Freitag, 31 Dezember 2010 12:45

Unirally

Written by Arthoron

bewertungskasten_unirally_ohne_sternUnirally.024png_thumbBis heute mache ich generell einen Bogen um Rennspiele und trotzdem war Unirally eines der Videospiele, welche mich Mitte der 90er Jahren besonders fasziniert haben. Wohl deshalb, weil es sich bei Unirally um keinen typischen Genrevertreter handelt. Statt Autos steuert man lebendige Einräder, deren einziger Lebensinhalt es ist, sich ständig in Wettrennen miteinander zu messen. Dies ist auch ungefähr die Story des Spiels. Die wird zwar in der Einleitung des Handbuchs kurz erzählt, für das Spiel selbst ist sie jedoch völlig bedeutungslos.

Unirally bricht mit seinem innovativen Spielprinzip mit so ziemlich allem bisher da gewesenem. So steuert man die Einräder nicht wie gewohnt durch (pseudo-)dreidimensionale Parcours und Straßen wie beispielsweise bei "Super Mario Kart", sondern über bunt gemusterte 2D-Strecken, die scheinbar im Nichts hängen.Startet man das Spiel im Single-Player-Mode, wird man zuerst vor die Wahl für eins von 16 Unicycles gestellt, welche sich allerdings bis auf die Farbe nicht voneinander unterscheiden.

Unirally.060png_thumbHat man sich für das Einrad seines Herzens entschlossen, öffnet sich die "Tour-Auswahl" und man muss sich entscheiden welche der - anfangs vier, im Laufe des Spiels acht - Touren man fahren möchte. Diese sind anfangs noch recht leicht, werden jedoch ab etwa der Hälfte knackig schwer, sodass es viel Ausdauer und Training benötigt, wirklich alle Strecken frei- und durchzuspielen. In jeder Tour gibt es jeweils fünf Tracks mit drei verschiedenen Streckentypen; Race, Circuit und Stunt. Bei Race gilt es, vor dem Gegner die Ziellinie zu erreichen und während man mit Highspeed durch die Strecken rast, die überall eingebauten Hindernisse - klebrige Streckenabschnitte, plötzliche Richtungswechsel oder vertrackte Loopings - fehlerfrei zu meistern. Dasselbe gilt für Circuit, nur dass man hier mehrere Runden hintereinander fahren muss.Hierbei ist der Einsatz einer besondere Innovation des Spiels unverzichtbar - den Stunts. Denn die Unicycles sind in der Lage, zu springen und in der Luft verschiedene Tricks auszuführen und zu kombinieren, dabei kann sich das Unicyle vorwärts und rückwärts, um die eigene Achse sowie zur Seite drehen. Nach einem gelungenen Stunt wird man mit einem Geschwindigkeitsboost belohnt, der umso größer ausfällt, je komplizierter der Trick war. Dadurch spielt sich Unirally wie ... eine Mischung aus Sonic und Tony Hawks Skateboarding.

Unirally.080png_thumbWährend bei den Rennen das Sonic-Gefühl überwiegt, fühlt man sich im dritten Streckentyp, "Stunt", eher ans Skaten erinnert, da hier hingegen nur das Erreichen einer möglichst hohen Punktzahl durch das Aneinanderreihen von Stunts zu Combos zählt. Auch erinnert der Streckenaufbau durch die zweckmäßigen Halfpipes und großen Sprungschanzen eher an einen Skatepark als an eine Rennstrecke.Außer dem Einspielermodus bietet Unirally noch drei Mehrspielermodi. Neben dem Zweispielermodus, in dem man die Strecken einfach zu zweit anstatt gegen die CPU bestreitet, gibt es noch den VS-Mode, in dem sich der oder die Gewinner eines Rennens solange Herausforderern stellt, bis er oder sie geschlagen wird. Der letzte Spielmodus ist die "Liga", in dem, wie der Name schon andeutet, maximal 8 Spieler in einer Liga gegeneinander antreten können.Wie bei Rennspielen üblich, werden die Bestzeiten und Highscores im Batteriespeicher des Moduls gesichert und so besteht auch nach dem Durchspielen noch der Reiz, die Bestleistungen zu knacken, was natürlich in Konkurrenz mit menschlichen Mitspielern besonders viel Spaß macht.

Die Grafik des Spiels ist eher durchschnittlich. Zwar sind die Unicycles gerendert und wirken durch einige Animationen lebendig, die Hintergründe sind jedoch ziemlich trist gestaltet und man bekommt lediglich ein paar Muster zu sehen. Ein paar hübsch gestaltete Hintergründe hätten dem Spiel sicher einiges an Tiefe gegeben.Im Vergleich dazu ist die Musik eine wahre Erfüllung. Das ganze Spiel über wummern fette Metalsongs aus den Boxen, dass es nur so kracht. Schrammelnde Gitarren, stampfende Beats und abgefahrene Soli - so muss das sein. Einen ähnlich guten Rocksoundtrack kenne ich sonst nur von Rock N Roll Racing.

Fazit des Autors - ArthoronUnirally ist ein ganz besonderes Spiel. Es ist ein blitzschnelles Rennspiel und doch irgendwie nicht, es erinnert an ein Jump'N Run, ist aber keins und gleichzeitig fühlt man sich während des Spielens die ganze Zeit ein wenig, als würde man Tony Hawk zocken. Wirklich ein Kuriosum, auf positive Weise und für jeden einen Blick wert. Programmiert wurde es übrigens von der Firma "DMA Design", die heute unter dem Namen "Rockstar North" bekannt und für Spieleperlen wie die GTA-Serie verantwortlich ist.

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