
Willkommen auf Katakis. Katakis ist ein friedlicher Planet irgendwo in den unendlichen Weiten des Universums. Zumindest war das bisher immer so. Momentan hat das liebliche Fleckchen aber leider das sinistrale Interesse eines bösen Alien-Königs auf sich gezogen, der sich selbst etwas selbstverliebt „Herrscher über die Dunkelheit“ nennt. Im Augenblick liebäugelt der böse Bube natürlich damit, eine gigantische Alien-Armee auszusenden, sich so Katakis einzuverleiben und es in eine gänzlich unwirtliche Brutstätte des Boshaften zu verwandeln. Das Übliche.
Wer bekommt da nicht Lust, in die Haut von Bren McGuire zu schlüpfen, der als Kommandeur der Friedenstruppen von Katakis seinen Planeten vor dem Untergang retten soll? Und damit die ganze Sache nicht allzu aussichtslos wird, steckt man McGuire in den neuen Turrican-Angriffsanzug. Diese Hightech-Rüstung verleiht einem einzelnen Mann die Kraft einer ganzen Armee. Mit den zahlreichen Waffen, die der Anzug bereitstellt, sollten die zwölf immer größer werdenden Ebenen von Katakis problemlos vom außerirdischen Ungeziefer zu säubern sein.
Somit wäre schonmal geklärt, woher der Name Turrican stammt. Woher das Spiel stammt, dürfte wesentlich einfacher zu ergründen sein: Schon auf dem Amiga entzückte Turrican die Massen. Das geradlinige Jump & Shoot ballerte sich geradewegs in die Herzen der Fans und wurde daher zunächst für weitere Homecomputer (C64 etc.) umgesetzt, bevor Anfang der Neunziger gnädigerweise auch die Konsolenwelt bedacht wurde. Die SNES-Fassung Super Turrican kann als Mix aus den Amiga-Games angesehen werden. Programmiert wurde das Spiel in Deutschland vom Factor 5-Team. Super Turrican jedenfalls ist das erwartungsgemäße Sidescroll-Geballer, wie man es seit jeher kennt und liebt. Mit großem Kaliber werden auftauchende Feinde pulverisiert - dabei hängt die Durchschlagskraft Eurer Wumme von den aufgelesenen Extras ab. Wer jetzt aber meint, nur stur durchrennen zu können, hat sich geirrt: Nahezu alle Extras sind in Containern versteckt, die Ihren Inhalt nur unter Dauerbeschuss freigeben. Dazu sind die Dinger auch erstmal unsichtbar - nur, wenn sie von einer Salve getroffen werden, werden sie sichtbar.
Allerdings ist beim Containerballern Vorsicht geboten: Wer die Behältnisse zu oft befeuert, jagt sie in die Luft. Nur sind die guten Stücke auch als Treppenstufen zu höheren Ebenen oder Bonusarealen nutzbar. Von daher ist es ratsam, nicht zu oft auf die Container zu zielen. Aber Turrican kann mehr als nur stur geradeaus ballern. Springen kann er auch. Und neben seinen Standardwummen hat man ihm einen Freezer-Strahl spendiert, mit dem anrückende Feinde paralysiert werden können. Wenn es ganz dicke kommt, verfügt Turrican über einen über den kompletten Bildschirm fegenden Energiestrahl, der sämtliches Feindesvolk eliminiert. Und jetzt noch ein Schmankerl, das sich selbst Super Metroid von Turrican abgeschaut hat: Auf Knopfdruck kann sich der Recke zu einem Knäuel zusammenrollen und als Rad durch die Gegend rasen. Dabei kann Turrican auf Wunsch auch Minen legen. Gerade in dieser zusammengekauerten Haltung sind viele Passagen erreichbar, die man wegen niedriger Gänge vorher nicht erreichen konnte. Allerdings ist dieser Zustand auch nicht von Dauer - für das Rumrollen steht Euch nur eine begrenzte Energie zur Verfügung.
Buttontechnisch wird Euch nicht viel abverlangt: Auf Knopfdruck wird gesprungen und gefeuert, die Spezialwumme und der Freezer-Strahl haben einen eigenen Feuerknopf. Am Ende jedes Levels wartet natürlich der obligatorische Bossgegner; diese haben mitunter höchst unterschiedliche Angriffstaktiken und fordern Eure Fingerfertigkeit aufs Höchste. Zusätzlich setzt Euch ein Zeitlimit unter Druck: Solltet Ihr eines Eurer Leben verbrauchen, startet das Zeitlimit nicht wieder am Anfang, sondern macht da weiter, wo Ihr dahingeschieden seid. Wenn Ihr also noch 30 Restsekunden habt und fallt in einen Abgrund, habt Ihr nach dem Respawn auch nur noch 30 Sekunden. Höchst unbarmherzig, denn zu entdecken gibt es wahnsinnig viel. Überall könnten sich Container mit Extras verstecken, über die Container kann man in umfangreiche Bonusareale gelangen. Die Waffenauswahl ist vielfältig: Laserwummen, Streuschüsse oder der Bouncingball, der besonders in engen Levels gute Dienste leistet. Am Ende wartet der finale Kampf mit der Alien Queen, falls Ihr "in einem Rutsch" durchkommt: Passwörter gibt's nicht, nur Continues und zwei Schwierigkeitsgrade.
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