Mittwoch, 17 August 2011 08:54

Top Gear 3000

Written by Onkel istvan

bewertungskasten_top_gear_3000_ohne_SternOnkelIstvanTop_Gear_3000.007png_thumbDer dritte Ableger der bekannten und allseits beliebten Rennspiel-Reihe Top Gear bricht gewissermaßen mit seinen Vorgängern, da die Rennen nun „einmal pro Millenium“, ergo in der Zukunft und zudem auf weit entfernten Planeten stattfinden. Außerdem können nun erstmals in der Serie bis zu vier Fahrer gleichzeitig an den Start gehen, vorausgesetzt man verfügt über ein so genanntes Multitap und vier Controller. Welche Auswirkungen das auf das Spiel hat und ob Top Gear 3000 damit zum Mehrspieler-Geheimtipp wird, das erfahrt ihr im folgenden Review.

Es besteht die Auswahl zwischen dem Championship-Modus und dem VS-Mode. Ersteren kann man alleine im Vollbild, alleine im Spiltscreen oder zu zweit im Splitscreen spielen. Ziel ist, sich auf einer Galaxie-Karte durch elf verschiedene Sonnensysteme bis zum Zentrum vorzuspielen. In jedem Sonnensystem finden zwei Rennen statt. Je nach Platzierung erhält man dafür sowohl Punkte als auch Geld. Hat man ein System erfolgreich abgeschlossen, gibt es außerdem ein Passwort, um das Spiel später an Ort und Stelle fortsetzen zu können.

Top_Gear_3000.617png_thumbDie Rennen sind anspruchsvoll und abwechslungsreich. Man muss sich durch ein dichtes Fahrerfeld nach vorne kämpfen, darf dabei aber die Treibstoffanzeige nicht aus den Augen lassen. Auf jeder Strecke gibt es mindestens einen roten Bereich, auf dem man automatisch aufgetankt wird, sowie einen blauen, in welchem Schäden am Fahrzeug repariert werden. In späteren Leveln sind diese jedoch so weit auseinander oder so kurz, daß man sehr taktisch fahren muß, um nicht irgendwo liegen zu bleiben. Geht dem Wagen nämlich der Sprit aus, wird er immer langsamer bis er gar nicht mehr vom Fleck kommt. Erst der teure Atom-Antrieb schafft da Abhilfe (und ermöglicht außerdem eine atemberaubende Höchstgeschwindigkeit). Wichtig ist also, Geld in Tuning-Teile zu stecken. Hier stehen von Anfang an immer mehrere Upgrade-Stufen zur Auswahl und der Spieler kann selbst entscheiden, ob er sein Fahrzeug in kleinen Schritten verbessern möchte oder lieber gleich auf das teure Super-Upgrade spart. Im Verlauf des Spiels kommen dann immer wieder neu entwickelte Teile wie besagter Atom-Antrieb oder der Jump hinzu, so dass dem Spieler nicht langweilig wird.

Top_Gear_3000.207png_thumbDas Streckendesign ist recht komplex ausgefallen: Es finden sich allerorts Sprungschanzen, Beschleuniger, Warp-Zonen (man befindet sich ja schließlich in der Zukunft), Hindernisse und Items auf den vielen unterschiedlichen Strecken, die umso verschlungener und anspruchsvoller werden, je dichter man dem Zentrum der Galaxie kommt. Leider haben es auch altbekannte Probleme in das Spiel geschafft: Die Piste verengt und gabelt sich teilweise, was technisch beides nicht optimal gelöst ist. Wer Teil 1 kennt, erinnert sich mit Sicherheit noch daran, dass auch dort die Fahrbahn abrupt und ohne Übergang enger beziehungsweise breiter wurde, was optisch leider nicht besonders viel her macht. Die Gabelungen wiederum sind oft schwer zu erwischen, das Fahrzeug scheint plötzlich wie von selbst in die verkehrte Richtung zu steuern und wer es in diesem Moment mit Gegenlenken versucht, wird oft einen fatalen Dreher dabei verursachen. Logischerweise leidet auch die Übersichtlichkeit der sowieso schon verschlungenen Rennstrecken unter all den den Verzweigungen, bei denen dann lustigerweise auch der automatische Positions-Zähler gründlich durcheinander gerät.

Top_Gear_3000.017png_thumbIm VS-Mode sind, wie eingangs erwähnt, per Multitap bis zu vier Spieler möglich. Außerdem hat man die Wahl zwischen vier verschiedenen Fahrzeugen mit unterschiedlichen Vor- und Nachteilen, deren Daten verdächtig an die Wagen aus Teil 1 erinnern. Dann geht es auch schon direkt auf die Rennstrecke. Der Bildschirm ist dabei sowohl horizontal als auch vertikal geteilt; freie Plätze übernimmt der Computer. Da so kein Platz mehr für eine Streckenkarte ist, wird der Rennverlauf durch vier farbige Balken in der Mitte visualisiert. Das Renngeschehen ist im Vergleich zum Championship deutlich vereinfacht. Es gibt zwar den Boost, aber weder Tuning-Optionen noch Items oder Boni und außerdem bekommt man für seine Platzierung kein Geld. Einziges Ziel ist es, vor den Verfolgern über die Ziellinie zu fahren und damit in der Punkteliste ganz oben zu stehen. Das ist prima für ein schnelles, unkompliziertes Rennen gegen Kumpels, bietet aber selbst da sehr wenig Langzeitmotivation, auch wenn der Wettbewerb über acht eigens dafür kreierte Strecken geht. Diese kann man sich zudem nicht aussuchen, sondern nur der einprogrammierten Reihe nach spielen.

Top_Gear_3000.481png_thumbIn technischer Hinsicht weiß Top Gear 3000 zu überzeugen. Die Grafik ist, abgesehen von den unschönen Streckenverengungen, schick und die vielen verschiedenen Hintergründe passen ausgezeichnet zu den thematischen Gegebenheiten der entsprechenden Planeten. Auch die Musik ist mit ihren futuristischen Klängen sehr passend, wenn auch insgesamt nicht allzu abwechslungsreich. Bei der Steuerung sind zwei Dinge bemerkenswert: erstens gibt man bei der Top Gear-Reihe grundsätzlich mit der X-Taste Gas (lässt sich aber in den Optionen anpassen), zweitens ist es ziemlich ungeschickt gelöst, daß man Boost, Jump und Attractor (eine Art Magnet-Anker zum Einhängen am Vordermann) zunächst mit L und R durchschalten muss, um sie auslösen zu können. Es kommt dem schnellen Rennverlauf wirklich nicht entgegen, wenn man erst nach seinem Extra suchen muss, bevor man es einsetzen kann. Das nervt, außerdem gerät man dabei womöglich noch in Hektik und macht unnötige Fehler. Die Steuerung des Fahrzeuges reagiert an sich jedoch sehr präzise und die wieder mal ziemlich haarsträubende Geschwindigkeit kommt vom Spielgefühl her gewohnt gut rüber.

Fazit des Autors - Onkel IstvanFür ein oder zwei Spieler hat Top Gear 3000 einiges zu bieten. Der Championship-Modus ist abwechslungsreich und die Strecken sind fordernd. Musik, Steuerung und Grafik sind insgesamt gelungen. Vom Umfang her fällt das Spiel jedoch gegenüber seinem Vorgänger Top Gear 2 klar zurück und auch einige der Schwächen scheinen merkwürdigerweise direkt vom ersten Teil der Reihe übernommen worden zu sein. Wenn mehr als zwei Spieler antreten möchten, werden sie jedoch vom mageren VS-Mode eher enttäuscht sein. Hier verspricht Street Racer deutlich mehr Spaß.

Zu Top Gear 3000 könnt Ihr in unserem Forum mitdiskutieren!

More in this category: « Super Mario Kart Top Gear 2 »