Mittwoch, 05 Oktober 2011 14:48

Alcahest

Written by ChronoMoogle

bewertungskasten_Alcahest_ohne_SternBommelchenAlcahest.000png_thumbKennt ihr die Jungs von HAL? Diverse Kirby-Games, Super Smash Bros und ein ganzer Haufen anderer Nintendo-Klassiker ist auf dem Mist dieses Entwicklerstudios gewachsen. Tatsächlich haben sie nicht nur für Nintendo, sondern auch für andere Publisher entwickelt, einer dieser Nebenschauplätze ist das Action-Adventure Alcahest. Dieses unbekanntere Spiel wurde für den Publisher Squaresoft veröffentlicht und ist leider exklusiv in Japan verblieben. Hal und Squaresoft; zwei Legenden in seltener Kooperation? Klingt doch vielversprechend!

Kurz nach dem Einschalten klingt dem Spieler auch sogleich ein grandioser Soundtrack entgegen, der dem Ein- oder Anderen bekannt vorkommen könnte. Der Composer Jun Ishikawa komponierte auch die herausragenden Musikstücke für fast alle frühen Kirby-Titel und man hört die entfernte Verwandschaft zum Edelknödel deutlich heraus. Herr Ishikawa wird seinen Namen in Alcahest mehr als gerecht und liefert hier einen Soundtrack ab, der epische Stimmung vermittelt und ein paar melodische Ohrwürmer zu bieten hat.

Alcahest.001png_thumbDie sonstige technische Seite von Alcahest ist recht ungewöhnlich. So bietet es als ein Action-Adventure unpraktischerweise ein Passwortsystem, zu allen Überfluss in japanischen Lettern und bis zu 14 Zeichen lang, kleine Abzüge in der B-Note also für diesen Punkt. Da das Spiel aber nur um die 5 Stunden lang ist, definitiv zu verkraften. Man kann Alcahest problemlos an einem verregneten Sonntag durchspielen. Für Wiederspielwert ist durch unterschiedliche Schwierigkeitsgrade ebenfalls gesorgt. Die Spieloberfläche mutet eher westlich an und bietet relativ normal proportionierte Sprites anstatt von Kopffüsslern, wie man sie zumeist von Squaresoft oder allgemein von J-RPGs aus dem 90ern kennt. Schlecht ist die Grafik aber auf gar keinen Fall. Mehrere Ebenen scrollen parallel vor sich hin, während die Sprites von Freund und Feind groß und detailliert daherkommen. Für einige beeindruckende Grafikeffekte mit Mode 7 oder knackigen Animationen ist ebenfalls gesorgt. Abwechslungsreiche Settings und Gegnerarten sind letztlich das i-Tüpfelchen der Präsentation. Technisch also abgesehen von der fehlenden Speicherbatterie alles ziemlich überdurchschnittlich.

Alcahest.002png_thumbSpielerisch bricht sich die Qualität auch keinen Zacken aus der Krone. Der Spieler schnetzelt sich Action-, ja fast Arcademässig durch Dungeons, an dicken Endbossen vorbei und löst dabei Rätsel. Und ja, es bringt saumässig Spaß, das kann ich versichern. Vorrausgesetzt ihr könnt mit dem Schwierigkeitsgrad mithalten. Anfängern sei der Schwierigkeitsgrad Easy empfohlen, denn spätestens ab Level 6 spricht Alcahest in Sachen Herausforderung Tacheles. In jedem Level lassen sich bis zu 4 variierende Gegenstände finden, die euch im Spielverlauf voran bringen oder dem Helden besondere Fertigkeiten verleihen. Da das noch nicht gerade von ultimativer Spieltiefe zeugt, stehen euch in jedem der 8 Spielkapitel unterschiedliche Unterstützungscharaktere zur Verfügung, die neben einen Standartangriff auch einen Specialmove drauf haben. Um die Movepalette des Hauptcharakters dabei nicht zu grau aussehen zu lassen, lässt sich per Schultertaste zwischen unterschiedlichen "Guardians" wechseln, welche euch im Spielverlauf nach und nach begleiten. Je nach gewähltem Monster fällt die aufgeladene Superattacke und der über die B-Taste aktivierbare Zauber des Helden aus.

Alcahest.003png_thumbDie richtige Wahl des Guardians und Mitstreiters entscheidet nicht selten über Sieg oder Niederlage in den knallharten Bossfights, was dem Spiel eine gewisse taktische Note gibt. Achja. Übrigens, es gibt Erfahrungspunkte, aber keine Level. Die EXP bringen dem Spieler nämlich nur Leben anstatt von Statusboosts. Das Spiel ohne Guide durchzuspielen sollte kein Problem sein, die Sprachbarriere fällt nämlich - ein Glück - sehr niedrig aus und lässt westliche Gamer nur die Story vermissen. Die Story ist übrigens ein guter Stichpunkt, denn die ist wirklich äußerst klischeebehaftet. Panakeia verteidigte sich bisher erfolgreich gegen einen dunklen Herrscher, doch die Truppen fallen langsam zurück. Der junge Held befindet sich auf der Flucht und wird kurz vor seiner Hinrichtung von einer göttlichen Macht errettet und auserwählt, den dunklen König die Leviten zu lesen. Rang des Auserwählten, check! Göttliche Waffen, check! Fiese Typen, die eine auf die Mütze brauchen, check! Dann mal auf ins Getümmel. Zumindest reden die Charaktere recht viel und es fehlt auch nicht an Zwischensequenzen mit ein paar Plottwists. Gutes Mittelfeld für die Handlung würde ich also mal sagen.

Fazit des Autors - ChronoMoogleWarum das Spiel nicht in den Westen gekommen ist, bleibt wohl ein Rätsel, eigentlich alles an diesen Titel brüllt: released mich bei den Gaijins! Sei es nun das arcadige Gameplay oder die Grafik. Hätte sich sicher gut verkauft. Selber schuld, ihr Squaresoftdeppen, HAL hat alles richtig gemacht. Ein wahrlich erfrischender Ausflug in die Welt der Action-Adventures. Der wundervoller Soundtrack, überzeugende Grafik und herrlich flottes Action-Adventure-Gameplay machen diesen Titel zu einen echten Geheimtipp für Genrefans. Die geringe Spielzeit von 5 Stunden wird zumindest mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden für den Wiederspielwert ausgebügelt, was meiner Meinung auch zieht, einen Tick weit bietet das Spiel so auch Kurzweiligkeit und läd immer wieder aufs Neue zum Durchspielen ein, einfach weil es Spaß bringt!

 

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