Geschrieben von: Moi-Même · 12. Dezember 2010 · Kategorie: Platformer

bewertungskasten_bluesbrothers_ohne_sternBlues_Brothers_The_Europe.002png_thumbJeder kennt die komplett in schwarz gekleideten Musiker Elwood und Jake - zusammen die Blues Brothers. Nach dem durchschlagenden Erfolg des Kinofilms erschien neben diversem Merchandise auch einige Jahre später eine von Titus produzierte Videospielversion für das SNES. Ob da spielerisch genauso die Post abgeht wie im Film musikalisch, möchte ich nachfolgend kurz beleuchten.

Man schlüpft in die Rolle von Elwood oder Jake, die sich auf dem Weg zu einem Konzert in Chicago befinden. Unterwegs stoßen sie auf eine Jukebox und beschließen, sich einige gute Stücke anzuhören. Doch der Musikautomat stellt sich als Falle heraus und auf der Flucht müssen sie sich u.a. durch Abwasserkanäle, Lagerhallen und Außenbezirke mehrerer Großstädte schlagen. Wie man sieht, ist die Story mehr wirr und aufgezwungen als ausschlaggebend für das Game. Jump ’n’ Run-typisch ist man hauptsächlich mit dem Beseitigen von Rasenmähern, Hunden, Schnecken, Moskitos und anderen Gestalten beschäftigt. Diese kann man durch den gekonnten Wurf von Schallplatten ausschalten. Je nachdem für wen man sich entscheidet, gibt es leichte Unterschiede in der Steuerung. Blues_Brothers_The_Europe.001png_thumbElwood kann beispielsweise höher springen, während Jake eher in der Geschwindigkeit vorne liegt.

Das Spiel ist ein klassischer Plattformer mit 34 Leveln im 1-Spieler-Modus und 25 Leveln im 2-Spieler-Modus. Es enthält sogar einige Bonusstages, in denen man z.B. auf einer Schlange reitend diverse Extraleben einsammeln kann, die quer über den Screen zwischen Hindernissen verteilt sind. Das Leveldesign ist nicht sehr abwechslungsreich, da sich erst nach ca. 5 bis 10 Leveln die Hintergründe deutlich unterscheiden. Ein Großteil des Spiels spielt sich in Lagerhallen und ländlichen Gegenden ab, wobei diese nicht an die mariotypische Qualität heranreichen.

Blues_Brothers_The_Europe.042png_thumbNatürlich gibt es auch Items einzusammeln, wie etwa Schallplatten, Noten, Jukeboxen, Pilze oder Torten. Letztere verwandeln Euren Helden beispielsweise in ein muskelbepacktes Spiegelbild seiner selbst und verleihen ihm Superkräfte. Jedoch halten sich die Zahl und vor allem der Nutzen der Power-Ups deutlich in Grenzen. Um das Spiel abzuschließen, muss man es leider, wie bei vielen alten Spielen, einfach auswendig lernen. Durch den teilweise harten Schwierigkeitsgrad verwundert das nicht weiter. Selbst mit 99 Leben kann man Probleme kriegen, den finalen Level zu Gesicht zu bekommen.

Die Grafik ist zwar recht eintönig aber doch ganz ordentlich. Besonderes Augenmerk wurde auf die Gegner und die Protagonisten gelegt, welche zwar mit Sprachausgabe aufwarten können, aber dies recht einseitig mit dem immer gleichen Spruch: „Rock’n Roll“.

Leider ist die Hintergrundmusik im Vergleich zum Film ziemlich schlecht ausgefallen. Es wiederholt sich immer wieder die gleiche nervige Musik. Um Abwechslung zu schaffen, hat Titus auch einen Zweispielermodus eingebaut, der es euch erlaubt, mit beiden Blues Brothers das Spiel zu beenden. Leider ist dieser eher misslungen, da man sich in den heiklen Passagen öfters unabsichtlich in den Abgrund schubst.

Fazit des Autors - Spartaner13Das Spiel ist, solange man nicht die Qualität des Films oder eines Mario erwartet, ein solides Jump ’n’ Run, welches sich durchaus mal in den SNES-Schacht verirren darf. Leider ist das Game nicht sonderlich motivierend und selbst der Abspann belohnt den Spieler nicht einmal ansatzweise für die Mühe, die man in das Spiel gesteckt hat. Deshalb meine Empfehlung: nur für Fans oder Trashliebhaber! Ich habe es jedenfalls beendet und bin durch meine niedrigen Erwartungen nicht enttäuscht worden. Wer jedoch lieber ein Spiel haben möchte, dass näher an den Film angelehnt ist, sollte es mit der NES-Version versuchen.

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