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Fürs SNES wurde in Europa eine große Palette an Spielen veröffentlicht, mehr als 500 dürften es gewesen sein. Unter ihnen echte Knaller, die viele Zocker für einige Zeit an den Fernseher gefesselt haben. Die meisten waren jedoch eher mittelmäßige Titel, die anfangs Spass machten, für die man aber nach einer Weile keine Motivation mehr fand. Leider waren auch noch richtige Griffe ins Klo dabei, welche man nie unters Volk hätte bringen dürfen - so genannte Rohrkrepierer. Einer davon war Rise of the Robots - das vielleicht mieseste Beat'em Up aller Zeiten.
Ein Blick auf die Story zeigt schon, dass es sich hierbei um nichts Vielversprechendes handelt. obwohl man natürlich einsehen muss, dass bei Prügelspielen allgemein die Geschichte eher nebensächlich ist. In Rise of the Robots schlüpft man in die Rolle eines Kampfroboters, dessen Ziel es ist, anderen Maschinen den Garaus zu machen. Diese bedrohen aufgrund eines Computervirus nämlich die Menschheit. Damit sie ihren fiesen Plan nicht in die Tat umsetzen können, kämpft man gegen insgesamt sechs von ihnen. Nun ja. Sehr innovativ wirkt die Story nicht gerade, bedenkt man aber, dass es Spiele des gleichen Genre gibt die gar keine Story haben, kann man hier für Rise of the Robots vielleicht sogar noch einen kleinen Pluspunkt vermerken.
Das Spielprinzip entspricht dem eines jeden anderen Kampfspiels. Es treten zwei Kontrahenten gegeneinander an, wobei es gilt, seinen Gegner zu bezwingen und das in maximal drei Runden (es lassen sich hier auch fünf oder sieben Runden einstellen). Im Options-Menü lassen sich schließlich einige Funktionen einstellen wie Schwierigkeitsgrad, An- und Abschalten von Spezial-Moves, Controllerbelegung oder Video-Sequenzen. Man kann nun entweder gegen einen Freund oder den Computer antreten. Bestreitet man schließlich den Einzelspieler-Modus, so wird man relativ enttäuscht sein, da Rise of the Robots keine Charakternawahl kennt und man stets mit dem gleichen Roboter, jenem blauen vom Startbildschirm, kämpfen muss. Das stellt nun wirklich eine Frechheit dar.
Kurz bevor ein Match beginnt, wird der Gegner in einem kurzen Briefing vorgestellt. Dieses ist in Form eines Bildes und einigen Stichpunkten über Stärken und Schwächen realisiert worden. Daraufhin folgt noch eine kurze Sequenz des Opponenten. Energiebalken, Zeitanzeige und die Kämpfer erscheinen ... nun kann es losgehen. Doch wer jetzt glaubt, eine Palette an Schlag- und Trittmöglichkeiten zu besitzen und diese noch miteinander kombinieren zu können, der wird enttäuscht sein. Eurem Protagonisten wurden sage und schreibe vier Schlag- und Trittmöglichkeiten spendiert. Hat man im Optionsmenü Special-Moves eingestellt, so kann man eine Art Superattacke durchführen. Diese wirkt jedoch sehr dürftig und ist eher eine Schande fürs Spiel. Die Gegner haben ebenfalls nicht mehr auf dem Kasten als vier Schlag- und Trittmöglichkeiten und einen Special-Move ihrerseits. Wenn sie ihn denn mal ausführen. Zudem ist die Steuerung sehr schwerfällig und frustrierend.
Sehr ärgerlich ist auch, dass die Gegner nicht gerade leicht zu besiegen sind. Es ist nicht selten der Fall, dass der Feind den Wettkampf gewinnt. Nicht nur das, normalerweise ist man von anderen Kampfspielen gewohnt, nach einer Niederlage ein Continue zu erhalten, doch bei Rise of the Robots ist man sofort Game Over und man kann alles von Neuem beginnen. Vor allem geht schnell die Motivation verloren, wenn man sich bis zum Endgegner durchgekämpft hat und immer wieder neu beginnen muss. Leider gibt es auch keinerlei Extras freizuspielen.
Wenigstens lassen sich im VS-Modus Roboter auswählen - allerdings kann dies nur der zweite Spieler. Benutzt man den ersten Controller, so muss man stets mit dem gleichen Kämpfer spielen, mit dem man auch im 1-Spieler Modus versucht, seine Gegner platt zu machen. Hat der zweite Spieler verloren, kann dieser einen neuen Roboter auswählen, verliert aber der erste Player, steht diesem wieder nur derselbe Charakter zur Verfügung.
Grafisch ist Rise of the Robots wenigstens einigermaßen erträglich. Da wir es hier mit einer so genannten Renderoptik zu tun haben und diese damals neu war, fand Rise of the Robots immer wieder Zuspruch. Hier haben sich die Entwickler zum Glück etwas Mühe gegeben. Die Roboter, die Euch kurz vor einem Kampf in einem Briefing vorgestellt werden, sehen eigentlich recht ordentlich aus, vor allem die Videosequenzen kurz vor einem Match sind optisch auf hohem Niveau. Auch die Schlachtfelder sehen recht gut aus. Hintergründe im Render-Look sind toll gestaltet und selbst bei den beiden Raufbolden, die sich gegenüberstehen, kann man nicht meckern. Sobald aber der Kampf losgeht, offenbart sich das eigentliche Manko der Grafik. Denn einzelne Schläge und Tritte sind mangelhaft animiert. Nicht selten wirken diese stockend und abgehackt - und das nicht nur beim eigenen Kämpfer. Sogar die Bewegungsabläufe sind viel zu langsam - als wäre der Grafikchip des SNES völlig überlastet.
Auch beim Sound hat man sich wohl bemüht. Die gepressten Gitarrenklänge des Spieles sind einigermaßen authentisch. Allerdings nerven diese auch nach einer Weile, da man sich im Kampfmodus stets das gleiche Klimpern und Krächzen anhören muss. Im Großen und Ganzen aber ist der Sound noch das beste am Spiel, denn alles andere ist merklich schlechter ausgefallen.
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