Dienstag, 09 August 2011 03:50

Young Merlin

Written by *~Kimmy~*

bewertungskasten_young_merlin_ohne_sternkimmyYoung_Merlin.002png_thumbHallo liebe Snesfreaks! Ich möchte mich auch gern mal an einem Review versuchen und euch eines meiner Lieblingsspiele vorstellen: Young Merlin! Das Spiel ist (leider) eines der wenigen Adventure-Games auf dem SNES und schon allein deswegen einen Blick wert. Auch wenn man es zunächst vielleicht annehmen könnte: Young Merlin hat absolut nichts mit dem Zauberer Merlin von Walt Disney zu tun, sondern ist ein komplett eigenes, abwechslungsreich gestaltetes Spiel. Magie (und andere, nicht weniger zauberhafte Dinge) spielt aber dennoch eine große Rolle.

Die Geschichte von Young Merlin erfährt man leider nur, wenn man in die Spielanleitung guckt. Ein friedliches, idyllisches Fantasieland wird von dem mächtigen Shadow King bedroht, der kein geringeres Ziel verfolgt als alles Schöne der Welt zu vernichten. Unser Held Merlin, über den sonst nichts näheres bekannt ist, macht sich nun auf den Weg, eine junge Frau vor eben diesem Shadow King und seinen Anhängern zu retten. Nachdem Merlin im Intro von einem Fluss mitgerissen und fortgespült wurde, erwacht er direkt im verwunschenen Land...

Young_Merlin.146png_thumbDort wird er auch gleich von der "Lady des Sees" mit der Magie vertraut gemacht und erhält seine erste magische Waffe, mit der er fortan dem Bösen Widerstand leisten kann. Diese wird er auch schon bald einsetzen müssen, denn Feinde gibt es hier genug. Zunächst erkundet man die nähere Umgebung, um noch mehr nützliche Items zu sammeln, die man benötigt, um immer weiter in diese Welt vorzudringen. So findet man zum Beispiel eine Lampe, um die alte Mine zu erleuchten oder einen Ballon, um auf höhere Vorsprünge schweben zu können. Doch auch den ersten Feinden wird man schon recht bald über den Weg laufen. Diese, besonders die Boss-Gegner, werden im späteren Spielverlauf auch relativ stark und lassen sich teilweise nur mit bestimmten Waffen und Taktiken besiegen. Einige muss man beispielsweise zuerst mit einem Betäubungspulver einfrieren, bevor man sie vernichten kann, andere lassen sich nur von Blitzen bezwingen. Ich gebe du, das alles klingt sehr nach Zelda. Es ist klar, dass man sich während der Entwicklung von Young Merlin vieles vom Adventure-König abgeschaut hat. Das ist bei so einem guten Vorbild aber gar nicht schlimm!

Young_Merlin.038png_thumbGesteuert wird das Ganze aus einer Perspektive von schräg oben, ähnlich wie bei Zelda oder diversen RPGs. Das Spiel ist ein Mix aus den Genres Action-Adventure, Geschicklichkeit und Rollenspiel, wobei die Adventure-Features klar im Vordergrund stehen. Der Schwierigkeitsgrad ist zwar fast immer fair, dennoch wird das Spiel schnell recht fordernd und ist somit besonders für fortgeschrittene Zocker interessant. Die schwierigste Stelle des Spiels ist wohl eine von angriffslustigen Zwergen bewohnte Mine, die sich als riesiges Labyrinth entpuppt. Dieses erkundet man teils zu Fuß, teils mit einer Lore, wobei es besonders die Loren-Passagen ziemlich in sich haben. Denn nur zu oft enden die Gleise plötzlich in einer Sackgasse und man rast geradewegs gegen die Wand. Da ist Geschicklichkeit gefordert! Game Over gibt es in dem Spiel aber zum Glück nicht. Man fängt einfach wieder bei dem letzten Eingang an, durch den man gegangen ist und versucht sein Glück erneut. Auch einige Knobeleinlagen hat das Spiel zu bieten. So gibt es in den Dungeons beispielsweise Räume, in denen man Steine aus dem Weg schieben muss, ohne sich dabei den Durchgang zu blockieren.

Young_Merlin.028png_thumbLangweilig wird das Spiel so schnell also nicht und man spielt immer wieder gerne daran weiter, bis man schließlich den Abspann gesehen hat. Zwar gibt es außer dem Sammeln von allen Herzteilen (Zelda lässt wieder mal grüßen ^_^) keine weiteren Sidequests, die zu erneutem Durchspielen anregen könnten. Doch der Umfang ist auf jeden Fall ausreichend und auch der anspruchsvolle Schwierigkeitsgrad sorgt dafür, dass man einige Zeit mit dem Spiel beschäftigt sein wird. Da ist es gut, dass man an bestimmten Stellen ein Passwort erhält, mit dem man sich an einen vordefinierten Rücksetzpunkt zurückbegeben kann. Eine Besonderheit des Spiels ist übrigens, dass es komplett ohne Text auskommt. Wenn andere Personen mit einem reden, deuten sie ihre Wünsche einfach in Form von Gedankenblasen an. Hier wird dann einfach der Gegenstand abgebildet, den man der entsprechenden Person besorgen soll. Diese Besonderheit stellt im Grunde genommen weder einen Vor- noch einen Nachteil gegenüber gewöhnlichen Spielen mit Text dar. Es ist eben einfach eine Alternative und trägt irgendwie auch zu dem ganz besonderen Charme von Young Merlin bei.

Young_Merlin.180png_thumbDie einzelnen Welten sind auch alle sehr abwechslungsreich und liebevoll gestaltet. Während man sein Abenteuer zunächst in einer Graslandschaft voller Flüsse und Seen beginnt, erkundet man im späteren Spielverlauf eine Unterwasserwelt, Minen, Höhlen, ein mystisches Fantasieland und ähnliches. Auch die Gegner unterscheiden sich alle voneinander. Kämpft man am Anfang noch gegen mutierte Schweine, Zwerge und Trolle, legt man sich im weiteren Spielverlauf auch mit übergroßen Raupen, Spinnen und sogar einem Drachen an. Positiv fallen auch die witzigen Animationen auf. Beispielsweise kann Merlin einige seiner Gegner dadurch irritieren, dass er sich selbst die Haare kämmt oder sich durch einen Spiegel klont. Die Musik passt gut zu der Atmosphäre des Spiels und wirkt weder überladen noch aufdringlich. Lediglich die Soundeffekte können im späteren Spielverlauf etwas nerven. So gibt es an einer Stelle Gegner, die schon allein dadurch, dass sie sich bewegen, einen ziemlichen Lärm machen. Allerdings kann man im Optionsmenü  Soundeffekte und Musik unabhängig voneinander abstellen, was sich an besagter Stelle auch empfiehlt.

Fazit des Autors - *~Kimmy~*Young Merlin hat seinen ganz eigenen Charme und gehört mittlerweile schon zu meinen Lieblingsspielen. Da es außerdem sehr günstig zu bekommen ist, kann ich es eigentlich ziemlich uneingeschränkt weiterempfehlen. Besonders Adventure-Fans sollten einen Blick riskieren. Anfängern und Gelegenheitsspielern ist von dem Spiel abzuraten, da man an manchen Stellen wirklich nur mit viel Geduld und Ausdauer weiter kommt.

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