Donnerstag, 04 November 2010 20:59

Alien 3

Written by Jaffar Sholva

bewertungskasten_Alien_3_ohne_SternViele Spiele auf dem SNES besaßen eine Filmlizenz, nutzten diese aber nicht richtig und waren oft recht schlecht, so etwa Bram Stoker’s Dracula. Doch einige Games sind halbwegs gelungen oder gehören sogar zu den Top-Spielen. Eines davon möchte ich Euch nun vorstellen.

Alien_3_Europe.003png_thumbWer kennt die Alien-Filmreihe nicht, die bereits 1979 ihren Anfang nahm? Teil 3 gehört da zu den eher schlechteren, das Game vermag aber zu überzeugen. Ihr schlüpft in die Rolle von Ellen Ripley und befindet Euch, zusammen mit der Crew und nach schwerem Kampf gegen die Aliens, in einem Hyperschlaf auf dem Weg zur Erde. Durch eine Fehlfunktion wird aber die Schiffseinheit mit den Schlafkapseln abgesprengt und ihr steuert auf den Planeten Fury 161 zu. Dieser Gefängnisplanet liegt im Niemandsland des Universums. Dort gelandet, bemerkt ihr bald, dass ihr die einzige Überlebende der Crew seid. Doch auch einige Aliens haben den Kampf überlebt und verbreiten sich nun auf Fury 161. Ripley muss die Aliens stoppen und die Gefangenen befreien.

Alien_3_Europe.000png_thumbBeginnend in Stage 1 fällt euch sofort die Ähnlichkeit zwischen dem Spielcharakter und Ellen Ripley auf. Sie ist durch ihren weiblichen Körper sowie der Glatze klar erkennbar. Das Ganze wirkt also sehr authentisch, besonders weil ihr schon von Anfang an in den Gängen einer Station herumschwirrt. Desweiteren wird Euch auch auffallen, dass es eine Unmenge an Aliens gibt, die immer wieder in gewissen zeitlichen Abständen erscheinen, auch wenn man sie getötet hat. Das mag daran liegen, dass es einige Eier in der Station gibt und die Königin dieser grausamen Lebensform noch ihr Unwesen treibt. Doch um den Aliens den Garaus zu machen, habt ihr immer drei Waffen mit ein wenig Munition zur Verfügung. Zum einen wäre das der Impulsschnellader, der vier Schuss pro Sekunde abfeuern kann, zum anderen der Flammen- sowie der Granatenwerfer; die etwas langsameren Waffen. Darüber hinaus ist die Energieleiste recht lang, um den Heerscharen an Aliens auch gerecht zu werden.

Doch was muss man nun tun? Nicht ziellos umherirren, denn das bedeutet den sicheren Tod. Denn es wimmelt nur so von Räumen, Lagerhallen, Türen, Fahrstuhlschächten und Belüftungstunneln und somit auch von Aliens. Während die ersten paar nur ein, zwei Schüsse brauchen, sind die Aliens später sehr hartnäckig und wollen fast nicht zu Boden gehen. Doch bevor Ihr wild herumballert, sucht zuerst ein Informationsterminal in diesem Gefängniskomplex auf. Anfangs sind diese noch leicht zu finden und an wichtigen Orten vorhanden. Doch schon bald werdet Ihr merken, dass große Umwege gemacht werden müssen, um an Missionen zu gelangen, die Euch nur die Informationsterminals geben können. Habt Ihr alle Missionen der jeweiligen Stages erfüllt, erscheint ein Passwort für die nächste und Ihr könnt entweder weiterspielen oder eine Pause einlegen und später in der nächsten Stage wieder anfangen.

Alien_3_Europe.040png_thumbAuf Euren Missionen werdet Ihr von genialer Musik und passenden Soundeffekten begleitet. Trefft Ihr ein Alien mit einer Waffe, schreit es voller Entsetzen und tönt auch so, wie ein Außerirdischer klingen muss. Dazu wird Euer Gehör von unheimlichen Klängen und horrorfilmmäßiger Musik verwöhnt. Kaum zu glauben, dass einen ein Spiel dieses Alters so zu fesseln und zu erschrecken mag. Tatsächlich kann es passieren, dass man kurz zusammenzuckt oder Gänsehaut kriegt, wenn einem zum ersten Mal ein etwas größeres Alien begegnet, geschweige denn ein Mutteralien. Doch auch die Grafik vermag eigentlich in allen Bereichen zu überzeugen. Trefft Ihr auf ein Monster, seht ihr genau, dass es sich dabei um ein Alien handelt, da ihr es, wie auch die Hauptfigur Ripley, sofort erkennt und man es mit dem Film vergleichen kann. Desweiteren sieht ein Weapon Room auch wie ein Waffenraum aus, im Bugwash erkennt ihr Röhren und im Alien Corridor ist alles unheimlich und von den Außerirdischen verseucht. Alles ist also sehr detailliert. Alles in allem wird also eine unglaublich gute Atmosphäre erschaffen und Ihr fühlt Euch fast wie Ripley selbst.

Alien_3_Europe.012png_thumbWährend mit den vier Haupttasten die Waffe abgefeuert und gesprungen wird, kann man mit den Schultertasten Waffen wechseln und das Steuerkreuz dient der Bewegung. Doch auch ein Bewegungsmelder kann eingeschaltet und eine Pause eingelegt werden. Das Pad ist also voll und optimal belegt. Mit dem Knopf, mit dem ihr normalerweise den Flammenwerfer aktiviert, könnt ihr auch Türen auf- sowie Röhren und weitere Geräte zuschweißen. Dies wird manchmal vom Informationsterminal in Auftrag gegeben, da sonst etwas in die Luft fliegen könnte. Dabei kann es passieren, dass zu reparierende Geräte mitten in Alienschwärmen liegen. Die Spannung ist da kaum auszuhalten: Ihr steht vor dem Gerät, drückt die nötige Taste und wartet darauf, bis die Maschine zu 100 % repariert ist. Solltet Ihr getroffen werden, müsst ihr wieder bei null anfangen. Ihr seid von Aliens umgeben, die auf Euch zulaufen, somit ständig unter Zeitdruck und müsst versuchen, immer wieder Energie und Munition zu finden. Leider sind Spaß und Spannung nach bereits sechs Stages um. Dafür könnt ihr drei Schwierigkeitsgrade wählen. Beim ersten Durchspielen benötigt man vielleicht etwa nur neun Stunden auf easy. Doch ihr werdet stets gefordert sein und es ist wahrlich nicht einfach, sich gegen diese Menge von Aliens zu behaupten.

Fazit des Autors - Jaffar SholvaIch habe beim Schreiben dieses Reviews erneut gemerkt, wie genial das Game eigentlich ist und man nur davon schwärmen kann. Das einzige Manko scheint wirklich nur die kurze Dauer zu sein. Denn es bietet Grafik, Musik, Sound, Spielspaß und Gameplay sowie Spannung und Horrorgefühle auf höchstem Niveau. Desweiteren finde ich, dass die Passwortfunktion hier optimal gewählt ist. Jedoch gibt es etwas, dass doch noch erwähnt werden sollte und sehr enttäuschend ist: einen Endkampf sucht man leider vergebens.