Geschrieben von: Moi-Même · 27. Juli 2011 · Kategorie: Shooter

bewertungskasten_sunset_riders_ohne_sternSunset_Riders.000png_thumbWestern sind äußerst beliebte Filme, die früher die Massen zusammentrommelten. Dieser Stil mit den Cowboys, den Hüten und dem Whiskey prägte die früheren Generationen. All diese bekannten Schauspieler wie z. B. Robert Redford, Charles Bronson oder auch John Wayne genießen heute noch einen hohen Kultstatus. Auch der Videospielmarkt scheute sich nicht, Games mit diesem Style zu entwickeln. Ein gutes Beispiel: Sunset Riders, 1993 von Konami entwickelt. Es stellt einen Wild West Shoot 'em up dar, das u. a. Jumpingelemente erkennen lässt.

Die Story ist nicht allzu kompliziert. Verbrecher machen den Wilden Westen unsicher; mit Hilfe (eines oder zwei) der vier Spielfiguren Steve, Billy, Bob und (oder) Cormano muss man ihnen das Handwerk legen und erhält hierfür ein Kopfgeld. Wie man sieht ist die Story recht schnell erzählt und auch nicht gerade der bedeutendste Aspekt des Spiels. Immerhin lässt sich behaupten, dass die Entwickler von Konami sich darum bemüht haben, dem Spiel eine vernünftige Story einzubauen, die dem Spielgeschehen einen gewissen Sinn verleiht.

Sunset_Riders.018png_thumbDas Gameplay von Sunset Riders ist in Sachen Schwierigkeitsgrad recht hart ausgefallen. Zwar ist dieser von leicht bis schwer einstellbar, jedoch ist auch der leichteste Schwierigkeitsgrad knüppelhart und nichts für schwache Nerven. Man kann sogar so weit gehen zu sagen dass Sunset Riders die Schwierigkeit eines Contra 3  besitzt. Als Spielfigur stehen alle vier Kopfgeldjäger mit den schon genannten Namen zur Auswahl. Diese unterscheiden sich voneinander jeweils durch ihre verschiedenfarbigen Hüte und Anzüge. Billy z. B. hat eine komplett blaue Ausrüstung, während Cormano völlig in rosa ausgerüstet ist. Zudem sind sie entweder mit Revolvern oder mit Schrotflinten bewaffnet. Der Spieler kann sich entscheiden, ob er das Wild West Abenteuer lieber alleine oder mit einem Partner angehen will. Entscheidet sich der Spieler für die erste Variante, den Singleplayer, so muss er sich wohl oder übel damit abfinden, dass er eine Menge Frustmomente durchzustehen haben wird. Bei so einer Flut von Gegnern ist man fast pausenlos unter Beschuss. Als Einzelspieler hat man es daher deutlich schwerer als zu zweit, da man das einzige Ziel der Gegner ist.

Sunset_Riders.090png_thumbWählt man jedoch die zweite Variante - den Multiplayer(Coop)-Modus der wirklich genial ausgefallen ist, kann man das Game deutlich angenehmer angehen. Außerdem ist es viel leichter möglich, die Gegner auszuschalten, da gleich zwei Protagonisten an  zur Stelle sind. Zum einen, weil doppelt so viel Schusskraft zur Verfügung steht, zum anderen, weil vier Augen mehr sehen als zwei! Und geteiltes Leid ist halbes Leid. Leid, das euch in acht abwechslungsreichen Stages serviert wird. Bevor man eine Stage betritt, erhält man einen Steckbrief des jeweils gesuchten Verbrechers, worauf auch die Kopfgeldsumme zu erkennen ist und das Zitat Dead or Alive! Mal reitet man auf Pferden und versucht dabei, seine aus einem Zug springenden Kontrahenten abzuschießen, ein anderes mal wird auf einem Canyon geballert. Die Protagonisten können außerdem ihre Munitionskraft erhöhen, indem sie verschiedene Items einsammeln. Am Ende einer jeden Stage empfängt einen dann der gesuchte Verbrecher zum Bosskampf, wie etwa der muskelbepackte "Dark Horse", auf den satte 30.000$ ausgesetzt sind und der, wie alle anderen Bosse auch, diverse Angriffsmuster drauf hat.

Sunset_Riders.027png_thumbHinsichtlich des Schwierigkeitsgrads habe ich oben bereits auf Contra 3 (Super Probotektor) verwiesen. Dies ist jedoch nicht die einzige Ähnlichkeit die Sunset Riders mit Contra (oder beispielsweise der Metal Slug-Reihe) teilt. Es bedient sich nähmlich der selben Perspektive wie die beiden anderen Shooter. Man scrollt sich (in acht Richtungen) schießend durch die verschiedenen Level und erhöht, wie schon erwähnt, seine Schusskraft mit Items. Außerdem hat es ebenfalls diese gewissen Elemente aus dem Jump'n'Run-Genre vorzuweisen, weswegen Games wie diese auch "Run and Gun" oder auch "Jump and Shoot" genannt werden. Das alles macht aus Sunset Riders gameplaytechnisch zwar ein sehr gutes Spiel, es muss jedoch trotzdem klargestellt werden, dass es nicht an die Genialität mancher Genrekollegen wie Contra III heranreicht. Wer dem monströsen Schwierigkeitsgrad (man hat keine Hitpoints; ein Schuss und man ist tot) nicht gewachsen ist, der wird vermutlich an Sunset Riders verzweifeln, denn man muss wirklich eine Menge Zeit und Übung investieren, um die vielen Frustmomente irgendwann vermeiden zu können.

Sunset_Riders.103png_thumbDie Grafik von Sunset Riders hat schöne und ansehnliche Animationen zu bieten, ein gutes Beispiel sei das Abendrot des Sonnenuntergangs, welcher auf dem Titelscreen zu bestaunen ist. Die Level sind in schönem Westernlook gestaltet und bieten dem Spieler eine echte Wild West-Atmosphäre. Man muss man sich glatt an die guten alten 60er erinnern. Jedoch hat die Grafik auch ihre Schwächen, da aufgrund technischer Beschränkungen der Entwickler die Qualität im Vergleich zur Arcadeversion nicht mehr gehalten worden konnte. Immerhin hat die SNES Version eine deutlich bessere Draufsicht zu bieten als die Mega Drive Version, die insgesamt dann doch zu farbarm ausfiel. Der Sound ist ebenfalls ganz gut ausgefallen. Aber: Dieses komische Getöse beim Abfeuern der Munition kann einem auf Dauer dann doch etwas auf den Senkel gehen. Dafür ist der Sound bei den Bosskämpfen umso besser; er verleiht dem Kampf eine gute Soundqualität, ohne allzu hektisch daherzukommen, wie es bei manch anderen Bosskämpfen in anderen Games vorkommt. Kein Vergleich zu solch grandiosen Musikstücken wie etwa bei Super Castlevania IV, aber gehobener Durchschnitt.

Fazit des Autors - Matthew SerbianboySunset Riders ist wie schon gesagt nichts für schwache Nerven. Immerhin hat es noch einen gelungenen Zwei-Spieler-Modus, der auch ungeübten Gemütern eine Chance in diesem Genre gibt. Außerdem ist das Spiel sehr abwechslungsreich und von daher auch so gut wie nie langweilig. Ich persönlich habe ziemlich positive Stunden mit dem Game verbracht und mich trotz mehrmaligem Gameover durch das Westernabenteuer durchgebissen. Wenn man sich erst mal richtig eingewöhnt hat, dann lässt man das Spiel auch nicht mehr so schnell los.

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