Geschrieben von: Moi-Même · 30. Dezember 2010 · Kategorie: Shooter

bewertungskasten_total_carnage_ohne_sternTotal_Carnage.007png_thumbWer schon immer mal in der Rolle der klassischen amerikanischen Ein-Mann-Armee gegen die bösen Osteuropäer/Mutanten/Soldaten ziehen wollte, der ist bei Total Carnage richtig. General Akhboob - eine Parodie auf Saddam Hussein - hat nach einem Krieg 1999 sein Land abgeriegelt und alle Zivilisten und Reporter als Geiseln genommen. Er züchtet nun Mutanten und weitere Grausamkeiten in seiner „Babymilch-Fabrik“. Es liegt jetzt am „Doomsday-Squad“, bestehend aus Captain Carnage (Spieler 1) und Major Mayhem (Spieler 2), diese Bedrohung auszuschalten und den General hinter Gitter zu bringen.

Der Shooter von Midway, der 1993 von den Spielautomaten auf das Super Nintendo portiert wurde, präsentiert sich in der klassischen Draufsicht. Anders als der inoffizielle Vorgänger Super Smash T.V. ist die Welt hier nicht in Bildschirme aufgeteilt, sondern das Bild scrollt langsam und zeigt dem Spieler den Weg. Apropos Weg: In den Levels kann man durch Warptore Abkürzungen nehmen oder Bonusräume erreichen, in denen neben Tonnen von Gegnern auch Extras warten.

Total_Carnage.368png_thumbGeschossen wird auf alles, was sich bewegt: Mutanten, Soldaten, Panzer, Jeeps, … die Liste lässt sich beliebig fortführen. Die Gegner kommen von allen Seiten, Verschnaufpausen gibt es fast gar nicht. Um den Gegnermassen nicht wehrlos gegenüberzustehen, liegen überall in der Landschaft Extras herum: Flammenwerfer, Raketenwerfer, stärkere Gewehre, Drohnen und Schutzschilde erleichtern das Überleben. Leider gibt es auf dem Bildschirm keine Information über den Munitionsvorrat, so dass man oft in brenzligen Augenblicken nur mit seinem Standardgewehr dasteht, welches doch sehr schwach auf der Brust ist. Lebensenergie gibt es nicht, ohne Schilde oder Drohnen ist man nach einem Treffer tot. Gott sei Dank gibt es in den Levels relativ viele Extraleben. Weiterhin findet man amerikanische Flaggen, Zivilisten und Diamanten, die Extrapunkte geben. Als letztes sind die 120 Schlüssel zu nennen, die in Total Carnage verteilt sind. Findet man alle, erhält man zum Schluss Zugang zum „Pleasure Dome“. Das dürfte allerdings nur den Wenigsten gelingen. Überhaupt dürften sich die meisten Spieler an der Ballerorgie die Zähne ausbeißen. Die Level sind sehr lang und der Gegnerstrom reißt nicht ab, zudem sind die Endbosse knackig und halten eurem Beschuss sehr lange stand. Zu zweit hat man aber eine reelle Chance, die letzten beiden Levels zumindest zu sehen.

Total_Carnage.192png_thumbGrafisch bietet das Spiel solide Kost. Die Welt und die Effekte präsentieren sich bunt und groß, alles ist klar erkennbar. Besonders detailliert sind die Todesarten der Spielfiguren, die mal von Minen hoch geschleudert werden oder sich durch Flammenwerfer in lebende Fackeln verwandeln. Die Super Nintendo-Fassung ist im Vergleich zur Automatenversion geschnitten – u.a. gibt es grünes Blut und die Dialoge in den Zwischensequenzen wurden abgeändert. Der Sound ist ebenfalls in Ordnung. Die meisten Waffen hören sich sehr gut an und die Hintergrundmusik stört eigentlich nie. Die Helden schreien wenn sie sterben und General Akhboob brabbelt in den Zwischensequenzen etwas vor sich hin, was wohl die amerikanische Vorstellung von nahöstlicher Sprache ist. Die Steuerung ist die gleiche wie in Super Smash T.V.: Mit den A,B,Y,X-Knöpfen feuert man in die entsprechende Richtung, mit den Schultertasten kann man Minen legen, die allerdings auch für den Mitstreiter tödlich sind, also Vorsicht! Total Carnage eignet sich perfekt, um nach Feierabend mal kurz den Stress abzulassen. Zu zweit macht es echt Laune, alleine wird man spätestens nach einer halben Stunde frustriert aufgeben. Durch die humorvolle Note macht das Spiel aber immer wieder Spaß.

Fazit des Autors - LionsClawDie perfekte Ballerei, um den Ärger über die Exfreundin oder den Chef zu vergessen. Mit Total Carnage kann man eigentlich nichts falsch machen – aber nur, wenn ein Kumpel in der Nähe ist und man nicht zu erpicht darauf ist, das Ende des Spiels jemals zu sehen. Der Weg ist das Ziel!

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