Geschrieben von: Christian · 03. November 2010 · Kategorie: Platformer

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Skyblazer_Europe.000png_thumbJump'n'Runs glänzten noch nie durch eine richtig ausgefallenen Story, bestes Beispiel ist die Donkey Kong Country–Serie. So sollte man von der Story in Skyblazer auch nicht allzu viel erwarten. Die Dämonen Ashura und Raglan lieben Festivitäten, jedoch möchte niemand an diesen freiwillig teilnehmen. Beiden wird deshalb recht schnell langweilig und sie schicken ihre Untertanen kurzerhand los, um eine bezaubernde Prinzessin zu entführen, welche ihrer Unterhaltung dienen soll. Tatsächlich ist deren Unterfangen von Erfolg gekrönt. Ihr als Zauberlehrling könnt das nicht dulden und macht Euch schnurstracks auf den Weg, um die Prinzessin aus den Klauen der beiden Fieslinge zu befreien.

Auf einer Landkarte, ähnlich der aus Super Mario World, findet Ihr alle Festungen der bösen Dämonen, die nach und nach durch Eure Hand fallen müssen. Beim Streifzug durch die Levels machen wir Begegnungen mit verschiedenen Landschaften. So finden wir uns in den Dickichten eines Waldes und unter Wasser, auf hohen Gebirgspfaden, in Eisgebieten, in trockenen Wüsten und letztendlich in einer dunklen Behausung wieder, in welcher sich die Prinzessin befindet.

Damit Ihr der Gegnerschar nicht hilfos gegenübersteht, könnt Ihr von Anfang an Eure Opponenten mit einem dreiteiligen Karatekick bearbeiten. Wenn das nicht ausreicht, steht Euch von Beginn an ebenfalls eine einfach Zauberattacke zur Verfügung. Mit jedem Endgegner, den Ihr bezwingt, wächst aber auch Euer Arsenal an Zaubersprüchen. So könnt Ihr später beispielsweise auch als Phönix durch die Winde gleiten oder Blitze schleudern. Die Zauber erhält man, wenn man einen Obermotz, welcher am Ende eines jeden Levels auf Euch wartet, erfolgreich zur Strecke bringt. Bei jedem Endgegner erhält man einen neuen Zauberspruch. Allerdings ist unüberlegtes Draufloszaubern hier fehl am Platz. Eine auf acht Punkte beschränkte Magieleiste hält nämlich Euren Verschwendungsdrang in Grenzen. Man sollte von daher nur dort Zaubersprüche verwenden, wo es vonnöten ist; und das ist meistens bei den Endgegnern der Fall.

Skyblazer_Europe.023png_thumbDie Steuerung bereitet Euch keinerlei Probleme. Sprungpassagen lassen sich relativ einfach meistern und bei den Kämpfen sind die Frustmomente eher rar. Egal ob Schlag- oder Magieattacken, alles geht kinderleicht von der Hand. Auch die kleinen Hüpfer, die Euer Alter Ego drauf hat, sind kein großes Hindernis: An Wänden könnt Ihr Euch nicht nur festhalten, sondern sie auch in Windeseile hoch- und runterklettern. Skyblazer läßt sich ohne Probleme und große Eingewöhnungszeit spielen. Zaubersprüche und Sprungmanöver gehen flüssig von der Hand, das Spiel zockt sich wie aus einem Guß.

Die grafische Seite von Skyblazer ist allererste Sahne. So wurde unser Protagonist schön groß gezeichnet. Auch die Gegner sind sehr gut zu erkennen und die Oberbosse sind schön groß geworden. Ganz großer Pluspunkt sind auch die Effekte im Spiel. Skyblazer_Europe.035png_thumbSowohl die eigenen als auch die der Gegner, sind oberstes Niveau, was besonders bei den Zauberattacken deutlich wird. Grafisch gibt das Modul also alles. Zwar sind die Animationen der Sprites etwas mickrig ausgefallen, dafür entschädigt Sony das Spielerauge mit abwechslungsreichen Settings, prächtigen Hintergrundgrafiken und teilweise 3D-bearbeiteten Bossen. Die Stages und Sprites sind wunderschön gezeichnet, dem Genreprimus Actraiser II steht Skyblazer fast in nichts nach - grafisch gesehen. Dafür kann es mit einem weitaus humaneren Schwierigkeitsgrad aufwarten, was langfristig auch förderlicher für die Motivation ist als das knüppelharte Actraiser II.

Auch musikalisch liefert das Spiel einiges. So passen die ohrwurmigen Begleitmelodien mit ihren teilweise hektischen Rhythmen sehr gut zu den einzelnen Locations und sorgen für eine mitreißende Spielathmosphäre. Auch die Soundeffekte sind nicht von schlechten Eltern und passen hervorragend: Knackig, passend, niemals nervig. Technisch wie spielerisch also eine rundum gelungene Nummer, der seinerzeit unerklärlicherweise nie die Aufmerksamkeit zuteil wurde, die damals andere Spitzen-Jump'n'Runs genossen. Natürlich kann man auch Skyblazer noch besser machen, aber das Spiel macht schon sehr viel richtig, so dass man es guten Gewissens eigentlich als zu Recht völlig unterschätzten Titel in die Sammlung aufnehmen sollte.

Fazit des Autors - ChristianDie Landkarte aus Super Mario World geklaut? Die drehende Türme aus Super Ghouls'n'Ghosts? Mir doch egal, solange da so ein herrliches, eigenständiges Spiel bei rauskommt. Technik und Gameplay sind auf höchstem Verwöhnniveau und umschmeicheln die Sinne des Spielers. Sony hat mit Skyblazer ein absolutes Top-Game erschaffen, das leider schon damals völlig unterschätzt wurde und schnell in der Versenkung verschwand. Völlig zu Unrecht: Das Modul ist ein Hit und für jeden Action- und J&R-Fan ein absolutes Muß. Zauberhafte Grafiken auf Actraiser II-Niveau, passende Musiken und krachende Sounds: Wenn nicht nur das Gameplay, sondern auch die Technik stimmt, freut sich der Zocker erst recht. Ein entscheidender Vorteil gegenüber dem Konkurrenten Actraiser II: Skyblazer bietet einen Schwierigkeitsgrad in humanen Dimensionen, der auch weniger geübten Joypadakrobaten eine Chance gibt.