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Montag, 24 Mai 2010 21:37

U.N. Squadron

Written by LionsClaw
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Screenshot Die Firma Capcom steht für so bekannte und traditionsreiche Spieleserien wie Mega Man, Street Fighter und Resident Evil. Dabei wird häufig vergessen, dass Capcom 1991 einen der besten 2D-Shooter aller Zeiten auf das SNES portierte. UN Squadron (japanische Version: Area 88) basiert auf dem gleichnamigen Anime und bietet nun wirklich alles, was der Shooterfan begehrt.

Die Story des Spiels ist so unwichtig wie immer: Terroristen der Gruppe „Project 4“ überfallen die Welt und die UN Squadron (eigentlich sind es Söldner und nicht die United Nations) müssen sie zurückdrängen. Zu Beginn des Spiels entscheidet man sich für einen der drei spielbaren Charaktere. Shin Kazama, Mickey Scymon oder Greg Gates stehen zur Auswahl. Ihre Besonderheiten: Shin braucht weniger POWs, um sein Primärfeuer aufzuwerten, Mickey profitiert am meisten von Munitionsupgrades und Greg erholt sich schneller von Treffern.

Das Spiel bietet 10 Level, die (bis auf den ersten und den zehnten Level) in variabler Reihenfolge gespielt werden können. Im Missionsauswahlbildschirm sieht man eine Karte mit den verschiedenen Missionen. Unter anderem geht es dabei um eine Fliegerstaffel oder um ein U-Boot, das sich auf den Stützpunkt der UN Squadron zubewegt und spätestens dann bekämpft werden muss, wenn es die Basis erreicht. Außerdem sieht man noch grüne Laster auf der Karte fahren. Hinter diesen Symbolen verbergen sich Bonusmissionen, in denen man in einem knappen Zeitrahmen einen Konvoi zerstören muss. Schafft man dies, regnet es Extrageld.

ScreenshotUnd damit sind wir auch schon beim nächsten Punkt: Der Flugzeug- und Sekundärwaffenauswahl. Dem Spieler stehen 6 Flugzeuge zur Auswahl, die alle eigene Besonderheiten aufweisen: So feuert zum Beispiel die A-10 gleichzeitig nach vorne und im 45° Winkel nach unten. Andere Flugzeuge können von zielsuchenden Raketen nicht verfolgt werden. Alle unterscheiden sich in der maximalen Ausbaustufe der Primärwaffe, die mittels sogenannter POWs aufgebessert werden kann. POWs werden von abgeschossenen roten Gegnern hinterlassen. Außerdem kann jedes Flugzeug mit unterschiedlichen Sekundärwaffen ausgerüstet werden. Das Arsenal reicht von den Standardbomben über Napalm bis zum Megacrush, der alle normalen Gegner auf dem Bildschirm vernichtet. Die Flugzeuge und die Sekundärwaffen kosten Geld, das mit dem erfolgreichen Abschluss der Missionen verdient wird. Das Geld für nicht genutzte Sekundärwaffen fließt nach Abschluss einer Mission zurück auf euer Konto.

  Das eigene Flugzeug hält mehrere Treffer aus. Bei einem Treffer verfärbt sich die Energieanzeige rot und das Wort „Danger“ leuchtet für kurze Zeit auf. In dieser Phase ist der nächste Treffer tödlich. Danach füllt sich die Lebensanzeige wieder auf (aber natürlich nicht mehr komplett). In den Level sind Upgrades versteckt, die durch Beschuss in der Luft erscheinen. Dazu zählt ein Schild, Aufmunitionierung der Sekundärwaffen und ein Symbol, das alle Gegner auf dem Bildschirm zerstört.

ScreenshotAbgeschossene Gegner bedeuten Punkte, die Extraleben einbringen. Die Gegner und die eigenen Flugzeuge lehnen sich an reale Vorbilder an. So trifft man auf andere Flugzeuge, Hubschrauber, Panzer, Flakbatterien und Boote. Auch die riesigen Endgegner entsprechen zum größten Teil realen Vorbildern, zum Beispiel einer Blackbird oder einem B2 Bomber.

Die Level sind sehr schön in Szene gesetzt und bieten viel Abwechslung. Man fliegt über Waldgebiet, über der Wüste oder über dem Ozean, aber auch in höheren Gefilden oder in einer Bergfestung. Auch die Fahrzeuge und Effekte sind sehr schön gezeichnet und bringen das Szenario perfekt rüber. Die Musik zählt wohl mit zum Besten, was jemals von eurem SNES zu hören war. Die rockigen Musikstücke untermalen die Level perfekt und sorgen auch nach dem Abschalten für Ohrwürmer. Die Effekte sind okay, aber nicht sonderlich spektakulär.

Negativ fällt das Fehlen einer Autofeuer-Funktion auf. Da man eigentlich immer mit der Primärwaffe feuert, muss man im Intervall auf die Taste drücken, da nach einer Salve sonst Funkstille herrscht. Außerdem treten hin und wieder Slowdowns auf, aber nur, wenn extrem viel auf dem Bildschirm los ist.

Fazit des Autors - lionsclaw Alles in allem ist das oft übersehene UN Squadron ein hochklassiger Horizontalshooter, der von jedem SNES-Fan immer wieder gerne in die Konsole eingelegt werden wird. Der Soundtrack bleibt im Ohr und der Schwierigkeitsgrad motiviert, immer noch mal zu spielen, um ein weiteres Flugzeug zu kaufen oder eine neue Waffe auszuprobieren. Es ist einfach sehr cool, mit Greg Gates und einer A-10 den Kampf gegen Project 4 aufzunehmen. Und ein Schlachtschiff zu versenken. Oder eine Waldfestung mit Bomben zu bewerfen. Oder eine Bergfestung zu stürmen. Oder eine gegnerische Söldnerschwadron vom Himmel zu holen. Oder, oder, oder… Großartig!

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