Geschrieben von: Christian · 11. Dezember 2010 · Kategorie: Platformer

aladdin_bwkAladdin_Germany.004png_thumbZwei Jahre nach diesem einmaligen Filmerlebnis veröffentlichte Capcom eine Videospielumsetzung der Geschichte rund um Aladdin und seine Geliebte. Aladdin, ein raffinierter Straßendieb, klaut Lebensmittel auf dem belebten Basar von Agrabah und träumt vom Reichtum, als sich seine Wege mit der verschleierten und wunderhübschen Prinzessin Jasmin kreuzen. Aladdin ist es von diesem Zeitpunkt an unmöglich, einen klaren Gedanken zu fassen und so entscheidet er sich, sie wiederzutreffen. Gemeinsam mit seinem treuen Äffchen und Gefährten Abu macht er sich auf den Weg zum Palast des Sultans. Dort angekommen wird er jedoch von Dschaffar, dem bösesten Ratgeber des Sultans, in den Kerker geworfen.

Als alter gebrechlicher Mann verkleidet befreit Dschaffar Aladdin jedoch wieder, nur um ihm einen waghalsigen Auftrag zu erteilen. Es gilt, eine magische Wunderlampe aus einer alten Höhle herauszuholen. Diese Aufgabe wird Aladdin jedoch zum Verhängnis, denn die Höhle droht einzustürzen. Verloren betrachtet er die Wunderlampe und entstaubt sie. Prompt erscheint ein Dschinni, der in der Öllampe lebte. Sofort benutzt Aladdin seinen ersten Wunsch und wünscht sich lebend aus der Höhle zu entkommen. Mit Hilfe eines fliegenden Teppichs gelingt ihm dies auch. Zwei weitere Wünsche hat er zur Verfügung, die er geschickt ausnutzt, um dem bösartigen Dschaffar das Handwerk zu legen und seine Geliebte schlussendlich zu heiraten ... .

Aladdin_Germany.057png_thumbSoviel zur Geschichte, die im Spiel wesentlich weniger komplex als im Trickfilm wiedergegeben wird. Durch Einblendung von nichtssagendem Text und Bildern wird die Story vor jedem Level weitergesponnen. Insgesamt hat das Spiel nur sechs Level zu bieten, die jeweils in ein bis zu vier Nebenabschnitte unterteilt sind. Trotz der Einteilung sind die Level viel zu kurz, womit man schlussendlich auf eine Durchspieldauer von knapp fünfundvierzig Minuten bis zu einer Stunde kommt. Nichtsdestotrotz wird man innerhalb dieser kurzen Zeit gut unterhalten.

Ihr schlüpft in die Haut von Aladdin. Begleitet von Affe Abu müsst ihr noch so gefährliche und skurrile Stellen meistern. Ob auf dem belebten Basar, in einer verlassenen Höhle, im Palast des Dschaffars, oder gar im Inneren der magischen Wunderlampe; Aladdin ist jeder Gefahr gewachsen. Besonders hervorzuheben sind die zwei Level, die man auf dem fliegenden Teppich bewältigt. Erst muss man der Lava und fallenden Felsbrocken entkommen, um später in einem Bonuslevel mit einem romantischen Flug über der Wüstenstadt Akrabah belohnt zu werden.

Trotzdem ist unser Held auf einige wichtige Hilfsmittel angewiesen. An erster Stelle wäre hier das Tuch zu erwähnen, mit welchem Aladdin über längere Abgründe gleiten kann. Äpfel, die man in rumstehenden Vasen findet, erweisen sich als außerordentlich praktisch, um die Wachen des Sultans für kurze Zeit zu betäuben oder Schlangen sowie lästige Fledermäuse zu erledigen. Sollte Aladdin doch mal getroffen werden, so kann er Brot essen, um ein Herz seiner Lebensleiste wieder aufzufüllen. Solltet ihr am Ende Eurer Kräfte angelangt sein, so hilft euch ein Hähnchen wieder neue Kraft zu schöpfen.

Aladdin_Germany.140png_thumbIn Schatztruhen lässt sich auch allerlei Nützliches finden. Da wären die magischen Lampen, durch die Aladdin ein weiteres Leben erhält oder der goldene Skarabäus. Schafft man es, diese bis zum Ende des Abschnittes mit sich zu tragen, kann man mit Dschinni eine Runde Glücksrad spielen, wo man wiederum neue Leben, Herzen oder Continues hinzugewinnen kann. Zusätzlich findet man quer durch die Level verstreut Smaragde, die einem, sofern man hundert Stück gesammelt hat, ein Extraleben bescheren. Im Laufe des Spiels lassen sich Herzen finden, mit denen ihr eure Energieleiste erweitern könnt. Sollten euch doch mal die Continues ausgehen, so helfen euch Passwörter, mit denen man sich in jeden Level zurückverfrachten kann. Wie bereits erwähnt, ist das Spiel viel zu kurz und eintönig. Rätsel gibt es gar keine, es sei denn man betrachtet das einmalige Betätigen eines Schalters als solches. Auch die Level unterscheiden sich kaum.

Abgesehen von den Abstechern auf den fliegenden Teppich muss man stets das gleiche tun. Ihr erledigt Gegner in typischer Jump'N'Run-Manier, indem ihr ihnen auf den Kopf hüpft und springt von Plattform zu Plattform. Überall verteilt befinden sich Haken oder Pfosten, an denen man sich hängen oder abspringen kann. Mal sind diese Haken als Luftballons getarnt, ein anderes Mal handelt es sich um Lampen. Lediglich drei Endgegner bietet das Modul, wovon zwei unheimlich einfach zu besiegen sind. Der letzte Endgegner hingegen verlangt euch ein bisschen mehr Geschick ab und ist auch toll animiert.

Aladdin_Germany.117png_thumbVon der Grafik und Akustik her braucht sich das Spiel glücklicherweise nicht zu verstecken, denn Capcom hat hier wie üblich ordentliche Arbeit abgeliefert. Ständig werdet ihr von herrlich orientalischen Klängen begleitet. In den Levels wechseln immer die Hintergründe, hier haben die Entwickler nicht mit Details gespart. Mal seid ihr in düsteren Höhlen unterwegs, springt bei Tag, Abendsonne oder Nacht über die Dächer der Wüstenstadt, schleicht durch Pyramiden oder staunt über die Schatzkammer des Sultans.

Kenner und Fans des Films bzw. der Serie können sicherlich einen Blick wagen. Auch Freunde simpler Jump ’n’ Runs kommen für kurze Zeit auf ihre Kosten. Man merkt dem Spiel jedoch deutlich an, dass es an die Jüngeren unter uns gerichtet ist. Erfahrene Spieler werden unterfordert. Der Fairness wegen muss man jedoch anmerken, dass die Version des Spiels für das Sega Mega Drive grafisch sowie spielerisch ein gutes Stück besser ist.

Fazit des Autors - Christian Capcoms Spiel zum Film ist genau das richtige für die jüngere Klientel: Wunderschöne Grafiken mit zahlreichen putzigen Animationen (besonders das Äffchen Apu kann mit einigen witzigen Bewegungen aufwarten), prima Musiken und ein sehr moderater Schwierigkeitsgrad. Gerade für den schon etwas erfahreneren Zocker ist das aber auch schon das Hauptproblem: Geübte haben Aladdin in etwas mehr als 60 Minuten durchgespielt. Allerdings macht diese kurze Zeitspanne wirklich eine Menge Spaß. Aladdin läßt sich flüssig steuern, die hübschen Grafiken halten einen bei Laune. Alles in allem kann man den Kauf des Spiels auch heutzutage noch empfehlen, denn auch wenn es nur ein kurzes Vergnügen ist, so gibt es fürs SNES doch sehr viele Jump'n'Runs, die weitaus weniger Spaß machen.

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