Geschrieben von: Christian · 03. November 2010 · Kategorie: Platformer

supermarioworldSuper_Mario_World_V1.0_E000png_thumbSuper Mario World erschien 1990 als erster Titel für das SNES und wurde später auch im Bundle mit einer Konsole ausgeliefert. Dabei orientierte sich Mastermind Miyamoto eindeutig am mega-erfolgreichen Super Mario Bros. 3, setzte dem ganzen Gameplay noch die Krone auf und garnierte das alles mit einer Speicherbatterie. Heraus kam eines der besten Jump'n'Runs aller Zeiten.

Die Story des Spiels bietet nichts Neues, denn man muss mal wieder die von Bowser entführte Prinzessin Toadstool retten, obwohl doch eigentlich ein schönes Picknick auf der Dinosaurierinsel geplant war. Diese ist letztendlich auch die Spielwelt und ist in sieben Bereiche eingeteilt. Jeder Bereich wird von einem der Bowserkinder bewacht, die es in Burgen zu besiegen gilt. Der Weg dorthin führt über zahlreiche Levels, von denen das Spiel insgesamt 96 Stück zu bieten hat - davon muss ein Teil aber erst durch fummeliges Suchen nach Geheimausgängen erschlossen werden. Die Langzeitmotivation ist dadurch natürlich sehr hoch, denn es werden Wochen vergehen, bis Ihr alles gefunden habt. Das Spiel hat eine Batterie und drei Speicherplätze, was angesichts des Umfangs aber auch nötig ist. Traditionell könnt aber auch wahlweise einen Zweispielermodus auswählen indem ihr mit Mario und Luigi nacheinander die unzähligen Levels durchstreift.

Das sensationelle Gameplay kommt mit drei Actionknöpfen aus. Springen und rennen, wie auf dem NES - dazu kommt der Drehsprung, denn Super Mario ausführen kann. Damit lassen sich bestimmte Blöcke zerstören, die sich von den Avancen des kleinen Marios kaum beeindrucken lassen. Die Items: Pilz, Feuerblume, Feder (damit aktiviert ihr das Cape) - bewährtes wird beibehalten. Neu: Wer schon auf einen Status hochgelevelt wurde und ein PowerUp einsammelt, bekommt nicht nur Punkte gutgeschrieben: Das Item wird in einer Box am oberen Screenrand abgelegt und kann per Druck auf die Selecttaste abgerufen werden. Sehr praktisch, wenn man wider Erwarten doch von einem Gegner in den Status des kleinen Marios zurückversetzt wurde.

Die Gegner in Super Mario World werden wirklich alle sehr hübsch präsentiert und können nun auch mit Hilfe des kleinen grünen Dinosauriers Yoshi zermalmt werden. Dieser kleine Geselle schlüpft aus grün getupften Eiern und steht Euch als Reittier zur Verfügung. Mit seinen starken Stiefeln kann er Gegner zerhüpfen, an denen sich Mario mit seinen Pantoffeln blutige Füße holen würde, mit der froschmäßig langen Zunge kann Yoshi aber auch die Gegnerschar einfach auffuttern. Dabei hat er besonderen Appetit auf Koopas: Hat er erst einmal die Panzer der Schildkröten aufgesaugt, kann er je nach Farbe des amphibischen Schutzpanzers Feuerbälle spucken oder sonstwie ins Gefecht eingreifen.

Super_Mario_World_V1.0_E001png_thumbSuper_Mario_World_V1.0_E002png_thumbEin besonderes Bonbon ist eine geheime komplette Welt, die Sternenwelt. Der Eingang zu dieser Welt ist schwer zu finden, doch jede der sieben anderen Welten hat einen Eingang zu ihr, die alle jeweils aber gut versteckt sind. Die Sternenwelt hat daher sieben Level, doch es reicht nicht einfach durch das Ziel zu gehen, denn jedes dieser Level besitzt einen geheimen Ausgang und nur dann öffnet sich der Weg zum nächsten Level. Sollte man tatsächlich alle Levels der Sternenwelt schaffen, öffnet sich ein Weg in die Special Welt. Die ist nur etwas für wahre Profis, denn die Level dort sind so schwer, dass sie kaum zu schaffen sind, sollte man aber auch diese Herausforderung bestehen, wird es Herbst im Dinosaurierland: die Farbe im Spiel wird dunkler, aber auch die Gegner stimmen sich schon auf Halloween ein und so tragen Koopas Mario Masken anstelle von Panzern und die Piranhapflanzen sind plötzlich Kürbisse - nur um mal ein paar Gimmicks zu nennen.

Technisch ist das Ganze natürlich nicht auf dem Stand eines Donkey Kong Country. Tatsächlich wirkt Super Mario World im Vergleich zu anderen SNES-Kollegen aus späteren Jahren sogar recht farbarm. Miyamoto designte allerdings alle Levels mit einer unglaublichen Hingabe und schuf unglaublich abwechslungsreiche Welten, in denen sich liebevoll gezeichnete Sprites tummeln. Insgesamt keine absolute Oberklasse, aber solide Kost mit einem Hang zum "gut" - der Detailverliebtheit sei Dank. Musikalisch fährt Mario hier die volle Bandbreite seiner geliebten Themen auf. Ob jetzt Ober- oder Höhlenwelt, Wasserlevel oder Endgegnerburg: alle Musiken sind flott und haben den typischen Ohrwurmcharakter.

Fazit des Autors - Christian Unverkennbar: Dieses Leveldesign ist den genialen Synapsen Miyamotos entsprungen. Und ob es nun 96, 97 oder sonstwieviele Stages sind, die es zu entdecken gilt: fast jede besticht durch eine ausgeklügelten Aufbau und bietet viel zu entdecken. Durch die Hereinnahme von Yoshi hat Mario jetzt noch mehr Möglichkeiten, seinen Gegnern eins überzubraten. Seine Kostüme aus Mario Bros. 3 wanderten wieder in die Kiste, dafür kann er sich jetzt ein Cape überziehen. Technisch ist das Ganze natürlich alles andere als optimal und stinkt besonders im Vergleich zu DKC massiv ab. Dennoch: Das spielerische Moment macht vieles wieder wett. Und dank Batterie bleiben stundenlange Sitzungen auch nicht umsonst.