Geschrieben von: Moi-Même · 25. Juli 2011 · Kategorie: Action-Adventure

bewertungskasten_goof_troop_ohne_sternGoof_Troop.000png_thumbDie Zeit der 90er war die Zeit meiner Kindheit. Damals, als man für Hausaufgaben nicht länger als für das Mittagessen brauchte und hinterher zum Spielen nach draußen ging. Wenn ich daran zurückdenke - was ich sehr gerne tue - fallen mir meist auch die Zeichentrickserien von Disney ein. Bei Namen wie Chip & Chap, Käpt'n Balu, Aladdin oder Goofy & Max wird mir warm ums Herz. Die genannten Serien haben gemeinsam, dass gleichnamige Spiele auf Nintendosystemen veröffentlicht worden sind, letztgenannte unter ihrem englischen Titel Goof Troop.

Mit wahlweise Goofy oder Max unterwegs, kämpft man sich durch 5 recht kurze Level, versehen mit Puzzleelementen. Klingt langweilig und unspektakulär, ist es aber nicht, denn die Entwickler werfen einem Steine in den Weg. So sind die beiden Protagonisten selbst nur bedingt wehrlos und dürfen sich herumstehender Blumentöpfe bedienen, um die herumlaufenden Piraten auszuschalten. Richtig gelesen, Piraten - das Spiel siedelt sich auf einer Insel an, ganz untypisch für die Serie zwar, aber so nicht nur ein bloßer Abklatsch.

goof_troop3png_thumbDas Besondere sind aber die Items. Eines kann Tollpatsch Goofy (oder eben sein Sohn Max) mit sich führen. Will er ein anderes, muss er das mitgeführte zurücklassen. So ist man des öfteren dazu gezwungen, seinen zur Selbstverteidigung genutzten Enterhaken für einen Schlüssel zu opfern. Später wird ebenjener übrigens noch wichtig, um Seile über Abgründe zu spannen. Über fehlende Menge kann man nicht klagen, es kommen nach und nach noch Nutzgegenstände hinzu, ohne dass man sich erschlagen fühlt. So irrt man durch einen dunklen Raum, findet sich nicht zurecht und wird von der Gegnerschar überrumpelt. aber mit Kerze im Gepäck wächst der Lichtschein um ein Vielfaches an. Doch nicht nur an Items, auch an die Charaktere wurde gedacht. Es wäre ja langweilig, wenn beide sich ohne spürbare Unterschiede spielen lassen würden. Lulatsch Goofy als Erwachsener des Duos ist entsprechend der Kräftigere und kann Piraten mit einem Schlag... oder einem Blumentopf vielmehr ausschalten. Dafür ist der kleine Max, der zwei Blumentöpfe zerdeppern muss, flinker und spielt seine Stärken aus, wenn es gilt, an Steingeschossen vorbei zu laufen.

goof_troop4png_thumbAn Abwechslung mangelt es definitiv nicht, dafür sind ja die Puzzlefeatures da. Immer wieder wollen ein paar Steinchen in hierfür gekennzeichnete Flächen geschubst werden. Die Rätsel sind eigentlich streng genommen gar keine wirklichen Rätsel, da recht simpel gehalten, aber sie lockern das zum Teil etwas monotone Spielgeschehen unheimlich auf. Durch ruhiges Durchdenken des Steineschubsens kommt man leicht zur Lösung und darf sich gleich wieder all der Action widmen. Abgeschlossen werden die Level natürlich mit dem obligatorischen Bosskampf. Die haben mit der Serie nichts zu tun, abgesehen von Keelhaul Pete, der  Kater Karlo ähnelt. Die Bosskämpfe sind, wie ie auch der Rest des Spiels, angenehm einfach, ohne unterfordernd zu wirken. Mal muss man Fässer auffangen und Hau den Lukas nachspielen und mal einem herumwuselnden Tausendfüßler heruntergefallene Steinbrocken an den Kopf werfen. Der finale Endgegner mag unter Umständen den ein oder anderen Anlauf benötigen, ist aber auch gut schaffbar. Und sollte man einmal versagt und all seine Leben verspielt haben, steht einem nach Beenden jeden Levels ein Passwort zur Verfügung!

goof_troop1png_thumbUnbedingt erwähnen muss man an dieser Stelle in jedem Fall den Zwei-Spieler-Modus. Er ist auch der Hauptgrund dafür, dass ich diesem Spiel eine 7 gebe! Ein Spieler übernimmt Goofy, der andere Max. Die Auswahl ist frei und nicht abhängig davon, wer Spieler 1 ist. Das Spiel bleibt völlig gleich, nichts verändert sich. Der Spaß aber steigt enorm. Man muss sich absprechen, insbesondere in den Puzzlegebieten, und ebenso muss man auch vorsichtig bleiben, da nicht nur die Piraten, sondern auch der Mitspieler einen Blumentopf an den Kopf kriegen kann. Außer, er fängt ihn souverän auf und nutzt ihn dann selbst zum Werfen. Dabei bleibt das Spiel sehr fair. Hat ein Spieler all seine Leben verbraucht kann er, sobald der andere den Raum wechselt, sofort wieder ins Spiel einstiegen. Die Grafik reißt keine Bäume aus. Blumen vielleicht, denn schlecht sieht Goof Troop nicht aus. Die großen Charakteren und sehr hellen Grafiken, die das Inselgefühl mit Sommer, Sonne, Sand und Meer einfangen, lassen alles sehr stimmig wirken. Die Musik tut ihr Übriges, ohne sich zu sehr in den Vordergrund zu schieben, unterstreicht aber die positive Stimmung.

Fazit des Autors - BlechkittyAls Freund der Serie hab ich mich über das Wiedersehen mit den bekannten Charakteren gefreut. Schön, dass das Spiel auch so stimmig gemacht ist. Man kommt gut durch und freut sich über die Abwechslung durch den Wechsel von Puzzle, Action und Bosskämpfen, ohne dass es langatmig wird. Durch den Schwierigkeitsgrad auch einfach alles sehr locker. Ich kann nur noch mal den Multiplayer hervorheben. Ich hatte mit einem Freund sehr viel Spaß dabei und es hat genau die richtige Spielzeit für eine kurze Runde zwischendurch an einem ruhigen Sonntag. Genaue Absprachen beim Puzzlen, das Gelächter, wenn im Durcheinander der Action versehentlich der Partner abgeworfen wird und das lockere Zusammenspiel im Angesicht eines Endgegners blieben mir sehr positiv im Gedächtnis hängen.

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