Samstag, 19 März 2011 18:11

Puzzle Bobble Bust-A-Move

Written by Christian

bewertungskasten_puzzle_bobble_ohne_sternPuzzle_Bobble_-_Bust-A-Move_Europe.006png_thumbIrgendjemand hat Bubs und Bobs Freunde in bunte Blasen gesperrt. Da wollen sie wieder raus. Ein Job, der für die kleinen knuddeligen Drachen Bub und Bob natürlich absolute Ehrensache ist. Alte Hasen kennen Bub und Bob noch aus den guten alten Arcade-Zeiten, als sie 1986 auf dem Automaten durch den kultigen Platformer Bubble Bobble hüpften. Wenn ein Spiel sich gut verkaufen lässt, werfen die Entwickler in der Regel so manches Spin-Off hinterher. Und in der Regel waren solche Spin-Offs in den 90ern so gut wie immer Puzzle-Games.

Eine bewährte Marktstrategie, das haben Spin-Off-Kollegen wie Mario no Super Picross, Kirby's Ghost Trap und Yoshi no Panepon (Tetris Attack) hinlänglich bewiesen. Ergo eine Strategie, welche freilich auch von den Jungs bei Taito nicht unausgenutzt bleiben durfte. Daher bekam das putzige Drachenzwillingspaar mit Puzzle Bobble Bust-A-Move ihren eigenen Puzzler spendiert. Zunächst für die Arcadetempel, später auch für das GameGear und das Neo Geo. Schließlich zogen Bub und Bob im Jahre 1995 auch bei Nintendo ein und blubbern ihre Freunde seither auf dem Super Nintendo frei.

Puzzle_Bobble_-_Bust-A-Move_Europe.058png_thumbDas Spielprinzip ihrer Rettungsmission ist ebenso einfach wie genial: Auf dem Spielfeld befinden sich zu Rundenbeginn verschiedenfarbige Blasen, in denen die Kumpels der beiden Drachen eingesperrt sind. Mittels einer kleinen, merkwürdigen Pustekanone am unteren Bildschirmrand, die vom Spieler nach links und rechts geschwenkt werden kann, werden neue Blasen ins Spielgebiet befördert. Wenn sich mehr als zwei gleichfarbige Blasen direkt berühren, lösen sie sich auf und geben die Freunde der beiden Drachen frei. Man verliert das Spiel aber, wenn die Blasen den unteren Bildschirmrand erreichen. Soweit die Theorie. In der Praxis kommen einige interessante Kniffe dazu: Wenn die zerplatzenden Blasen "tragende Elemente" für angrenzende Blasen darstellen, plumpsen die gleich mit runter. Weiterhin gibt es im gesamten Spiel Bonusblasen, mit denen z.B. komplette Zeilen auf dem Spielfeld leergeräumt werden können. Für jeden Zug steht ein begrenztes Zeitlimit zur Verfügung, außerdem neigt die Decke zum Senken, wenn man länger für ein Level braucht. Dadurch wird der verfügbare Platz geringer. Hektik kommt trotzdem kaum auf: Bust-A-Move spielt sich deutlich gemächlicher als anderer Puzzler und eignet sich daher besonders für Genreneulinge.

Puzzle_Bobble_-_Bust-A-Move_Europe.095png_thumbDie Steuerung ist erfreulich simpel gehalten, was angesichts des Gameplays aber auch kaum verwundern dürfte. Etwas nach links, ein bisschen nach rechts, und abfeuern; das ist auch schon alles. Geschafft ist ein Level, wenn alle Blasen beseitigt (und somit alle Viecher befreit) sind. Gewissermaßen kann man das Spiel als "Tetris andersrum" bezeichnen - mit zwei zugedrückten Augen. Durch immer neue vorgegebene Blasenkonstruktionen zu Beginn einer jeder Runde steigt natürlich die Herausforderung. Bis man das Modul durchgespielt hat, kann daher durchaus eine  ganze Weile vergehen. Damit man dabei nicht permanent von vorne anfangen muss, steht einem übrigens eine Passwortoption hilfreich zur Seite. Da die meisten Puzzle-Games ohne einen Multiplayer-Modus nicht komplett wären, kann man natürlich auch in Bust-A-Move zu zweit spielen: Jeder Spieler ein eigenes Spielfeld verpasst und dann tritt man gegeneinander an. Wer zuerst zu tief stapelt, geht als Verlierer vom Platz. Da kann mitunter schon einmal gepflegte Hektik ausbrechen, gerade wenn der menschliche Kontrahent das Spiel auch einigermaßen beherrscht.

Puzzle_Bobble_-_Bust-A-Move_Europe.114png_thumbGarniert wird das Geschehen von einigen netten grafischen Gags: Wenn zum Beispiel die Blasenkanone bewegt wird, dreht Bub eifrig am Zahnrad des Ausrichtungsmechanismus oder wenn eine Blase vom Spieler ins Feld geschossen wird, pustet sie Bob am anderen Ende aus einem kleinen Spuckrohr. Ansonsten gibt sich Bust-A-Move technisch eher praktisch und schlicht. Abgesehen von einigen kleinen Animationen tut sich auf dem Bildschirm so gut wie überhaupt nichts. Das Bunteste sind die verschiedenen Blasen im Spielfeld, ansonsten regiert eher grafische Tristesse. Optisch trumpft die Automatenversion in jedem Falle mehr auf, denn im Vergleich sind die Farben des SNES Ports merkbar blasser. Die Levelhintergründe sind zwar auf den ersten Blick abwechslungsreich, aber in der Regel recht Ideenlos gestaltet. Musikalisch gesehen kommt in Puzzle Bobble auch keine erschlagende Vielfalt auf; die Begleitmusik geht trotzdem schön ins Ohr und man ertappt sich so manches mal dabei, das Fahrstuhlgedudel nachzusummen. Vergleicht man die Musik jedoch wieder mit der Arcade-Version, fallen erneut merkbare Abstriche auf: Während sich in ersterer die - sowieso deutlich sattere - Musik je nach Situation verändert, bleibt sie in der SNES Version leider zu jeder Zeit gleich.

Fazit des Autors - ChristianBust-A-Move brilliert zunächst durch seine gelungene Spielidee, die ebenso simpel wie fesselnd ist. Das Spielprinzip ist bereits nach wenigen Sekunden verstanden, danach zieht einen das Spiel in seinen Bann. Knobelfreunde freuen sich insgesammt über ein gelungenes und motivierend designtes Geschicklichkeitsspiel, das seine wahren Trümpfe naturgemäß aber erst im Zweispielermodus entfaltet. Und so zweckgemäß die Technik des Moduls auch ist: Die Musik ist ein Ohrwurm, wie man ihn nicht besser komponieren könnte. Kenner werden leider sofort die technischen Abstriche beim SNES Port entdecken und auch, wer einen besonders actionreihen Puzzler sucht, ist hier eher falsch. Für die schnelle Unterhaltung ist das oberputzige Puzzle Bobble aber dennoch bestens geeignet und insgesammt ein netter Beitrag zu jeder Super Nintendo Spielesammlung.

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