
Horrorfilme... Ich erinnere mich noch genau an Freitag der 13. und dessen überaus miese Spieleumsetzung. Auch andere Genrekollegen wie etwa Halloween scheiterten als Software. Da nahm sich LucasArts ein Herz und wollte sich auch in diesem Genre versuchen. So erblickte im Jahre 1993 Zombies (oder wie es hinter'm großen Teich hieß: „Zombies Ate My Neighbors“) das Licht der Welt. Das Spiel wurde damals sowohl für das Super Nintendo als auch für Segas Mega Drive releast und stand Ende Januar '94 schließlich auch in den Regalen deutscher Kaufhäuser.
Wer jetzt nun eine schaurige Gruselgeschichte erwartet, den muss ich hier leider enttäuschen. Zombies Ate My Neighbors ist von der Aufmachung her nämlich Neunziger-Trash vom Feinsten, wobei selbstredent der typische Lucas Arts-Humor an keiner Stelle zu kurz kommt. Man wählt gleich am Anfang zwischen den reichlich schrill in Szene gesetzten männlichen oder weiblichen Protagonisten aus (im 2-Spieler-Modus dann eben beide) und es ertönt ein aufs Spiel einstimmendes MUHAHA. So findet sich der Spieler auch gleich in Level 1 wieder... Der Name von diesem ist auch gleich Programm: "Zombie-Panik!"
Doch warum dann der Zusatz „Ate my Neighbours“ im Titel, wenn es nur darum geht, Monster zu plätten? Ganz einfach! In jedem Level befindet sich eine bestimmte Anzahl von Nachbarn, welche anscheinend dermaßen mit Grillen, relaxen im Pool oder Sonstigem beschäftigt sind, dass sie gar nicht mitbekommen, was eigentlich um sie herum passiert. An uns liegt es nun, diese zu retten, um anschließend ins nächste Level katapultiert zu werden. Also auf geht’s! Doch wie die Zombies erledigen? Hierfür wird euch ein ordentliches Arsenal an Waffen geboten: von einer Wasserpistole über einem Rasenmäher bis hin zu Bazookas, Kreuze oder einfach Coladosen. Deseweitern helfen euch auf Eurem Durchmarsch verschiedene Gegenstände. So könnt Ihr euch mit Hilfe von Medi-Packs heilen, durch aufblasbare Clownballons Monster ablenken oder einen der verschiedenen Tränke nutzen, der einen beispielsweise in einen Werwolf verwandelt, wodurch man sich durch Schläge die Gegner vom Leib hält. Schade nur, dass das Spiel keine Speicherfunktion besitzt. Man erhält zwar nach einem bestimmten Level stets ein Passwort, jedoch sind dann auch alle Waffen weg, sobald man die Konsole ausmacht.
Damit schließlich keine Langeweile aufkommt, wird es von Level zu Level immer schwerer und auch die Monster unterscheiden sich stetig. Hat man sich anfangs nur mit Zombies vergnügt, erscheinen auch schon bald erste Mumien, schleimartige Wesen oder meine absoluten Liebelinge, kleine Gnome, die versuchen, mit einem Hackebeil anzugreifen. Sogar Endgegner hat man hier berücksichtigt. Dann viel Spass, wenn ihr mal das riesige Baby mit Colabüchsen bewerft. Auch sehr zum Schmunzeln regen die Verweise zu Horrorfilmen oder ähnlichem an. So gibt es einen Gegner mit Ledermaske und Kettensäge, der sehr stark an den Bösewicht aus Texas Chainsaw Massacre erinnert. Auch Levelnamen wie „New Kids from the Block“ dürften einem ein Begriff sein. Grafisch gesehen ist das Spiel jetzt kein Höhepunkt. Da ist man von anderen Genre, wie es bei Rollenspielen der Fall ist, mehr gewohnt. Die Locations sind gut gewählt in Form von Vorgärten, Einkaufszentren oder einer Burg. Zombies, Mumien etc. sehen aus, wie Bestien nun mal aussehen müssen. Soundtechnisch ist das Spiel sehr abwechslungsreich. Es wird gestöhnt, geschrien wie in einem Horrorfilm, aber auch die einzelnen Musikstücke, die die Level begleiten, sind nett anzuhören. Diese allerdings wiederholen sich in einem höheren Level schonmal.
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