Donnerstag, 13 September 2012 17:56

Top Gear 2

Written by Onkel Istvan

Scoreboard TopGear2 OnkelIstvanTopGear2.000 sJoypad-Rennfahrer aufgepasst! Mit »Top Gear 2« ging 1993 der Nachfolger eines der bekanntesten sowie beliebtesten SNES-Rennspiele an den Start. Bei diesem Racer werden die Rennen auf Pisten an den unterschiedlichsten Schauplätzen rund um die Welt ausgetragen, an denen der Spieler allein oder mit einem Mitspieler teilnehmen kann. Alle Tugenden des Vorgängers wurden bewahrt, und zudem weist Top Gear 2 einige Innovationen auf, die Zockern virtuelles Benzin ins Blut pumpen. Ob daraus am Ende „bloß“ ein gutes oder sogar ein herausragendes Spiel geworden ist, lest ihr hier.

Kaum hat der Spieler das Spiel im Modulschacht versenkt und die Konsole eingeschaltet, wird er auch schon von der äußerst mitreißenden Titelmusik und dem übersichtlichen Startmenü empfangen. Hier kann ausgewählt werden, ob die Rennen im Einzel- oder Mehrspielermodus bestritten werden sollen. In letzterem Falle wird der Bildschirm horizontal geteilt, in ersterem hat der Spieler die gesamte Bildschirmfläche für sich alleine. Der permanente Splitscreen, der im Vorgänger »Top Gear« leider noch ein unvermeidliches Übel war, ist also endlich passé!

TopGear2.301 s Das Fahrzeug, das man zu Beginn erhält, läßt sich nicht mehr (wie beim Vorgänger) aus vier Modellen mit unterschiedlichen Werten aussuchen, sondern ist von Anfang an festgelegt. Neu hinzugekommen sind dafür umfangreiche Tuning-Optionen, für die einem zunächst jedoch das nötige Kleingeld fehlt. Um das zu kriegen, mus man erst mal einige Rennen fahren und mit guten Platzierungen abschließen. Dies ist auch deshalb wichtig, weil eine Platzierung auf Rang 11 oder schlechter zum sofortigen Game Over führt. Je nach Länge der Strecke sind unterschiedlich viele Runden zu absolvieren, die Straße ist dabei oftmals hügelig und gelegentlich gibt es Hindernisse, denen man besser ausweichen sollte oder Boni, die man einsacken darf. 20 Vehikel kämpfen um den Sieg, weshalb man seinen Wagen früh und möglichst unversehrt an die Spitze bringen sollte. Speziell am Anfang ist eure Karosserie nämlich nicht sehr widerstandsfähig und ein zu „stürmischer“ Fahrstil führt schnell zu Schäden, die Geschwindigkeit kosten… Im Verlauf des Spieles lassen sich sowohl die Panzerung als auch die Endgeschwindigkeit, Beschleunigung, Grip und die Wirkung der begrenzten Nitro-Booster in jeweils drei Stufen verbessern.

TopGear2.002 sDies ist auch bitter nötig, denn die Gegner können ganz schön hartnäckig sein. In der oberen, rechten Ecke befindet sich eine Streckenkarte, auf welcher die Position des jeweils führenden Fahrzeugs sowie des Spielers angezeigt wird. Ist der Spieler hingegen selbst in Führung, zeigt sie den ärgsten Verfolger an. Unterläuft dem Spieler ein Fehler, holen die KI-Fahrer meist rasch auf - oder ziehen direkt an euch vorbei. Umgekehrt ist's aber bei diesem Spiel tatsächlich möglich, einen richtigen Vorsprung zu seinen Verfolgern herauszufahren, der einem dann im Falle eines Fehlers etwas Luft verschafft. Denn kommt man von der Straße ab und touchiert zum Beispiel einen Baum, so führt dies zu einem zeitraubenden Dreher - oder man überschlägt sich sogar. Und auch wenn man einem Konkurrenten ins Heck fährt, so büßt das eigene Auto viel von seiner Geschwindigkeit ein. In solchen Fällen kann man von seinem Vorsprung zehren, was meiner Meinung nach überraschend realistisch (und vor allem deutlich besser als bei vielen anderen Rennspielen) gelöst ist. Packt einen dennoch einmal der Frust, kann man später per Passwort-Funktion wieder in der zuletzt besuchten Region ins Renngeschehen zurückkehren.

TopGear2.006 sFür den Controller sind 5 verschiedene Belegungen einstellbar, jedoch eintspricht keine so recht dem, was man von anderen Rennspielen auf dem SNES gewohnt ist. Dass man bei Top Gear traditionell mit „X“ Gas gibt, wissen Kenner der Reihe aber bereits. Unser Fahrzeug steuert sich mit verhältnismäßig geringem Lenkeinschlag, was den Spieler zu einer Kurventechnik zwingt, die erst einmal etwas Übung braucht, dann aber flüssig von der Hand geht. Sollte doch mal in einer Kurve die Straße ausgehen, reicht es meißt, das Gas leicht zu lupfen. Bremsen ist bei richtiger Fahrweise quasi überflüssig. Große Bedeutung hat hingegen der richtige und rechtzeitige Einsatz des Nitro-Boosters. Wenn man dem Feld erst rundenlang hinterhergurkt oder sein Nitro leichtfertig verschwendet, hat man keine Siegchancen. Der Gesamtumfang dieses Spiels ist übrigens eine Klasse für sich: Sechzehn Regionen mit jeweils vier Rennen erwarten euch hier - jede Strecke ist vollkommen anders aufgebaut und verfügt zudem über ein eigenes Hintergrundbild. Zusammen mit all diesen zahlreichen Tuning-Optionen sowie dem in drei Stufen einstellbaren, fordernden Schwierigkeitsgrad sorgt gerade dieser Punkt für Langzeitmotivation.

TopGear2.236 sObwohl die Grafik pixeliger wirkt als beim Vorgänger, merkt man - speziell bei hügeliger Strecke - dass gewisse Aspekte stark verbessert wurden. Statt abruptem auf und ab geht's jetzt sanft geschwungen übers virtuelle Relief; Kurven wirken weicher und fügen sich harmonischer in den Streckenverlauf. Von der "Auto-Sprechblase" wird regerer Gebrauch gemacht, sowohl bei Kollisionen als auch beim Zünden des Nitro-Boosters werden lustige Sprüche und Kommentare angezeigt. Der Hintergrund zeigt ständig passende Gebäude und die bemerkenswerten Wettereffekte tragen ihren Teil zur Spielatmosphäre bei. So ist man beispielsweise in der dichten Nebelsuppe von Loch Ness heilfroh, wenn man noch ein Auto vor sich hat an dessen Rückleuchten man sich orientieren kann. Die Musik ist ebenfalls erstklassig und geht gut ins Ohr, auch wenn es gemessen am Streckenumfang zu wenig Stücke gibt. Zu zweit macht die Jagd nach Platzierungen und Punkten noch mehr Spaß, denn mit dem menschlichen Gegner steigt die Herausforderung weiter. Alle Punkte werden nämlich in der WM-Tabelle gesammelt, und schließlich möchte jeder seinen Namen ganz oben sehen, und im Abspann als neuer Champion gefeiert werden.

Fazit des Autors - Onkel IstvanWer bei Top Gear 2 erst einmal den Bogen raus hat, der legt das Gamepad mit Sicherheit nicht mehr so schnell aus der Hand! Dieses Spiel ist extrem spannend, optisch hübsch anzusehen, präzise zu steuern, rasant und äußerst umfangreich. Der Ansporn, immer noch ein Rennen mehr zu gewinnen, ist daher bis zum Ende ungebrochen. Wer Rennspiele auf dem SNES mag, kommt an diesem Titel jedenfalls nicht vorbei!
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