ausrüstung, an die vier Elemente und wie weit man im Dungeon fortgeschritten ist. Das macht für mich jeden einzelnen Kampf zu einer neuen, spannenden Herausforderung. Ausser es kommt wieder ein Zweischritteschub.“

„Ich will aber nicht idealistisch da ran gehen und mich zwanghaft an schlampig programmierten Zufallskämpfen erfreuen müssen! Es gibt keinen Grund, sich das anzutun. Dir macht es nur Spaß, weil du es so möchtest. Du hattest irgendeinen subjektiven Moment und nun idealisierst du Arcana.“

„Greifen wir jetzt auch noch auf die Psychologie zurück?“

„Von mir aus können wir das auch bei Kalwass klären!“

„Gut, zurück zu ernsterem...“

„Schäbiger Yu-Gi-Oh Verschnitt!“

„Arcana hat wirklich jede Menge Macken, ABER... (Ich liebe Yu-Gi-Oh!)“

„Herr im Himmel! (Das kommt alles in unseren Volltext!!!111)“

„Ich glaube, dass es mir Spass macht, liegt daran, dass es im Kern wie ein Suchtspiel ist – vermutlich die Grundessenz eines jeden Dungeoncrawlers – und meiner Meinung nach dabei keine zu fatale Fehler macht. Es hält einen an der Stange, lässt nicht vollends den Frust aufkommen (man denke da nur an Eye of the Beholder) und treibt einen vorwärts. Man muss nur mit den vielen Macken leben können.“

„Es entwickelt eine gewisse Eigendynamik. Das ist wohl wahr.“

„Jaaaaaaaa!“

„Man sitzt da und daddelt es, und obwohl ich es hasse, laufe ich trotzdem von Kampf zu Kampf, obwohl ich eigentlich ausschalten möchte. Keine schöne Sucht. Es plätschert dahin. Nennen wir das halt mal den „Tetris-Effekt“. Eigentlich stumpf, eigentlich irgendwie nervig, und trotzdem bleibt man irgendwie dran. Nur das ist eben das Problem. Wir reden nicht von Tetris, wir reden von einem Rollenspiel. Apathie-Arcana!“

„Dass wir unsere Meinungen nicht umstürzen können, ist jetzt wohl klar. Nur habe ich versucht, dir zu zeigen, warum man es mögen kann. Und du umgekehrt... oder so.“

„Ich nehme es ja zur Kenntnis und spiele es gleich auch weiter!“

„Du musst ja eingestehen, dass du schon Eingeständnisse machen musstest... ich ebenso.“

„Ich muss hier überhaupt nichts eingestehen.“

„Zu spät!“

„~___~'“

ps von Jaffar: Einem, der Tetris nicht mag, sollte man keinen Glauben schenken!

Eine Bildergallerie (mit seriösen, vielaussagenden Kommentaren beim Draufklicken!):

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