Als Ljn 1992 das Spiel "WWF Super Wrestlemania" in herausbrachte, war das der Auftakt zu einer Serie, die jährlich eine Fortsetzung finden sollte. Die meisten Fans des Genres waren allerdings skeptisch. Aber wenn schon die Legende Hulk Hogan auf dem Cover sein Hemd zerreißt, muss das Spiel doch einfach gut sein, oder?
"WWF Super Wrestlemania" war das allererste Wrestlingspiel, das in Deutschland auf dem SNES herauskam. Die PAL Version wurde jedoch nicht wie in Amerika von Ljn, sondern von Acclaim gepublisht. Zur Verfügung standen den Entwicklern zehn Kämpfer aus der amerikanischen WWF Wrestlingszene. Diese wurden kurzerhand in drei verschiedene Spielmodi gepackt. Egal ob man nun völliger Anfänger, Durchschnittsspieler oder schon Profi ist, für jeden ist ein Schwierigkeitsgrad dabei. Es geht also los: Modul eingesteckt, Konsole gestartet und schon kann man auf dem Titelscreen Hulk Hogan mit einem entschlossenen Gesicht und dem WWF-Logo bestaunen. Die Musik passt sich gut dem bevorstehenden Match an und macht Laune auf mehr. Nachdem man ins Hauptmenü gelangt ist, muss zuerst der Einzel- oder Mehrspielermodus ausgewählt werden. Okay, nehmen wir den Einzelspielermodus. Schon kommt die erste Enttäuschung, denn es gibt nur drei verschiedene Möglichkeiten sein Match zu gestalten - entweder One on One, Tag Team oder Survivor Series.
Am Anfang eines jeden Matches werden alle Wrestler von dem Schiedsrichter vorgestellt. Beim klassischen „One on One“ treten zwei Kämpfer gegeneinander an und wer nach dem dritten Pin sich noch nicht aus dem Griff des Gegners lösen konnte, verliert. Beim „Tag Team“ wählt sich jeder Spieler zwei Kämpfer aus und im Ring darf beliebig oft durch Abklatschen gewechselt werden. Erst wenn einer der zwei gepint wurde, verliert das Team. Der Modus „Survivor Series“ bietet einen längeren und intensiveren Kampf, da jeder Spieler vier Wrestler auswählt und jeder Besiegte durch ein Teammitglied abgelöst wird, bis keiner mehr übrig ist.
Die Steuerung ist nun wirklich nicht schwer. Eigentlich ist es sowieso nicht so wichtig, ob man alles gut beherrscht, denn alles in allem geht es nur darum, wer am schnellsten z.B. beim Kräftemessen die Knöpfe drückt. Eine besondere Funktion ist das Rennen gegen die Ringseile, wobei man Schwung holt und den Gegner sodann überrennen kann. Liegt er am Boden, kann man dabei sogar auf ihn draufspringen. Wenn einer der zwei Kämpfer schließlich nur noch sehr wenig oder gar keine Energie mehr übrig hat, kann man ihn pinnen oder ihn auch noch qein bisschen uälen, indem man zum Beispiel noch die ganze Zeit auf ihn eintritt oder von den Seilen aus einen großen Sprung auf ihn drauf macht - aber aufpassen: nicht ,dass ihr ihn verfehlt und selbst mit Wucht zu Boden geht!!!
Eigentlich klingt das alles sehr verlockend, doch nach einigen Stunden allein wird das Spiel recht einseitig. Bevor man ein Match beginnen kann, müssen zuerst die Wrestler ausgewählt werden. Als erstes denkt man, das es bestimmt interessant ist, alle individuellen Möglichkeiten der zehn Wrestler (Undertaker, Hulk Hogan, Sid Justice, Ted Dibiase, LOD, Natural Disasters, Jake Roberts und Randy Savage) auszuprobieren. Aber was nützt einem das, wenn sie letztlich doch alle die gleichen Attacken und Moves haben? Nichtmal der Mehrspielermodus bietet neue Funktionen, doch mit einem Kumpel macht das Game recht Laune und das Motto lautet: "Wer drückt am schnellsten"?
Über die Grafik lässt sich streiten, da sie recht pixelig ist, aber ich finde es nicht so schlimm, da man die Bewegungen relativ gut erkennen kann. Die Kämpfer an sich sehen ganz okay aus, das Publikum ist eher schwach gezeichnet und animiert, aber im Spiel konzentriert man sich sowieso nicht darauf. Die Attacken, wenn's auch nicht so viele sind, sind ganz gut geglückt, die Stimmen jedoch sind alle gleich.
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