Geschrieben von: Jaffar Sholva · 07. November 2010 · Kategorie: Beat'em Up

bewertungskasten_mortal_kombat_2_ohne_SternDie Mortal Kombat-Reihe gehört zu den brutalsten Spielen überhaupt auf dem SNES. So wurden der zweite und dritte Teil in Deutschland beschlagnahmt und sind es bis heute. Nicht zu Unrecht, denn der zweite Teil ist ein großes Stück brutaler als der erste, da nun Blut in Unmengen fließt und die Finishing Moves, die sogenannten Fatalities, in voller Ausführung zu sehen sind. Mortal Kombat II ist selbst für heutige Maßstäbe noch sehr brutal. Doch genau auf dieser Brutalität baut das Spiel auf. Ob es jedoch noch mehr als nur abscheuliches Gemetzel bieten kann, wird in den folgenden Zeilen hinterfragt.

Mortal_Kombat_2_E.005png_thumbWenn sie auch nicht von großer Bedeutung ist, so ist sie trotzdem vorhanden: die Story. Besonders dadurch, dass der Endgegner von Mortal Kombat etwas mit der Story zu tun hat und nun selbst als Kämpfer wählbar ist. Vor 500 Jahren wurde der Formwandler Shang Tsung vom alleinigen Herrscher der „Außenwelt“, Shao Kahn, auf die Erde verbannt. Aus dieser machte Shang Tsung mit Hilfe von Goro, einem Drachen-Menschen, eine chaotische Welt und kontrollierte dort das Shaolin-Turnier Mortal Kombat. Nur sieben Kämpfer überlebten. Doch ausgerechnet einem davon, Liu Kang, gelingt es, Shang Tsung zu besiegen. Goro ist tot und Shang Tsung kehrt voller Schmach zu Shao Kahn zurück. Dort sollte ihn aufgrund seines Versagens eigentlich der Tod erwarten. Doch er kann den Herrscher überzeugen, ihm nochmals eine Chance zu geben. So lockt er durch eine List die Erdkämpfer abermals in die „Außenwelt“.

Mortal_Kombat_2_E.001png_thumbNun könnt ihr Euch entscheiden, wessen Schicksal ihr in die Hände nehmen wollt. Wählt einen von zwölf Kämpfern um danach gegen alle anderen, eingeschlossen sich selbst, anzutreten. Nachdem ihr die elf Erdkrieger besiegt habt, seid ihr einem Kampf gegen Shang Tsung würdig. Er ist etwas stärker als die Erdkrieger, da er sich in diese selbst mit all ihren Vorzügen verwandeln kann. Außerdem agiert er etwas geschickter und schneller. War z. B. Sub-Zero in der vorherigen Runde noch ein Kinderspiel, so bereitet Shang Tsung in dessen Form euch einige Probleme. Sollte jedoch diese Hürde übersprungen sein, so erscheint eine grauenhafte, hässliche Kreatur namens Kintaro. Er stammt von derselben Rasse wie Goro ab und ist daher sehr wütend über dessen Niederlage. Voller Zorn stellt er somit auch einen viel stärkeren Gegner dar, als Goro es damals tat. Er wird wohl viele von Euch zum Verzweifeln bringen. Sollte er aber endlich gefallen sein, so seid ihr einem Kampf gegen den Oberherrscher Shao Kahn würdig. Auch er ist nicht leicht zu besiegen, besonders weil seine Attacken, genauso wie die von Kintaro, sehr mächtig sind. Jedoch besitzt er auch die gleiche Schwäche wie sein Vorkämpfer: Er ist manchmal so arrogant, dass er mitten im Kampf eine Pause einlegt und sich stolz selbst präsentiert. Das muss man sich zunutze machen, um der Schreckensherrschaft ein Ende zu bereiten.

Mortal_Kombat_2_E.287png_thumbWährend das Gameplay des Vorgängers noch unter der sehr ungenauen Steuerung litt, so glänzt Mortal Kombat II damit. Hat man einmal den Dreh raus, so ist das Durchführen der Moves ein Kinderspiel und das der Fatalities ein großer Spaß, sofern man mit der Brutalität umgehen kann und diese als Teil des Spiels akzeptiert. Horizontal und vertikal durchtrennte Körper, abgerissene Köpfe, brennende Knochen sowie viel Blut stehen an der Tagesordnung und sind die Gründe für die große Popularität des Games. Während des Fights fliegt man über den Bildschirm, setzt Uppercuts, kickt, boxt, teleportiert, schießt Feuerbälle und führt verschiedenste weitere Kombinationen durch. An Abwechslung mangelt es also überhaupt nicht.

Die Moves sind von Kämpfer zu Kämpfer verschieden und sehr abwechslungsreich gestaltet. Jeder besitzt neben zwei bis drei Fatalities noch zusätzlich einen Friendship sowie einen Babality. Die Babalities sind leider bei allen Kämpfern gleich und deswegen recht öde - man verwandelt seinen Gegner in ein Baby. Dafür entschädigen die Friendships und strapazieren teils das Zwerchfell. Statt dem Kontrahenten auf blutige Art und Weise den finalen Schlag zu verpassen, gibt man ihm den Rest, indem man ihm beispielsweise Blumen, eine Puppe oder Autogrammkarte schenkt.

Mortal_Kombat_2_E.175png_thumbUnd dann ist da eben noch der Schwierigkeitsgrad, welcher als einziger den Spielspaß etwas trüben kann. Die Voreinstellung ist Medium und bereits recht anspruchsvoll. Falls man damit überfordert ist, wählt man entweder Very Easy oder Easy. Die Hardcore-Prügelfans unter Euch wählen gleich Hard oder gar Very Hard. Um dies meistern zu können, bedarf es aber eines ungeheuren Maßes an Können und Übung. Auf Very Easy sind die ersten paar Gegner für jedermann ein Kinderspiel, denn sie laufen beliebig oft in einen Uppercut hinein. Die zwei letzten Erdkrieger vor Shang Tsung lassen sich aber bereits nicht mehr so einfach überlisten. Bei ihnen führt nur die richtige Kampftaktik zum Sieg. Shang Tsung selbst ist, wie schon anfangs erwähnt, dann etwas schwerer zu bezwingen als die Erdkrieger. Doch mit ein bisschen Übung und klugem Vorgehen alles noch machbar. Ein wirklich harter Brocken ist dann Kintaro. Es braucht schon viele Anläufe, bis man den Dreh und somit die richtige Taktik raus hat. Abschließend wartet noch Shao Kahn, der nicht weniger anspruchsvoll ist und einem wieder alles abverlangt, ehe er endlich das Zeitliche segnet.

Das Game bietet neben der Vielfalt und dem Schwierigkeitsgrad auch etwas für das Auge. Nicht nur die Fatalities sind nett anzusehen, sondern die ganze Grafik weiß, besonders verglichen mit dem Vorgänger, zu überzeugen. Dies liegt daran, dass die lebensecht animierten Kämpfer sehr gut in Szene gesetzt worden sind und man sich einigermaßen Mühe bei der Gestaltung der Arenen gegeben hat. Einige von diesen, um genau zu sein drei von insgesamt zehn, bieten außerdem noch einen spezifischen Fatality. So kann man den Gegner in die Säure schleudern, die Schlucht hinabwerfen oder in die Stacheln an der Decke befördern. Wem das immer noch nicht genügt, der sollte sich mal auf die Suche nach den drei versteckten Kämpfern machen, welche man zwar selbst nicht spielen, aber gegen die man antreten kann. Wie Ihr zu Noob Saibot, Smoke und Jade gelangt, müsst Ihr allerdings selbst herausfinden - oder schaut einfach in unseren Tipps & Tricks-Bereich, wo Ihr noch viele weitere nützliche sowie lebensverlängernde Codes findet.

Mortal_Kombat_2_E.032png_thumbNochmal zum Schwierigkeitsgrad: Als ich Medium richtig testete, war ich schwer enttäuscht. Er ist nicht viel schwieriger als auf very easy, denn z. B. mit Liu Kang sind die Erdkrieger immer noch ein Kinderspiel, da alle in seinen Fahrradkick hineinlaufen. Nur Kitana und Johnny Cage bilden die Ausnahme, da sie etwas speziellere Geschosse haben. Doch auch diese sind zu meistern und bald steht man bei Shang Tsung. Dieser ist dann wieder so einfach wie die Erdkrieger, da er ebenfalls in den Fahrradkick von Liu Kang läuft. Nur seine vielen Totenkopffeuerbälle können gefährlich werden. Alles in allem scheint mir also der Schwierigkeitsgrad von Anfang an etwas hoch angesetzt und dann nicht wirklich konsequent weitergeführt worden zu sein. Besser wäre, besonders für Anfänger, wenn man auf very easy wirklich leichtes Spiel hätte. So könnte man sich dann in den härteren Schwierigkeitsgraden versuchen und immer mehr dazu lernen. Desweiteren erscheinen für mich - was allerdings daran liegen kann, dass ich eher ein Prügel-Anfänger bin - die Charaktere etwas unausgeglichen. Liu Kang ist für mich der stärkste, da er sehr gute Moves hat und bei Kintaro doppelt so viel Schaden anrichtet wie die anderen Kämpfer. Aber wie gesagt, ich bin nicht der Profi in Beat’em Ups und daher mag es sein, dass alle anderen Kämpfer genau so gut wie Liu Kang sind, ich sie nur nicht richtig im Griff habe.

Fazit des Autors - Jaffar SholvaMortal Kombat II bietet alles, was das Beat’em Up-Herz begehrt. Zwölf verschiedene Kämpfer, abwechslungsreiche Moves, versteckte Gegner, gute Grafik sowie Soundeffekte und Codes en Masse. Die Fatalities & Co. machen einen großen Teil vom Spiel aus und geben ihm erst die richtige Würze. Ich kann dieses Spiel also jedem empfehlen, auch wenn es schwer ist an dieses überhaupt ranzukommen.