Geschrieben von: Moi-Même · 30. Dezember 2010 · Kategorie: RPG

bewertungskasten_bof2_ohne_sternbof2.003png_thumbWenn es eine Sache gibt, die das SNES auszeichnet wie sonst nichts anderes, dann sind es die erstklassigen Rollenspiele oder kurz "RPGs". Eines dieser erstklassigen Genrevertreter dürfte wohl auch Breath of Fire 2 sein. Insgesamt erschienen zwei Teile der Breath of Fire-Reihe für das SNES, jedoch schaffte es nur der zweite Teil bis nach Europa. Das Spiel wurde allerdings nie richtig lokalisiert und ist aus diesem Grund komplett in Englisch gehalten. Deshalb wäre es nicht schlecht, wenn man der englischen Sprache wenigstens halbwegs mächtig ist.

Zu Beginn des Spieles machen wir gleich Bekannschaft mit dem jungen Helden des Spiels. Wie immer handelt es sich um den blauhaarigen Knaben Ryu. Während der ersten Spielminuten bekommen wir gleich einen Einblick in eines seiner einschneidendsten Kindheitserlebnisse: Auf dem Weg, die sterblichen Überreste eines Drachens zu bestaunen, fällt unser Held plötzlich in einen tiefen Schlaf. Als er anschließend erwacht und wieder in seinem Dorf ankommt, hat sich unerklärlicher Weise alles verändert. All seine Verwandten sind auf einmal wie vom Erdboden verschwunden, weshalb unser Protagonist von einem Moment auf den anderen zum Vollwaisen bof2.056png_thumbwird. Aber nicht nur das! Irgendwie scheint sich keiner von den übrigen Dorfbewohnern an ihn oder seine Verwandschaft zu erinnern, geschweige denn an ihr mysteriöses Verschwinden. Der Kuriositäten nicht genug, macht Ryu kurz darauf Bekanntschaft mit einem bösen Dämonen, der ihn zunächst als "das Kind des Schicksals" betitelt und kurz darauf K.O. schlägt.

Zehn Jahre später - Ryu ist nun 16 und bestreitet als Dieb seinen Lebensunterhalt - scheint sich die Welt abermals 180° gedreht zu haben, denn mächtige Drachenclans wüten im Land. Wie sich freilich bald rausstellt, ist unser Held ein Nachkomme dieser Clans. Weil sich die Situation in der Welt von Tag zu Tag zu verschärfen scheint, und der Dämon von einst ihn ja "Kind des Schicksals" nannte, macht sich Ryu auf große Weltrettungsreise. Das mag zunächst kaum wie eine interessante Geschichte klingen, mit der Zeit schließen sich euch aber einige neue Mitstreiter an, welche die Handlung mit ihren eigenen Hintergrundgeschichten aufhübschen.

bof2.142png_thumbIm Gegensatz zu Breath of Fire I ist die Charakterisierung eurer Mitstreiter wirklich gelungen. Jeder Mitstreiter hat einen eigenen Hintergrund und im Laufe der Geschichte erfahrt ihr immer mehr über sie. Die einzelnen Handlungsstränge sind dabei so manches mal mit denen der anderen Charaktere verflochten. Jeder von ihnen besitzt ferner unterschiedliche Fähigkeiten. Unser Held Ryu beispielsweise bekämpft seine Gegner entweder mit einem Schwert oder mithilfe seiner Drachenverwandlung. Das Tigerfräulein Katt hingegen verwendet einen Stock, verfügt über einen sehr hohen Stärke-Wert und kommt ganz ohne Magie aus. Der Rhinozeross-Bulle Rand hat dafür den höchsten Verteidigungswert und macht sich deshalb in der Frontreihe gut. Nina, ein geflügeltes Mädchen welches in jedem Breath of Fire-Spiel auftaucht, beschränkt sich ausschließlich auf Magie. Das waren nur ein paar Beispiele... Insgesamt schließen sich Ryu 8 Streiter an. Jeder von ihnen bringt außerdem noch eine besondere Spezialfähigkeit mit. Somit verfügen Ryus Begleiter über die unterschiedlichsten Stärken und Schwächen, nicht zuletzt durch die massige Anzahl an Waffen und Rüstungen, die man im Spiel finden kann. 

bof2.026png_thumbDas Kampfsystem läuft rundenbasiert ab. Wie für Rollenspiele üblich, sammelt ihr dabei Erfahrungspunkte und steigt im Level auf, was wiederum die Statuswerde der Spielfiguren erhöht. Breath of Fire II arbeitet übrigens mit Zufallsbegegnungen. Dabei kämpfen vier Helden auf den separaten Kampfbildschirmen, Ryu muss dabei aber immer in der Gruppe sein. Um die anderen drei Charaktere auszuwechseln, muss man entweder in eine Stadt oder zu einem Speicherpunkt gehen. Dem Taktikelement wird das ganze Spiel über ein hohes Maß an Aufmerksamkeit gewidmet. So stehen euch unterschiedliche Formationen zur Verfügung. Ihr müsst bestimmen, welche Helden in der vordersten, der mittleren oder der hinteren Reihe kämpfen. Je nach Eignung hebt oder senkt dies ihre Effektivität. Zudem lassen sich im ganzen Spiel verteilt Schamanen finden, die eure Charaktere auf Wunsch dauerhaft in einen völlig neuen Kämpfer verwandeln. Taktische Features wie dieses sorgen nicht nur für eine erhöhte Spieltiefe, sie sind auch bitter nötig, denn Breath of Fire ist kein leichtes Spiel und Zufallskämpfe sind nicht gerade eine Rarität.

bof2.201png_thumbAuch die Präsentation kann sich sehen lassen. Die Übersichtskarte verschafft euch den nötigen Überblick. Auch grafisch wird einem viel geboten. Neben farbenfrohen Landschaften, Städten (insbesondere die Häuser) fallen die Frisuren der Helden ins Auge. Im Kampf mangelt es ebenso nicht an schönen Animationen. Gerade bei den Attacken, sowohl bei den eigenen Charakteren als auch beim Gegner, fallen diese besonders auf. Gut animierte Helden, schöne Licht- und Wassereffekte beim Ausführen der Spezialattacken oder Zaubersprüche und satte bunte Farben so weit das Auge reicht - ich bin in diesem Punkt angesichts der sehr detaillierten Optik rundum zufrieden.

Der Sound hingegen fällt im Vergleich zur Grafik etwas mager aus. Die Musikstücke untermalen zwar das Spielgeschehen und sind abwechslungsreich, allerdings gibt es keine wirklich herausragenden Musikstücke. Im Vergleich zu anderen Rollenspielen wie Lufia, Chrono Trigger oder gar der Final Fantasy-Reihe wirkt hier soundtechnisch alles etwas enttäuschend.

Fazit des Autors - RuneWer der englischen Sprache halbwegs mächtig ist, für den ist das Spiel ein Muss. Eine spannende Geschichte, sehr gute Grafik und Animationen sowie die lange Spieldauer geben dem Spiel einen mehr als positiven Gesamteindruck. Spielspaß ist hier auf jeden Fall garantiert.

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