
Bei Clay Fighter handelt es sich um ein recht merkwürdiges Prügelspiel. Bereits nach dem ersten Kontakt mit dem Spiel dürfte man gemerkt haben, dass sich die gesamte Prügelei eher auf Fun spezialisiert. Wer jetzt schon meint, dass Clayfighter nichts für ihn sei, sollte das Spiel erst gar nicht in seine Konsole stecken, denn das grafische Design ähnelt irgendwie einer knetgummiartigen Masse. Allerdings sollte man sich letztlich nicht von dem Design abschrecken lassen, da das Spiel für echte Lacher gut ist.
Die Story von Clay Fighter klingt sehr lustig, ist aber auch relativ dürftig. Sie beginnt damit, dass in Clayland ein Knetgummi-Meteorit eingeschlagen ist und alles in absolutes Chaos versetzt hat. Ganz Clayland verändert sich auf merkwürdige Art und Weise. Aus dem Meteoriten scheinen sich Knetgummi-Figuren zu bilden. Jene Figuren sind schließlich unsere Kämpfer, welche sich in den Kopf gesetzt haben, einen Wettkampf zu organisieren - natürlich um den besten Kämpfer unter ihnen zu finden. Was für eine Story ...
Bevor ein Kampf überhaupt beginnt, kann man dem Optionsmenü einen Besuch abstatten. Dort lassen sich etwa Einstellungen zum Schwierigkeitsgrad (Easy bis Hard), Sound und der Tastenbelegung vornehmen. Zurück im eigentlichen Menü kann man sich dann entweder für den Einzelspieler-Modus oder den VS-Modus entscheiden.
Wählt ihr Ersteres, so stehen euch acht unterschiedliche Knetmännchen zur Auswahl. Der erste Gegner, der euch ins Auge fällt, nennt sich "Bad Mr. Frosty", ein grimmig dreinschauender Schneemann, dessen Spezialität es ist, auf seine Kontrahenten Schneebälle zu werfen oder im Moment der Unachtsamkeit mittels einer riesigen Schneekugel anzugreifen. Weiter geht es mit einem etwas komisch aussehenden Charakter namens "Taffy", der mit seinen langen und dehnbaren Gliedmaßen seinen Gegnern kräftig einheizt. Dann gibt es noch "Tiny", einen muskulösen Kämpfer mit einem etwas mickrigen Kopf. "The Blob" dürfte einer der schrägsten Kämpfer überhaupt sein, denn dieser besitzt die Fähigkeit, sich in Gegenstände zu verwandeln. Wenn man beispielsweise schlägt, wird er zur Faust, beim Treten zum Schuh oder nach gewonnenem Match verwandelt er sich in einen Pokal. Elvis lebt? Nein, das ist nur der nächste Charakter, "Blue Suede Goo". Dieser kann zwar nicht so gut singen wie sein Vorbild, allerdings weiß er sich besser zu wehren - mit Hilfe seiner Haartracht und seinem dicken Bauch. Die einzige weibliche Mitstreiterin nennt sich "Helga", trägt einen Wikingerhelm und ist Opernsängerin. Ihren Gegnern heizt sie ordentlich mit ihrer Stimme ein, welche sehr niederschmetternd sein kann. Der wohl Gruseligste ist "Ickybod Clay" - ein Gespenst mit Kürbiskopf und Bettlaken. Man sollte aber eher Angst vor dessen Schlägen haben, denn diese können sehr verheerend sein. Zu guter Letzt gibt es noch einen Clown, der "Bonker" genannt wird. Dieser wirft mit Torten um sich und lacht nach einem errungenen Sieg seine Gegner aus.
Der Kampfmodus ist identisch mit dem aller anderen Beat'em'Ups. Es kämpfen zwei Kontrahenten gegeneinander, bis bei einem von ihnen die Energieleiste leer oder ein bestimmtes Zeitlimit abgelaufen ist. Einziger Unterschied ist, dass wir hier anstatt einer ablaufenden Uhr eine Bombe haben, welche verständlicherweise explodiert, sobald die Zündschnur abgebrannt ist. Schläge und Tritte gibt es in drei verschiedenen Stufen (schwach, mittel und stark). Die sechs Buttons auf dem Pad sind also voll belegt. Die Tastenkombinationen zum Ausführen von Spezialmoves ähneln stark dem Prinzip von Streetfighter. Um solch eine Attacke loszulassen, drückt man meist je nach Move A, B, X, Y + Viertel- und Halbkreis auf dem Controller. Hat ein Gegner mehrere Treffer hintereinander eingesteckt, so blinkt ein kleines "K.O" auf, was bedeutet, dass dieser für einen kurzen Moment kampfuntauglich ist. Diesen Moment sollte man natürlich für weitere Special Moves und/oder harte Schläge nutzen.
Was bei Streetfighter sehr gut geklappt hat, ist hier relativ grottig. Oftmals ist alles mit Hektik verbunden, vor allem im Spielgeschehen und das, obwohl sich die Geschwindigkeit im Optionsmenü regulieren lässt. Auch frustrierend dürfte sein, dass der Gegner einen treffen kann, obwohl dessen Attacke einen nicht mal berührt hat und die eigene Attacke den Gegner nicht einmal trifft. Leider gibt es auch nicht wirklich Combos zu landen, denn es lassen sich nur sehr wenige Schläge miteinander kombinieren.
Grafisch ist alles recht bunt. Die Hintergründe sind auch mit Animationen verziert. Allerdings alles in allem recht mager. Das meiste ist eher schlicht gezeichnet und nicht wirklich herausragend. Vor allem die Schatten sind lächerlich , oder, um es auf den Punkt zu bringen, bei jedem Kämpfer identisch und schlicht rund. Der Sound aber setzt dem ganzen die Krönung auf und bewegt sich auf absolut unterdurchschnittlichem Niveau, ist er doch mehr einschläfernd denn spektakulär. Auf Dauer sind die Melodien bzw. Soundeffekte wirklich nervig.
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