
Die Donkey Kong Country-Reihe war wohl die Spieleserie, welche Rareware populär machte. Rare durfte bereits mit Donkey Kong Country 1 und 2 immense Erfolge verbuchen. So war es keine Überraschung mehr, als Rare gegen Ende 1996 den dritten Teil der Serie auf das SNES losließ.
Die Story ist relativ einfallslos. Im ersten Teil hatte der Fiesling King K. Rool den gesamten Bananenvorrat der Affenbande bis auf die letzte Banane gestohlen, weshalb sich Donkey Kong und Diddy Kong auf den Weg machten um dem Bananenräuber einen Denkzettel zu verpassen. Dies ließ sich King K. Rool natürlich nicht bieten, sodass er im zweiten Teil neben dem Bananenvorrat auch noch Donkey Kong heimtückisch entführte, sich allerdings auch wieder alles zum Guten wendete und Diddy und Dixie Kong ihren Freund unversehrt wieder befreien konnten.
King K. Rool jedoch lässt sich nicht kleinkriegen und hat diesmal einen Roboter erschaffen, um den Kongs ihren heißgeliebten Bananenvorrat zu stibitzen und die Welt zu erobern. Damit keiner seinen Plan durchkreuzen kann, ließ er
dieses Mal nicht nur Donkey Kong, sondern auch dessen besten Freund Diddy entführen. Doch zum Glück hat er nicht mit der Affendame Dixie gerechnet, welche sich selbstverständlich auf den Weg macht, um die beiden aus Rools Klauen zu befreien. Als ob das nicht schon genug Arbeit für sie wäre, muss sie nebenbei auf ihren Cousin Kiddy aufpassen. Mit ihm im Gepäck macht sie sich schließlich auf den Weg.
Vom Spielprinzip hat sich im dritten Teil nicht viel geändert. Durch zahlreiche Levels bahnen sich Dixie und Kiddy ihren Weg, wobei einer der beiden vom Spieler gesteuert wird und der andere als Begleitung Eure Bewegungsabläufe nachahmt. Sollte man jedoch getroffen werden, so verabschiedet sich das vom Spieler gesteuerte Äffchen und man ist gezwungen, mit dem anderen Protagonisten weiterzuspielen. Ausgenommen, man fällt in eine Schlucht, dann hat man gleich beide Affen und somit ein Leben verloren.
Wie man es auch von den Vorgängern gewohnt ist, unterscheiden sich beiden Kongs insbesondere in ihren Angriffsmöglichkeiten. Dixie greift ihre Gegner mit ihrer Haartracht an: kommt ihr ein Fiesling zu nahe, dreht sie sich einmal um die eigene Achse und fegt diesen vom Bildschirm. Zudem sind ihre blonden Haare gut geeignet, um mittels eines Propellers durch die Lüfte zu fliegen. Kiddy hingegen hat viele Ähnlichkeiten mit Donkey Kong und kann aufgrund seines Körperbaus auch schwerere Bösewichte leichter bezwingen. Seine Attacke ist ein Purzelbaum. Ist man kurz vor einem wässrigen Abgrund, kann er den Purzelbaum auch als Fortbewegungsmittel nutzen, denn berührt er während eines Purzelbaums die Wasseroberfläche, so taucht er nicht ins Wasser ab, sondern schleudert sich zurück nach oben. Fällt er anschließend wieder auf die Wasseroberfläche, so wird er abermals nach oben geschleudert, diesesmal allerdings ein wenig höher. Dies kann Kiddy Kong bis zu drei Mal machen. Ansonsten ist natürlich auch in diesem Spiel vor allem wieder punktgenaues Springen angesagt, will man in den Stages nicht frühzeitig das Zeitliche segnen.
Damit ein Level nicht schnell zu Ende ist, kann man noch einige Items aufsammeln. Ein sehr häufig vorkommender Gegenstand sind Bananen. Diese kommen entweder einzeln oder in Form einer Staude vor. Sammelt man schließlich 100 Stück von ihnen ein, erhält man ein Leben. Andere Möglichkeiten, um sich eines Lebens zu bereichern, sind die Buchstaben "K-O-N-G" - diese sind innerhalb eines Levels verstreut und müssen eingesammelt werden. Oder man sammelt Ballons ein, welche es in drei unterschiedlichen Farben gibt. Rote Ballons spendieren ein Leben, grüne zwei Leben und blaue drei Leben. Witzig dabei ist, dass diese aussehen wie der Kopf von Dixie Kong. Daneben gibt es drei verschiedene Münzen. Sogenannte "Bärenmünzen" sind Zahlungsmittel, mit denen man entweder einen der Bärenbrüder bezahlt, die in jedem Level vorkommen oder Swanky Kong, welcher sich im zweiten Teil noch als Quiz-Master versuchte. Der ist nun Entertainer und nutzt den alten Cranky Kong aus, um mit dessen Hilfe sich seine Brötchen zu verdienen, und zwar mit simplem Zielscheibenwerfen. Es gibt hier zwei Modi: Es gilt in einem bestimmten Zeitlimit die meisten Zielscheiben zu treffen oder am schnellsten eine gewisse Anzahl an Zielscheiben zu treffen.
Bärenmünzen gibt es in jedem Level zu finden. Wie man es von den Vorgängern gewohnt war, gibt es auch hier in jedem Level mindestens ein Bonuslevel zu absolvieren. Man sammelt eine bestimmte Anzahl an Bananen oder Sternen ein, tötet alle Gegner im Bonuslevel oder sucht einfach nach der Münze, welche am Ende eines jeden gelungenen Bonuslevels als Belohnung zur Verfügung steht. Diese Münzen benötigt man für einen bestimmten Bären in der "Verlorenen Welt". Dieser nimmt die Bonusmünzen als Zahlungsmittel und macht einem somit den Weg frei. Zu guter Letzt gibt es noch die aus dem zweiten Teil bekannten DK-Münzen. Diese liegen aber nicht einfach herum, sondern werden diesmal von Kremlings bewacht, welche sich jedoch nur mit Hilfe eines Metallfasses besiegen lassen. Ganz neu sind auch die Bananenvögel, auf welche Oma Wrinkly hinweist. Die komischen Geschöpfe sind auf der ganzen Welt verstreut und lassen sich meistens in Höhlen finden. Um diese befreien zu können, gibt es Kristalle in Rot, Gelb, Grün und Blau. Die leuchten in einer bestimmten Reihenfolge auf. Als Spieler hat man nun die Aufgabe diese nachzudrücken. Insgesamt gilt es 15 Stück einzusammeln. Hat man alle gefunden, erwartet einen an ganz besonderes Spektakel.
Trotz alledem wirken die Locations bekannt. Kenner der beiden Vorgänger werden hier ein wenig enttäuscht sein, denn beispielsweise fährt man in einem Jet-Ski in einer Kanalisation, was sehr stark an die Fahrt mit der Lore aus dem ersten oder die Fahrt mit der Achterbahn aus dem zweiten Teil erinnert. Alles wirkt eher wie ein Update mit einigen Neuerungen, was allerdings recht gut gelungen ist und ein neues Spielgefühl vermittelt.
Grafisch ist alles Top, man merkt, dass Rare in Sachen Render-Grafik sehr viel Erfahrungen hat. Die Grafik ist noch einen Tick besser als die der beiden Vorgänger. Die Animationen der Charakter bewegen sich auf sehr hohem Level, aber auch die Hintergründe sind noch detailreicher und realistischer geworden. Die Grafik ist mit eine der besten, die auf dem SNES geboten wird. Trotz dieser Topgrafik ist zu keinem Zeitpunkt ein Ruckeln zu vermerken. Dazu kommt noch ein fabelhafter Sound, der zu den unterschiedlichen Leveln passt. Die einzelnen Melodien wechseln sich mit atmosphärischen Klängen ab und untermalen das Spielgeschehen ausgezeichnet.
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