Dienstag, 28 Dezember 2010 16:56

Another World

Written by Rune

bewertungskasten_another_world_ohne_sternAnother_World_Europe.022png_thumbAnother World. Vielen von Euch wird der Name dieses Adventures vermutlich nicht viel sagen. Auf dem SNES ist Another World (in den USA unter dem Namen: „Out of this world“) im Jahre 1992 veröffentlicht worden, und zwar von der Firma Interplay. 1993 kam es schließlich auch nach Europa. Another World ist somit eines der ersten Spiele auf dem SNES gewesen und war außerdem kein großer Erfolg. Da es sich bei diesem Spiel um einen wirklich unbekannten Titel handelt und reine Adventures auf dem SNES sehr rar sind, hoffe ich, euch mit diesem Review ein paar  Informationen bieten zu können.

Die Story des Spieles unterscheidet sich ein wenig von anderen Titeln des Adventure-Genres, denn das Storytelling zeigt sich eher dünn. Üblicherweise stellt die Handlung das Rückrad eines Adventure-Spiels dar, deshalb hängt die Messlatte des Genres in diesem Fall sehr hoch. Hauptfigur in diesem Spiel ist der Jungspund Lester Chaykin, welcher ein ziemlicher Nerd ist seine ganze Freizeit restlos an die Forschung der Kernphysik und andere Technik verschwendet.

Another_World_Europe.101png_thumbAm Anfang der Geschichte befasst er sich mit einer Art Teilchenbeschleuniger, welcher sich anscheinend noch im Vorstadium der Entwicklung befindet. Lester steckt viel Arbeit in sein Projekt und arbeitet Tage und Nächte daran. So auch eines Abends, als ein mächtiges Unwetter über seinem Heimatort tobt. Wie aus dem Nichts entfaltet ein Blitz eine enorme Energiequelle und durch diese gerät Lesters Maschine irgendwie außer Kontrolle. Dabei öffnet sich ein Portal zu einer neuen Dimension, in welcher sich Lester plötzlich wiederfindet. Jene Dimension ist nun die namensgebende "Another World".

Lester scheint sich seiner Situation schnell bewusst geworden zu sein und macht sich Gedanken darüber, wie er wieder schnellstmöglich in seine normale Welt zurückkehren kann. Doch schon bald macht er Bekanntschaft mit einem Bewohner dieser Dimension, einem Wesen mit schwarzer Kutte welches ihn direkt ohnmächtig schlägt. In einer Gefängniszelle wacht Lester wieder auf. Er ist jedoch nicht allein in seiner Zelle. Ein anderes Individuum erleidet das gleiche Schicksal wie er. Beide haben wohl die gleichen Ausbruchabsichten und schmieden einen Fluchtplan, um zu entkommen.

Another_World_Europe.142png_thumbLeider gibt es Verständigungsschwierigkeiten mit unserem Zellengenossen, denn wie es zu erwarten war, sprechen die beiden Protagonisten völlig unterschiedliche Sprachen. Es ist offensichtlich, dass sich die andere Kreatur versucht zu verständigen, allerdings geht dies nur sehr langsam voran, da er nur komische Laute von sich gibt mit denen keiner etwas anfangen kann. So bleibt nichts anderes übrig als Mimik und Gestik.

Kurz darauf setzten die Protagonisten ihren Fluchtplan in die Tat um und finden eine Laserpistole, welche sich im Spielverlauf als sehr nützlich erweist. Diese kann nicht nur schießen, sondern besitzt auch die Fähigkeit einen Schutzschild aufzubauen, um sich vor gegnerischen Schüssen zu schützen. Der Kampf ist aber keinesfalls die einzige Funktion der Pistole und besonders fetzig geht die Gewalt in Another World Konflikt auch nicht gerade von der Hand. Primär gebrauchen wir die Waffe dazu um dicke Gesteinssäulen oder dünne Wände zu zerstören, damit Lester sich einen Weg in die Freiheit bahnen kann. Als ein Action-Adventure kann man Another World daher kaum bezeichnen.

Ganz so simpel, wie es klingen mag, ist das mit den Adventure-Features jedoch nicht. Nicht nur Gegner machen einen zu schaffen, sondern auch einige schwere Rätsel werden den Spieler häufig zum Grübeln auffordern. Schafft man es nicht, die Knobeleien zu lösen, erwartet einen der bittere Tod, was zum Glück nicht sehr tragisch ist, denn man besitzt eine unendliche Anzahl von Continues. Zu jedem bestimmten Abschnitt erhaltet ihr übrigens ein Passwort, um einzelne Passagen erneut spielen zu können. Der Spielverlauf gestaltet sich also in "Another World" als sehr abwechslungsreich und sorgt demnach für einen hohen Spielspass. Dies dürfte nicht nur an den diversen Handlungen, Gegnern etc., sondern in erster Linie an der ausgewogenen Mischung der sich unterscheidenden Spielelemente liegen.

Another_World_Europe.039png_thumbGrafisch ist das Spiel allerdings ziemlich mau. Die Grafik wirkt wie versteinert. Die dunklen Farben erschaffen zwar ein düsteres Ambiete und vermitteln einem tatsächlich irgendwie das Gefühl, in einer anderen Dimension zu sein. Das Spiel ist jedoch leider sehr detailarm, es gibt so gut wie keine Animationen, weder im Hintergrund, noch bei Gegnern oder der Hauptfigur selbst. Richtige Grafikpatzer, die einem das Spiel vermiesen könnten, gibt es jedoch trotzdem nicht.

Ein großes Minus am Spiel ist der fast gar nicht vorhandene Sound. Dieser ist fast schon eine Rarität bzw. ziemlich schlecht oder so gut wie nicht vorhanden. Die Musik ist in Ordnung, reißt einen aber wirklich nicht gerade vom Sitz, da ist man auf dem SNES schon besseres gewöhnt.

Die Steuerung ist ein weiterer Schwachpunkt des Spieles. Es erweist sich als geradezu schwerfällig, Gegner zu attackieren, aber auch Renn- und Sprungpassagen können zum wiederholten mal richtig nerven, denn gerade diese lassen sich einige Male auf die misslungene Steuerung zurückschreiben.

Fazit des Autors - RuneIch habe eine ziemlich ambivalente Meinung zum Spiel. Grafisch und musikalisch wirkt das Spiel ziemlich mau, doch vom Spielspass her ist es recht gut gelungen; nicht nur aufgrund der Story-Idee, sondern auch durch die ausgewogene Mischung der verschiedenen Adventure-Elemente. Das Spiel könnte für Sammler und Spieler sehr interessant sein, aber es ist kein unbedingter Pflichtkauf.
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