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Mittwoch, 15 Dezember 2010 20:06

Secret of Evermore

Written by TheFux

bewertungskasten_SoE_ohne_sternSecret_of_Evermore_U.010png_thumbDas Super Nintendo ist unter anderem für seine genialen RPG’s bekannt, die maßgeblich an seinem Erfolg beteiligt waren. Eines von ihnen ist Secret of Evermore aus der Kultschmiede Squaresoft. Wie eigentlich bekannt sein sollte, fusionierte Squaresoft vor einigen Jahren mit dem Dauerkonkurrenten Enix und wurde zu Sqare-Enix. Übrigens: Auch Enix entwickelte für den Super Nintendo einige RPG’s, von denen die berühmtesten, die in Europa erschienen sind, wohl „Terranigma“ und „Illusion of Time“ sind. Beide sollten in keiner Sammlung fehlen! Wenn man den Namen Secret of Evermore hört, dann liegt ein Vergleich zum ähnlich klingenden „Secret of Mana“, ebenfalls von Squaresoft, förmlich auf der Hand, doch „Secret of Evermore“ ist keinesfalls der Nachfolger zu „Secret of Mana“! Secret of Evermore wurde nicht einmal wie gewohnt in Japan entwickelt, sondern in der damals brandneuen US Niederlassung „Square of Amerika“. Die Entwickler wollten ein RPG konstruieren, das sich Secret of Mana klar zum Vorbild nahm, doch sollte das Game besser auf amerikanische Zocker zugeschnitten werden und sich vom klassischen Japano-Rollenspiel entfernen. Aus diesem Grund veränderte man die Spielwelt und die Charaktere und so entstand 1995  „Secret of Evermore“. Ich behaupte: Das Experiment ist geglückt.

Secret_of_Evermore_Germany.050png_thumbDurch die Veränderung des Spiels kam auch eine sehr abgedrehte Story zustande die hier natürlich nicht fehlen darf: Wir schreiben das Jahr 1965 in Großostheim (witzig: dort stand und steht die Deutsche Niederlassung von Nintendo), ein Wissenschaftler entwickelt in einem geheimen Labor eine Maschine, die den Benutzer in seine eigens kreierte Traumwelt entführt. Doch kurz bevor die Maschine getestet werden soll, verschwindet der Professor spurlos und wurde nie wieder gesehen... 30 Jahre später sollte ein ganz normaler Junge jenes Labor durch einen dummen Zufall wiederentdecken. Als er das leerstehende Gebäude betritt, ahnt er noch nicht, dass er seine Heimat so schnell nicht wieder sehen wird In dem Gebäude findet er seinen Hund zwar wieder, doch als dieser in ein seltsames Kabel beißt, aktiviert er eine Maschine die beide an einen seltsamen Ort bringt. An diesem werden Hund und Junge von einem seltsamen Mann prompt in ein Raumschiff gesperrt. Wie unschön, dass dieses auch noch irgendwie in einem Urwald abstürzt. Nicht nur befindet sich der Held nun in einer völlig fremden Welt; auch seinen Hund erkennt er kaum wieder. Der hat sich nämlich einfach in einen Wolf verwandelt. Abgedrehte Story, aber das Abenteuer beginnt erst. So manche Welt wird der Junge noch entdecken und sein Hund wird noch häufiger die Form wechseln. Hmmm. Willkommen in Evermore...

Secret_of_Evermore_U.044png_thumbDas Gameplay von Secret of Evermore weist oberflächlich betrachtet kaum Unterschiede zu Secret of Mana auf. Zwar steuert man nur noch einen Charakter und auch das Waffensystem scheint entschlackt worden zu sein, wenn man sich aber die Steuerung des Helden ansieht, fallen einem absolut keine Mängel mehr auf. Der Hund, euer ständiger Begleiter, bleibt nicht an irgendwelchen Ecken kleben, wie es bei Secret of Mana oft geschah. Auch scheint die künstliche Intelligenz der Gegner etwas zugenommen zu haben. Ansonsten ist aber fast alles gleich geblieben. Man steuert den Helden aus einer schrägen Vogelperspektive und bewegt sich mit seinem Hund durch die verschiedenen Gebiete von Evermore. Waffengewalt ist dabei wohl noch öfter nötig als in Secret of Mana, da ihr schon früh und ab da eigentlich permanent mit Gegnern konfrontiert werdet. Diese sind auch wahrlich nicht immer leicht zu besiegen. Besonders die Endgegner haben es wirklich in sich, spätestens beim Sumpfmonster werdet ihr wirklich zu kämpfen haben. Vor allem der letzte Endgegner ist wohl einer der schwersten die es in einem SNES RPG je gegeben hat. Anfänger sollten daher lieber die Finger vom Spiel lassen oder sehr viel leveln, denn das Spiel ist wirklich nicht einfach.

Secret_of_Evermore_U.100png_thumbDas Gute ist allerdings, dass es bei Secret of Evermore, wie so oft in Action-Rollenspielen, keine lästige Zufallskämfe gibt. Stattdessen könnt ihr alle Gegner auf dem Bildschirm sehen und sie sofort mit euren Waffen, wie z.B. Schwert, Axt und Speer, niederstrecken. Dies klingt vielleicht im ersten Moment recht einfach, doch müsst ihr immer die 100% Marke im Auge behalten. Auch diese ist ein geistiges Erbe von Secret of Mana. Wenn man einen Schlag macht, dann dauert es immer ein bis zwei Sekunden bis sich die 100% Marke erholt hat und erst danach sollte der nächste Angriff getätigt werden, da die Treffer ohne volle 100% wenig Auswirkungen auf die gegnerische Lebensanzeige haben. Erwähnenswert ist auch noch, dass man per Druck auf die Select Taste seinen Hund spielen kann. In der Praxis ist dies aber eher nutzlos, da der Held dann vom Computer übernommen wird und sich ziemlich dämlich anstellt. Falls der Held nämlich stirbt, ist das Spiel vorbei und ihr startet von der zuletzt gespeicherten Stelle im Spiel. Was jedoch sehr verwunderlich ist, dass man keinen Multiplayer-Modus in das Spiel eingebaut hat. Secret of Mana konnte man schließlich sogar zu dritt spielen.... Schade!

Secret_of_Evermore_U.000png_thumbDie Menüführung und das komplette Interface sind logischerweise ebenfalls sehr gelungen, da die Entwickler das Ringmenü aus Secret of Mana übernommen haben und dieses einfach nahezu perfekt war. Wenn ihr das Menü per Knopfdruck öffnet, seht ihr ringförmig angeordnet alle Optionen die ihr habt und wenn ihr nun „Waffen“ auswählt, dann werden auch diese in einem Ringmenü dargestellt. Genauso verhält es sich mit Rüstungen und Zaubern. Die Bedienung des Interfaces erfolgt dank dieses Features sehr schnell und unkompliziert, eine Sache die bei RPGs nicht selbstverständlich sind. Eine Besonderheit stellen übrigens die Zaubersprüche dar, diese basieren nämlich nicht auf Magie sondern auf alchemistischen Formeln und jeder Zauber benötigte daher gewisse Zutaten, um angewendet werden zu können. Für den ersten Zauber, der Feuerattacke „Hitzeblitz“, braucht man so z.B. 2 Tropfen Öl und 1 Stück Wachs, es gibt aber natürlich noch unzählige weitere Zutaten und Zaubersprüche. Die Zutaten lassen sich in bestimmten Shops kaufen. Alternativ kann man sie sich auch einfach von seinem Hund in der Landschaft erschnüffeln lassen. Dies ist vielleicht das einzigste Feature, welches Secret of Evermore von Secret of Mana abhebt.

Secret_of_Evermore_Germany.026png_thumbTechnisch betrachtet ist Secret of Evermore in jedem Fall eine Perle auf dem Super Nintendo.  Die Grafik des Spiels war für SNES Verhältnisse sehr schick, Charaktersprites konnten beeindrucken und auch die Effekte waren Oberklasse. Ich muss trotzdem sagen, dass (das immerhin etwas ältere) Secret of Mana in Punkto Grafik etwas stimmiger ausgefallen ist. Das ist jedoch keinesfalls als Kritikpunkt zu verstehen, ist man von Square-Spielen doch sowieso eine nahezu perfekte Grafik gewohnt.

Beim Sound lässt sich ebenfalls nur positives sagen, denn er passt immer sehr gut zum Geschehen. Zwar sind mir keine wirklichen Ohrwürmer in Erinnerung geblieben, die Musik trägt aber dennoch perfekt ihren Teil zum Spielgefühl bei. Ich habe den Eindruck, fast die komplette Spielatmosphäre entsteht durch den Soundtrack. Heiße Rythmen im Jungel oder futuristische Klänge auf der Station im All, für wirklich jede Situation ist etwas passendes dabei. Besonders die Bosskämpfe ziehen ihren Nervenkitzel aus der dramatischen Musik.

Fazit des Autors - TheFuxIm Prinzip ist Secret of Evermore "nur" ein Secret of Mana Klon. Da Secret of Mana aber eines der besten Spiele für das Super Nintendo ist, macht das kaum etwas. Für alle die jetzt neugierig geworden sind: Secret of Evermore wurde damals als Bigbox verkauft und kostet ist bei Ebay in komplettem Zustand nichtmal teuer. In dem Spiel sind unzählige Film-Anspielungen und Square konnte es auch nicht lassen, einige Final Fantasy-Gags einzubauen. So sieht man im Kollosseum die Haupcharaktere von Final Fantasy 6 oder ein Special Item ist das Chocobo Ei. Meiner Meinung nach gehört dieses Spiel in jede SNES Sammlung.

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