
Als das Prügelspiel Mortal Kombat zum ersten Mal in die Spielhallen kam, wurde es auf Anhieb ein voller Erfolg und stellte sogar kurzzeitig Street Fighter II in den Schatten. Berühmt wurde es in den Arcadetempeln wegen einer bis dahin noch nicht gesehenen Brutalität. Die Kämpfer bluteten nach jedem Schlag völlig übertrieben doch die größten Gewaltszenen kamen, als man die Finishing Moves einsetzte, die sogenannten Fatalities. Da passierte es schon mal, dass dem Gegner einfach der Kopf abgeschlagen oder sein Herz herausgerissen wurde. Nach dem großen Erfolg des etwas fragwürdigen Spielkonzeptes gingen selbstverständlcih auch die Heimkonsolen nicht leer aus.
So erschienen Mortal Kombat auch 1993 für das SNES. Fans des Spieles wurden aber bitter enttäuscht, denn obwohl alle Konsolenumsetzungen auf den ersten Blick blutleer erschienen, konnte man mit einem Cheat den roten Lebenssaft wieder aktivieren.....außer bei der Version für das SNES. Nintendo fürchtete, dass ein solches Spiel imageschädigend sein könnte und deshalb wurde sowohl das Blut in Schweiß umgeändert als auch die brutalen Fatalities
drastisch gekürzt.
Nun kommen wir aber endlich zum Spiel selbst und blicken ein wenig auf die Story: Jahrhunderte lang wurde ein Turnier veranstaltet, indem sich die besten Kämpfer von überall her im Duell messen mussten. Der Sieger des Turniers wurde mit dem Titel „Grand Master“ geehrt. Doch irgendwann riss ein Dämon namens Shang Tsung die Herrschaft an sich und machte das Turnier zu einem Kampf auf Leben und Tod. Er nannte es Mortal Kombat und mit seinem Schüler Goro, halb Drache halb Mensch, beherrschte er es jahrhundertelang. 500 Jahre später versucht nun eine Schar von Kämpfern den Dämon zu stürzen und den Titel „Grand Master“ zu gewinnen.
Nachdem ihr einen von 7 Kämpfern ausgewählt habt (Liu Kang, Jhonny Cage, Kano, Rayden, Scorpion, Sub Zero und Sonya Blade), könnt ihr den Tournament Modus in Angriff nehmen oder im Optionsmenü einige Einstellungen verändern. Wenn ihr während der Spielfigurenauswahl oder während des Spiels auf dem zweiten Controller auf die Starttaste drückt, könnt ihr im Versus Modus spielen. Der Tournament Modus ist recht einfach aufgebaut: ihr müsst nacheinander die 6 anderen Charaktere besiegen und noch gegen Euer Spiegelbild antreten, danach kämpft ihr immer gegen zwei direkt aufeinanderfolgende Kontrahenten. Ganz am Ende erwartet euch dann noch der Drachenmensch Goro und der „Grand Master“ Shang Tsung. Habt ihr auch diese geschafft, dann seid ihr der neue Meister. Ein großer Umfang ist das nicht, aber man muss bedenken, dass es sich um eine Spielhallenumsetzung handelt, die normalerweise immer sehr kurz geraten sind.
Die Steuerung ist recht intuitiv, so bewegt ihr euch mit dem Steuerkreuz nach links und rechts, drückt ihr das Steuerkreuz nach oben, springt der Kämpfer in die Luft. Mit den Feuerknöpfen könnt ihr jeweils hohe oder niedrige Schläge bzw. Tritte austeilen, die R-Taste dient zum Blocken. An dieser Stelle sollte man noch die Fatality Moves erklären, die in der SNES Fassung leider stark geschnitten sind: Falls ihr einem Gegner die gesamte Lebensanzeige entzogen habt, fängt dieser an zu taumeln und die Worte „
Finish Him“ erscheinen. Wenn man jetzt eine bestimmte Tastenkombination eingibt, die nicht in der Move List steht, kann man den Fatality einsetzen. Jeder Kämpfer hat andere Fatalities, es ist jedoch sehr schwer, eine derartige Kombination ohne Hilfe herauszufinden, denn diese sind manchmal sehr komplex.
Die Grafik des Spiels ist auf den ersten Blick sehr gut, denn sämtliche Kämpfer wurden abgefilmt und ins Spiel übersetzt. Auf diese Weise sehen die Modelle unglaublich realistisch aus. Sieht man sich aber die Hintergründe der Arenen an, so sieht es irgendwie so aus, als ob die Kämpfer dort hineingeschnitten wurden, denn man sieht deutliche Ränder an den Figuren. Soundtechnisch kann das Spiel leider nicht überzeugen, denn dafür sind die Lieder zu eintönig, klingen blechern und da nützt auch der eigentlich passende asiatisch angehauchte Sound nichts mehr. Die Geräusche der Kämpfer wiederum sind ganz gut gelungen, auch wenn diese manchmal ein wenig übertrieben klingen.
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