Geschrieben von: Moi-Même · 29. Juli 2011 · Kategorie: Beat'em Up

bewertungskasten_bishin_zoku_ohne_sternchronomooglebishindensetsuzokuthelepng_thumb The Legend of Bishin Zoku ist eine sehr interessante Genremischung. Seid ihr bereit für etwas total kurioses? Dann zieht euch das mal rein: Dieses Spiel nimmt Racing-Elemente wie in F-Zero und kombiniert sie mit einem Beat 'em Up-System ähnlich dem von Final Fight. Ich weiß, das klingt im ersten Moment völlig unvorstellbar. Wie funktioniert also so eine ungewöhnliche Beziehung zwischen zwei gänzlich verschiedenen Genres letztendlich? Ich empfehle dringlichst, einfach weiterzulesen, denn das werde ich im Verlauf des Reviews schon noch aufklären.

Die Story kapiert man - trotz Japanisch - durch das reine Betrachten der Cutscenes: Der Welt droht die Zerstörung während eine neo-punkige Athmosphäre herrscht. Am Anfang wählt ihr zwischen einen männlichen und einem weiblichen Charakter, nach dem Introlevel wird dann der jeweils andere von einer Horde weiblicher, muskelbepackter Gangmitglieder entführt. In den folgenden Missionen geht es darum, die Gangoberhäubter der einzelnen Bezirke des futuristischen Japans auszuschalten, um den Partner am Ende wieder in die Arme schließen zu können. Für ein interessantes Setting ist also gesorgt.

bishindensetsuzokuthelee3png_thumbDie Racing-Abschnitte in The Legend of Zoku sind keine wirklichen Rennen wie man sie sonst von diesem Genre gewohnt ist, sondern viel mehr ein Wettlauf gegen die Zeit. Während ihr versucht, euer Ziel mithilfe einer sehr vagen Karte zu erreichen (an der man praktisch nur erkennen kann, ob man circa in die richtige Richtung fährt), bewegt ihr euren Wagen durch labyrinthartige Straßensysteme und versucht möglichst wenig Schaden dabei zu nehmen. Aggressive Gangrowdys gibt es auf den Straßen von Zoku nämlich zumeist massenweise, da hilft in der Regel nur geschicktes Ausweichen. Wird der Wagen gerammt, so verfärbt sich eure Schadensanzeige langsam Richtung rot und nach einer Weile raucht euch die Kiste weg. Wird euch die Kiste zu sehr durchgeschüttelt, so fliegt der Protagonist aus den Wagen und er muss sich erst wieder den Weg zum Wagen freikämpfen, was euch wertvolle Zeit und eventuell sogar Lebensenergie kostet, die ihr für den Boss ziemlich gut gebrauchen könnt. Insgesamt bietet euch das Spiel mit seinem System also drei unterschiedliche Möglichkeiten zu versagen: Kaputtes Auto, toter Charakter oder abgelaufene Zeit. Na, das kann ja heiter werden.

bishindensetsuzokuthele5png_thumbUnd allerdings: der Schwierigkeitsgrad von Zoku ist alles andere als einfach. Besonders die Racing-Levels mit ihren vielen Sackgassen und Irrwegen können ungeduldige Spieler geradezu in den Wahnsinn treiben.Besser, ihr freundet euch mit dem Game Over-Screen an. Glücklicherweise stehen unendlich Continues zur Verfügung. Die Prügelabschnitte geben dem Spieler 2 Schlagarten, die Möglichkeit zu Springen und zu Blocken sowie ein paar Special-Moves mit auf dem Weg. Während die normalen Gegner relativ leicht zu verkloppen sind und euch eigentlich nur Zeit kosten, haben die Endgegner  ein kleines Repertoire an verschiedenen, teilweise sehr starken Attacken zu bieten. Zudem lassen sich auf den Straßen Repairkits und Boosts für den Wagen finden, die das Roadtrip-Leben während der Racing-Abschnitte deutlich erleichtern können. Erfreulicherweise kann man also sagen, dass Zoku zwar nicht den ultimativen Tiefgang beider Genres bietet, aber sich durchaus Mühe gibt, dem Spieler einen gewissen Tiefgang zu bieten. Zudem ist das Spiel recht umfangreich und hat genügend abwechslungsreiche Level zu bieten, um einen lange zu fesseln.

bishindensetsuzokuthele2png_thumbUnd wie sieht es mit der Technik aus? Grafisch pendelt Zoku wohl irgendwo in der oberen Mittelklasse, die Fahrabschnitte sind grafisch zwar sehr abwechslungsreich, können aber nicht mit der Detailverliebtheit eines F-Zero oder den Top Gear Titeln mithalten. Die Beat 'em Up-Abschnitte haben hingegen detailverliebte, hübsche Hintergründe zu bieten, aber die Sprites sind deutlich kleiner als in vielen anderen Beat 'em Ups. Zu den Animationen muss man allerdings sagen, dass sie erste Sahne sind und das Spiel kommt zudem komplett ohne Slowdowns zurecht (nicht immer selbstverständlich, man denke nur an Final Fight 1). Der Soundtrack ist recht simpel gehalten, kann aber dennoch mit seinem rockigen Stil überzeugen. Besonders die Soundeffekte stechen hervor während man sich auf der Straße gegen rammende Gegner wehrt oder in den Beat Em Up Abschnitten ordentlich die Fäuste fliegen lässt, die Gegner unter erschöpften Stöhnen zusammensacken oder der Held nach einem gewonnenen Kampf "Alright!" ruft. Der Soundtrack ist actionreich und untermauert das Spiel recht gut. Ohrwurmtauglich oder einzigartig wären aber die falschen Worte um ihn zu beschreiben.

bishindensetsuzokutheleb4png_thumbDie Zusammenarbeit beider Genres funktioniert auf jeden Fall relativ gut und geht fließend ineinander über, ohne dass man sich von einer Spielwelt zu einer anderen geboxt fühlt. Das Spiel hat nur leider auch seine Ecken und Kanten. Ein Coop-Modus wäre cool gewesen; stattdessen gibt's einen VS-Modue à la Streat Fighter. Dass die Kämpfe dort nicht einmal annähernd mit dem Genreking mithalten können ist wohl klar. Bei den Racer-Abschnitten fehlt der Multiplayer hingegen gleich ganz. Zudem kann die Frustration in den Racingleveln manchmal ziemlich groß werden, wenn man nach dem 5. Versuch einfach nicht den Ausgang findet und man sich in den verwurzelten Levels nicht zurechtfindet. Ein paar mehr verschiedene Gegnerarten für die Beat Em Up Abschnitte wären außerdem auch nicht verkehrt gewesen. Zu guter letzt muss ich das fehlen eines Passwortsystems beklagen, das Spiel ist alles andere als kurz und jedes mal nach dem Ausschalten von vorne anzufangen kann durchaus nervig sein. Zumindest bietet das Spiel mit seinen unterschiedlichen Enden je nach Schwierigkeitsgrad und 2 verschiedenen Charakteren etwas Wiederspielwert.

Fazit des Autors - ChronoMoogleThe Legend of Bishin Zoku ist eine gewagte Genremischung und alleine durch seine Einzigartigkeit schon eine sehr schöne Ergänzung für jede Super Nintendo Sammlung. Auch wenn einige Kleinigkeiten verbesserungswürdig sind, weiß das Spiel immer noch zu überzeugen und dürfte jeden einigermaßen frustresistenten Fan von mindestens einen der beiden Genres problemlos ein paar schöne Stunden bereiten.

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