
Metro City. Ein schönes Fleckchen Erde. Wenn da nicht diese ganzen Gangs wären, die die Kriminalitätsrate in neue Rekordhöhen treiben und für mächtig miese Stimmung in der Bevölkerung sorgen! Nix als Ärger für den ehemaligen Profiwrestler Haggar, der seit einiger Zeit Bürgermeister Metro Citys ist. Bereits in Final Fight 2 musste er gemeinsam mit Maki und Carlos die Reste der Mad Gear Gang von der Landkarte kloppen, und kaum sitzt er in seinem Büro und freut sich auf ein Fläschchen Whiskey, kommen die nächsten Querulanten um die Ecke.
Die Skull Cross Gang hat sich als die neue aufstrebende Gruppierung böser Buben in Metro City etabliert und zettelt in Downtown immer wieder Aufstände an. Das passt dem Bürgermeister natürlich gar nicht, und so reaktiviert er seinen alten Kumpel Guy, schnappt sich Detective Lucia von der Metro City Special Crimes Unit und Dean, einen Straßenkämpfer, dessen Eltern von Mitgliedern der Skull Cross Gang dahingemeuchelt wurden. So ziehen die Vier los, um jede Menge Gangmitglieder zu vermöbeln und den Obermotzen dermaßen die Nase zu verbiegen, auf dass dieser Spuk ein Ende hat.
Einen der Heroen sucht man sich aus, bevor der prügelintensive Weg durch sechs Levels und zwei Bonuslevel beginnt, gestartet wird im örtlichen Polizeirevier, bevor es im Hauptquartier der Skull Cross Gang zum finalen Showdown kommt. Anders als in den Vorgängerspielen, bietet Final Fight 3 eine weitaus größere Variationsmöglichkeit, den Gegnersprites den Kiefer auf links zu kloppen. Neben den charakterspezifischen Spezialattacken, die nur unter Verlust von Lebensenergie eingesetzt werden können und Kennern der Prequels sattsam bekannt sind, gibt es im dritten Teil die Möglichkeit, ähnlich wie in Captain Commando zu dashen und entsprechend Dash Attacks respektive Jump Dash Attacks auszuführen. Gegner packen kann man jetzt auch von hinten, vorzugsweise um Griff- oder Wurfattacken durchzuführen. Brandneu ist jetzt die kleine blaue Leiste, die sich mit steigernder Prügeleffizienz solange füllt, bis dort ein SUPER aufleuchtet. Ähnlich wie in Street Fighter kann man dann eine kraftvolle Spezialattacke durchführen und mal so richtig die Knochen knacken lassen. Lässt man die Anzeige allerdings zu lange unbenutzt, fällt sie automatisch auf Null.
Äquivalent zum Vorgänger gibt es natürlich wieder jede Menge Kisten zu zerkloppen, in denen sich diverse Imbisse zum Energie auffüllen finden, Gegenstände zum Punkte sammeln oder schlichtweg kleinere Waffen wie Käsemesser, Rohre oder sonstiges. Jeder Charakter hat eine Lieblingswaffe, mit der man besonders schön anzuschauende Spezialmoves vollführen kann. Guy hat sich beispielsweise aufs Nunchaku spezialisiert und versteht damit vorzüglich umzugehen. Am Ende jedes Levels wartet ein Stage Boss, den es zu beharken gilt. Diese Kämpfe wie auch das gesamte Spiel können sowohl alleine als auch zu zweit im Coop-Modus gespielt werden. Neu: Auf Wunsch steuert der Computer im Single Player-Modus einen zweiten Kämpfer. Die Klopperei geht flüssig von der Hand: Springen und schlagen, mehr braucht es nicht. Für die Spezialattacken empfiehlt sich ein Blick in die Anleitung, durch blindes Umherprobieren wird man die Super Moves kaum herausfinden. Die enorme Schlagvielfalt macht Final Fight 3 zu einem kurzweiligen Vergnügen, die vielen verschiedenen Möglichkeiten, die gegnerischen Sprites zu verhauen, machen einfach Laune. Gerade zu zweit.
Es macht einfach riesig Laune, sich durch die Levels zu prügeln, zumal die Gegnerschar sich nahezu widerstandslos auseinanderkloppen lässt. Der Schwierigkeitsgrad ist wirklich lächerlich niedrig, hier kommen sogar Joypadlegastheniker schnell zum Erfolg. Die Levelbosse erfordern etwas mehr Geduld als das Fußvolk, sind aber im Endeffekt auch nur besseres Kanonenfutter. Das perfekte Spiel nach einem anstrengenden Tag im Büro: Effektvoll und variantenreich alles vertrimmen, was sich bewegt, ohne Rücksicht auf Verluste. Durch das flüssige und gelungene Gameplay ist der Coop-Modus ebenfalls eine Wucht, abgesehen davon, dass das Ganze bei zwei menschlichen Akteuren natürlich noch einfacher wird als es ohnehin schon ist. Grafisch ist der Titel wunderbar in Szene gesetzt, mit großen Sprites und einer Vielzahl von Animationen, musikalisch dagegen gehen einem die levelspezifischen Hintergrundmusiken bald schon tierisch auf den Wecker und der Griff zur Stummschalttaste kommt zügig. Sammler sollten sparen: Die PAL-Version ist kaum mehr zu bekommen und ging bereits für die stramme Auktions-Endsumme von 560,55 Euro weg.
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