Dienstag, 09 August 2011 03:49

Worms

Written by Rune

bewertungskasten_worms_ohne_SternRuneWorms.047png_thumb"Wir sind alle Würmer, handeln wir also wie Würmer" oder: "Guck mal! Ein Schaf!" Es ist mal wieder Zeit für ein Review über einen Klassiker. Das Ur-Worms, geschaffen vom deutschen Entwickler Team 17, erschien im Jahre 1996. Eine SNES Version gabs nur in Europa, USA und Japan gingen ausnahmsweise mal leer aus. Worms bietet ein denkbar einfaches Spielprinzip: Man verteile vier Würmer auf einer 2D Landkarte, bewaffne sie mit schwerem Kriegsgerät und versuche sodann, das gegnerische Team zu zertreten wie ... tja, wie die Würmer eben.

Falls nun jemand mit dem Namen "Worms" partout nichts anzufangen weiß: Es handelt sich hierbei um eine Strategie-Serie die besonders auf dem PC und später auf der Playstation Berühmtheit erlangte. Das liegt vermutlich daran, dass Worms - anders als die meisten Spiele dieses Genres - seinen Fokus fast völlig auf den Multiplayer-Modus legt. Das Spiel begnügt sich dabei mit einem sehr simplen Gameplay und eine "Runde zwischendurch" ist schnell ausgetragen, so dass Worms unter Fans regelrecht zum Party-Spiel avanciert ist.

Worms.038png_thumbDie klassische Worms-Partie verläuft wie folgt: Zunächst generiert der Computer eine zufällige Karte, wobei nicht nur thematisch verschiedene Texturen zum Einsatz kommen, sondern auch individuelle Landschaften entstehen. Da sind Berge, Gruben, natürliche Barrikaden und vor allem: Wasser. Wasser ist für unsere Würmer tödlich. Mal teilt es die Karte, mal ist es völlig unter der Erde "begraben". Fällt ein Wurm hinein, ob nun versehentlich oder weil er vom Gegner weggefegt wird, so ist er hinüber. Wo die einzelnen Würmer der Spieler starten wird ebenfalls zufällig entschieden. Ist also eine Karte generiert, gilt es, alle gegnerischen Würmer restlos zu vernichten. Der Krieg wird dabei rundenbasiert ausgetragen, will sagen, die Spieler dürfen jeweils abwechselnd mit einem ihrer Würmer in Aktion treten. Pro Runde steht dem Spieler je nach Einstellung allerdings nur ein kurzes Zeitkontingent zur Verfügung (mindestens 10 Sekunden, maximal jedoch 30 Sekunden). In dieser knappen Zeit muss man nun seinen Wurm bewegen (kriechend oder hüpfend), ihn in eine günstige Position bringen, eine Waffe auswählen, sie auf den Gegner abfeuern und bestenfalls auch noch treffen.

Worms.158png_thumbDie zum Einsatz kommenden Waffen sind vielfältig. Standardwaffe der Würmer ist die gute alte Bazooka. Granaten, Dynamit, Schotgun und ähnliche Freudenbringer haben die kleinen aber selbstverständlich auch im Gepäck. Gelegentlich werden jedoch auch besonders mächtige Gimmicks über der Karte abgeworfen, wie etwa ein explodierendes Schaf, eine Minigun oder die Bananenbombe. Zu beachten ist, dass bei fast allen Waffen noch Parameter wie Wurfwinkel, Schussstärke und  Windrichtung bzw. Windstärke einkalkuliert werden müssen. Ungeübten Spielern kann das zu Anfang schwer fallen, so dass sie häufig ihr Ziel verfehlen oder gar ihre eigenen Würmer verletzen werden. Hier sind also Übung, ein kühler Kopf und etwas Glück gefragt! Explosive Waffen verändern zudem nicht selten die Landschaft. Sie reißen gewaltige Gräben in die Karte oder sprengen Hindernisse weg, so dass sich die Spielsituation immer wieder verändert und der Platz enger wird. Das Gameplay führt häufig zu unvorhergesehenen Situationen und häufig schießt man sich ein Eigentor, was besonders im Multiplayer zu höchst humorvollen Situationen führen kann.

Worms.075png_thumbDer Multiplayer-Modus ist auch, wie schon erwähnt, das Kernelement des Spiels. Denn leider ist die künstliche Intelligenz nicht so intelligent wie ihr Name vermuten lässt. Computergegner beschränken sich meist nur auf ihre Standardwaffen und versuchen nicht wirklich, sich in der Landschaft strategisch klug zu bewegen. Häufig scheint da einfach irgendein Algorythmus zu versagen und sie ballern sich selbst vom Bildschirm. An Waffenkisten versucht der Computer auch fast nie heranzukommen. Dadurch geht dem Singleplayer-Modus irgendwie eine ganze Menge strategischer Anspruch verloren, wodurch Worms für den Einzelspieler schnell langweilig wird und an Langzeitmotivation einbüßt. Dafür gibt es von mir Wertungsabzüge, denn ein Spiel sollte nicht nur im Multiplayer-Modus Spaß bringen. 1996 hätte man da sicher mehr hinkriegen können. Hat man aber einen eingespielten Kumpel am Start, kann man Stunden mit Worms verbringen. Die Rivalität ist von Anfang an da, man will sich bloß noch rächen und durch die unfreiwillig komischen Situationen, wenn mal wieder was nicht so richtig gelaufen ist, sorgen für Dauergelächter auf beiden Seiten.

Worms.003png_thumbEbenfalls nicht unbedingt auf dem Stand von 1996 ist die Technik des Spiels. Das kann vielleicht auch nicht verlangen, da Worms ein PC-Port ist und nicht speziell für das SNES entwickelt wurde. Die Sprites der Würmer sind ziemlich klein und Animationen sowie Explosionen fallen ebenfalls sehr minimalistisch aus. Dafür sind die Texturen schön bunt und das Game hat seinen eigenen, putzigen Stil. Für ein Spiel wie dieses ist das optische Endresultat jedenfalls ausreichend. Der Sound des Spiels ist dagegen relativ einzigartig. Das liegt nicht an der Musik, denn davon gibt es - abgesehen vom Hauptmenü - im ganzen Spiel überhaupt keine. Aber die Soundeffekte sind schlicht originell, denn die Würmer werden mit Micky-Maus-Stimmen synchronisiert und alles ist irgendwie auf niedlich gemacht. Da parodiert Worms sich einfach selbst, denn schließlich geht es ja darum, mit äußerst starker Bewaffnung den Feind fertigzumachen. Dieser Kontrast passt einfach perfekt zu einem Spiel, das sich selbst eben nicht zu ernst nimmt. Akustisch sicherlich auch nicht unbedingt das beste vom besten, aber der Sound hat bei Worms eben einfach einen großen Wiedererkennungswert erlangt.

Fazit des Autors - RuneWorms ist ein echter Klassiker und seine Nachfolger begeistern heute noch die Spielewelt, doch wenn man es alleine spielt wird es recht schnell  langweilig. Ich empfehle da eher die Multiplayer-Schlachten mit Freunden, denn so macht das Spiel um einiges mehr Spass. Wer weder Worms noch einen der Nachfolger kennt, der sollte sich das Spiel schon aus Gründen der Allgemeinbildung einmal ansehen.

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