Sonntag, 03 Oktober 2010 10:19

Parodius

Written by PlunderDennis
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Die Ära der 2-D Shoot'em'Ups in den 90er Jahren. Eine Ballerei folgte der anderen, aber keine stach heraus, denn in fast jedem Spiel flog man mit einem Raumschiff durch irgendeine Galaxie, ohne richtige Abwechslung. Doch im Jahre 1992 geschah es: Parodius wurde vom Entwickler Konami auf dem SNES veröffentlicht. Eine spielerische Revolution suchte die Konsolen der japanischen und europäischen Spieler heim, und unser aller Weltbild wurde drastisch verändert. Der Name Parodius wird aus dem Wort "Par-odie" und aus dem Namen "Gra-dius" gebildet. Und genau von diesem Spiel, nämlich Gradius, stammt Parodius ab - nur, dass das Leveldesign und der Storyverlauf "leicht" verändert wurden.

Screenshot So muss man sich am Anfang des Spiels zwischen vier Charakteren entscheiden: Vic Viper, welcher der Protagonist aus Gradius ist, Octopus, Twinbee - aus dem Spiel "Pop'n Twinbee" - und Pentarou - aus "Penguin Adventure". Jeder Charakter hat andere Waffen und Fähigkeiten. Während Pentarou eine Luftblase als Schild benutzt, baut z.B. Twinbee ein großflächiges Kraftfeld auf. Man fliegt mit seinem ausgewählten Charakter durch insgesamt 11 Level, die sich allesamt grundlegend in ihrem Stil unterscheiden. Das Leveldesign ist wirklich sehr gut gelungen. Es ist im höchstem Grade „eigentümlich“ und kann dank seiner guten Ideen und seinem Pfiff überzeugen: In einer Stelle des Spiels muss man zwischen den Beinen einer Zirkusballerina hindurchfliegen oder sich durch ein Schloss voller Süßigkeiten kämpfen. Jedes Level hat einen eigenen Bossgegner, wie z.B. einen Sumoringer oder einen sich duschenden Oktopus. Vielleicht heißt das Spiel deswegen "Parodius - Non-sense Fantasy".

Screenshot Die Grafik ist für SNES-Verhältnisse wirklich gut gelungen. Allerdings gibt es bei zu vielen Gegnern und Power-Ups einige Slowdowns auf dem Bildschirm, welche dennoch nicht sehr häufig auftreten. Im Eifer des Gefechts nimmt man diese kaum wahr. Die Animationen sehen schön aus und passen nahezu perfekt ins Spielgeschehen. Sie sehen nie überladen aus und es macht Spaß, sich die tollen Bewegungen der Gegner anzuschauen.

Das Spielgeschehen auf dem Bildschirm wird durch einen wirklich sonderbaren und dennoch grandiosen Sound / Soundtrack untermalt. Als Inspiration diente den Entwicklern Beethoven & Co. So wird man im späteren Verlauf von Parodius Musik aus beispielsweise "Der Nussknacker" oder "In der Halle des Bergkönigs" wiedererkennen. Die Soundkulisse befindet sich auf einem hohen SNES-Niveau. Die Effekte sind passend und das Einsetzen von Power-Ups wird durch ein kurzes Sprachsample, wie z.B. "Speed up!" bestätigt.

Screenshot Kritikpunkte an der Steuerung von Parodius sind keine zu finden, denn sie ist einfach wunderbar: Die Richtungsänderung wird auf dem Steuerkreuz vollbracht, man verschiesst seine Projektile mit einem Druck auf den B-Knopf. Dauerfeuer wurde in Parodius integriert, sodass man nicht um seine Gesundheit des Daumens bangen muss.

Glocken werden von bestimmten Gegnern hinterlassen. Sie beherbergen spezielle Fähigkeiten für einmaligen Gebrauch. Eine blaue Glocke löst z.B. eine Explosion aus, die alles Zerstörbare auf dem Bildschirm zu Grunde richtet. Eine gelbe Glocke hingegen reichert „nur“ das Punktekonte an. Bei einer gewissen Anzahl von Punkten erhält man ein Extraleben. Außerdem erlaubt es eine gelbe Glocke - im Gegensatz zu den andersfarbigen - seinen aktivierten Schild zu behalten. Diese muss allerdings noch beschossen werden, damit eine Farbänderung stattfindet.

Screenshot Parodius bietet reichlich Optionen. Der Schwierigkeitsgrad kann von 1-7 ausgewählt werden, wobei 1 das "Leichteste" ist. "7" ist ohne virtuellen Lebensverlust wohl unmöglich zu bewältigen. Außerdem kann man noch verschiedene Aspekte wie die Anzahl der Leben von Beginn des Spiels (0-9 Extraleben möglich) oder die Blizzard-Funktion einstellen. Bei einer bestimmten Anzahl von eingesammelten Power-Ups setzt diese automatische Funktion ein. Sie zwingt dem Spieler das Risiko auf, all seine Waffen und Fähigkeiten zu verlieren und alle Power-Ups noch einmal sammeln zu müssen.

Im Titelbildschirm von Parodius gibt es noch die Spielvariante "Lollipop". Ob dieser Modus ein Zuckerschlecken ist oder nicht, darüber kann man sich streiten. In diesem Modus gibt es nur ein relativ langes Level, in dem das Ziel ist, eine möglichst hohe Punktzahl zu erzielen. "Lollipop" eignet sich besonders für zwischendurch, wenn man keine Zeit oder Lust auf das "Hauptspiel" hat, welches übrigens einen Umfang von geschätzten eineinhalb Stunden aufweist. Dies hört sich sehr kurz an, trotzdem ist es für ein Shoot 'em Up der damaligen Zeit ein großes Spiel.

Fazit des Autors - PlunderDennis Richtige Alternativen zu Parodius gibt es nicht, da kein Spiel diesen Humor und eine derart witzige Spielbarkeit aufweist. Vom Spielprinzip kann man trotzdem "Super R-Type", "R-Type III" und natürlich "Gradius III" an Parodius ansiedeln. Man stelle sich nur ein Gradius vor, das mit Hilfe von Drogen entwickelt wurde. Daraus ergibt sich Parodius, was durch seine angenehme, bunte Grafik, den gelungenen Sound, die tolle Steuerung und den enorm hohen Spielspaß besticht. Wer sich dieses Spiel entgehen lässt, der verpasst ein Stück selbstironische Videospielgeschichte!

Zu Parodius könnt Ihr auch im Forum mitdiskutieren!

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