Geschrieben von: Moi-Même · 30. Dezember 2010 · Kategorie: Shoot'em Up

bewertungskasten_axelay_ohne_sternAxelay.020png_thumbEin durchaus bekanntes Spiel für das Super NES ist wohl „Axelay“. Beinahe überall auf der Suche nach alten Retro-Videospielen stolpert man über diesen Titel und nicht selten wird er als eines der besten Shoot'em Ups auf dem SNES diskutiert. Durchaus handelt es sich bei diesem Ballerspiel um einen Anwärter von guter Qualität, ganz unabhängig vom persönlichen Geschmack kann bzw. muss dieses Shoot’em Up zweifelsfrei als überdurchschnittlich guter SNES-Titel bezeichnet werden. Zumindest, was den direkten Vergleich der Shooter seiner Zeit betrifft.

Wie man es von Ballerspielen so kennt, ist die Story nahezu bedeutungslos: sehr geheimnisvolle und dem Spieler eindeutig feindlich gesonnene außerirdische Gegner haben es auf das Planetensystem abgesehen. Unglücklicherweise sind die Bemühungen der Aliens von Erfolg gekrönt, denn nach wochenlang andauernden, kriegerischen Auseinandersetzungen scheint ein Ende bedrohlich nahe zu sein: Die Aliens haben die Oberhand gewonnen, die Situation erscheint aussichtslos. Nahezu sämtliche Raumstationen und Raumschiffe der Raumflotte sind zerstört, mit Ausnahme der „Axelay“ ..... Und selbstverständlich ist der Spieler derjenige, der in diesem übriggeblieben Schiff sitzt.

Axelay.621png_thumbAlle verbliebenen Hoffnungen des Sonnensystems ruhen somit einzig und allein auf euch. Diese schwere Bürde kann einen wahren Helden natürlich überhaupt nicht schocken. So zögert die Axelay keinen Augenblick und düst auf und davon, in Richtung zahlreicher Feinde. Am Anfang stehen einem drei verschiedene Waffensystem zur Auswahl. Jedes mal, wenn man Spielabschnitt überstanden hat, gesellt sich eine neue Wumme dem  Waffenarsenal hinzu, sodass nach erfolgreicher Bewältigung des fünften Levels insgesamt acht verschiedene Waffen zur Verfügung stehen. So kommt es, dass neben den gewöhnlichen Schüssen zudem mächtige Bomben, gewaltige Lenkraketen, große Feuerbälle, ein durchschlagkräftiger Laser und noch vieles mehr zum Einsatz kommen. An Abwechslung sollte es demnach eigentlich nicht mangeln. Interessant ist, dass man zu Beginn eines jeden Spielabschnitts drei der Waffentypen zur Auswahl Auswahl, die generell in die Kategorien Schuss, Rakete und Bombe aufgeteilt sind. Es muss daher vorausschauend entschieden werden, welcher spezielle Waffentyp im bevorstehenden Level eine dominierende Rolle spielen soll. Ist man schwer getroffen worden, verschwindet ein Waffensystem nach dem anderen. Wenn alle drei Wummen im Eimer sind, muss man sich bedauerlicherweise schweren Herzens mit dem Game Over-Bildschirm auseinandersetzen...

Axelay.274png_thumbNicht nur die unterschiedlichen Waffenarten sind abwechlslungsreich ausgefallen, sondern auch die jeweiligen Level (bzw. deren Atmosphären), die man mit seinem Jäger durchfliegt. Zwar gibt es in Axelay lediglich fünf Level zu durchballern, diese sind  dafür aber in thematisch unterschiedlich designte Abschnitte unterteilt. Düst man zunächst durch ein gewaltig großes Asteroidenfeld, in welchem man zusätzlich Geschütztürmen und Raketen ausweichen muss, so jagt man den Feind im nächsten Level quer durch eine Cyborg-Fabrik von gewaltigen Ausmaßen. Danach geht‘s über eine düstere Mondlandschaft, welche von ekligen Krabbelviechern übersät ist, daraufhin über eine Stadt, die in Flammen aufzugehen scheint, ehe man sich mit einer Seen- und Flusslandschaft etwas näher vertraut macht. Zu guter letzt kommt es über einem beeindruckenden Lava-Areal zum ultimativen Showdown. Der Abwechslungsreichtum der Level lässt mich den geringen Umfang problemlos vergessen. Das ganze Spiel ist in jedem Augenblick derart brillant inszeniert, dass ich bei jedem neuen Abschnitt einfach nur ins Staunen gerate.

Axelay.419png_thumbOb Cyborgs, Krabbelviecher, fliegende Raumschiffe, gigantische Würmer oder auch Feuerdrachen, Zeit zum Verschnaufen hat man (wie es sich für ein Shoot'em Up gehört) so gut wie nie. Besonders imposant (und dies ist zweifelsohne ein ganz dicker Pluspunkt bei „Axelay“) sind die mächtigen Endgegner, die teils bildschirmfüllend auftreten und durchaus derart faszinieren können, dass man fast das Ballern vergisst.

Für zusätzliche spielerische Abwechslung sorgen die oft wechselnden Perspektiven, denn man hat es hier teils mit einem Horizontalshooter in 2D zu tun, dann aber wiederum mit effektreich in Szene gesetzten 3D-Passagen. Dem im Hintergrund zoomenden Spezial-3D-Chip sei an dieser Stelle gedankt. Dies sorgt für ein sehr angenehmes Spielgefühl, denn es wird der Eindruck erweckt, als flöge man beispielsweise in das Asteroidenfeld hinein. Der stete Wechsel von seitlich in 2D scrollenden Spielabschnitten und denen in 3D hat mir persönlich jedenfalls sehr gut gefallen.

Axelay.555png_thumbDie Optik ist ganz offensichtlich eine Stärke dieses Ballerspiels. Sie ist nicht gerade in der Spätzeit des Super Nintendos entstanden, denn Axelay ist bereits 1993 releast worden. So wird einem umso mehr deutlich gemacht, was durch den im Modul eingesetzten 3D-Chip in Hinsicht auf die Präsentation auch auf einer 16-Bit-Konsole bereits möglich bzw. machbar war. Allerdings sollte man erwähnen, dass das Spiel zwischendurch nicht gerade selten ruckelt, was ab und zu doch störend ist. Dafür erfreut man sich über beeindruckend in Szene gesetzte Endgegner, ein überaus farbenprächtiges Design, teils in erstaunlich hoher Auflösung gestaltete Level, die sehr räumlich wirkenden Spielabschnitte, sehr gelungene Spezialeffekte beim Abfeuern von Laser, Bomben und Raketen und nicht zuletzt die Explosionen: in grafischer Hinsicht wird einem definitiv sehr Erfreuliches geboten. Demgegenüber fällt die Soundkulisse gar nicht einmal so weit ab wie es möglicherweise zu befürchten war. Die etwas komischen Hintergrundmelodien sind wahrscheinlich eher Geschmacksache, passen aber grundsätzlich gut zu dem Gameplay.

Sehr benutzerfreundlich sind übrigens sowohl die Steuerung als auch der Schwierigkeitsgrad ausgefallen. Zwar erfordert sowohl das Manövrieren als auch das Aktivieren der unterschiedlichen Waffentypen eine Eingewöhnungsphase, zu überladen ist die Steuerung jedoch nicht. Die ersten Erfolgserlebnisse können Neulinge in erster Linie deswegen landen, weil im Optionsmenü drei unterschiedliche Schwierigkeitsgrade vorhanden sind und das unterste Niveau ausnahmsweise einmal nicht so irrsinnig schwer ist wie man es von Shoot’em Ups üblicherweise her kennt.

Fazit des Autors - RuneAlles in allem handelt es sich bei „Axelay“ für das SNES zwar nicht um ein kinderleichtes Ballervergnügen, frustrierende Erlebnisse sind aber nicht derart zahlreich wie bei sonstigen Shootern vertreten. Echten Ballerspiel-Profis bleibt jedenfalls überhaupt nichts anderes üblich als sich ausschließlich auf dem höchsten Niveau auszutoben. Ich persönlich fand dies auf jeden Fall völlig in Ordnung, so dass nämlich auch Anfänger eine faire Chance haben, tatsächlich eines Tages den Abspann sehen zu dürfen. Aufgrund seines verdienten Ruhms ist Axelay für jeden Sammler ein unverzichtbarer Pflichtkauf, aber auch allen anderen kann ich das Spiel wärmstens empfehlen

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