
Ardy Lightfoot sollte dem Anschein nach ein neuer Star am Super Nintendo-Himmel werden, aber leider war diesem anscheinend nicht der gewünschte Erfolg beschieden. Schade eigentlich, denn prinzipiell präsentiert uns Titus mit diesem Jump'n'Run ein durchaus unterhaltsames Spiel mit einem sympathischen Helden: Ardy ist ein fuchsähnliches Geschöpf mit einem Pogoschwanz und Flügeln an der Mütze. Begleitet wird er von seinem besten Freund Pec, einem nicht näher identifizierbaren Tier, das irgendwie aussieht wie eine kleine, runde, blaue Kaulquappe. Süß!!
Ardy Lightfoot möchte vom Stil her möglicherweise an einen Film erinnern. Die einzelnen Level werden "Szenen" genannt, das Intro stellt uns die vorkommenden Figuren vor als handele es sich um Schauspieler. Auch gibt es im Spiel viele Zwischensequenzen. Die Geschichte beginnt jedenfalls, als Ardy und Pec in einer düsteren Höhle per Zufall auf eine mysteriöse Steintafel stoßen. Ihrer Inschrift ist zu entnehmen, dass vor langer Zeit sieben mystische Juwelen versteckt wurden, welche dem, der sie findet, jeden Wunsch erfüllen.
Wäre doch ein nettes Abenteuer, den Klunker zu suchen, nicht? Genau dies beschließen Ardy und Pec natürlich sogleich. Augenblicke später wird allerdings auch schon die nahegelegene Minenstadt überfallen und Ardy macht sich mit seinem blauen Freund auf den Weg, um die Bewohner zu retten. Was es damit wohl auf sich hat? Na klar: Dem Anschein nach sind die beiden nicht die einzigen, die dem Geheimnis der magischen Edelsteine auf der Spur sind. Die Schergen des Schurken Visconti (soll wohl irgendwie an Bowser erinnern) lauern hinter jeder Fassade und Ardy kann sich glücklich schätzchen, den treuen Pec an seiner Seite zu haben. Der kleine Kerl kann als Waffe geworfen werden und verschlingt kleinere Gegner. Im späteren Spielverlauf dient Pec außerdem manchmal als Fluggerät oder er zertrümmert im Weg stehende Felsblöcke. Ardy sollte sich aber trotzdem stets vor seinen Feinden in Acht nehmen, denn nach einem Treffer vom Gegner verschwindet Pec und Ardy muss dann solange allein zurechtkommen bis er Pec in einer der versteckten Truhen wiederfindet. Wird Ardy allerdings ohne Pec an seiner Seite von einem der Gegner berührt, so verliert er ein Leben.
Allein ist Ardy aber auch nicht wehrlos: Angreifern kann er mit einem gezielten Pogosprung böse Kopfschmerzen bereiten. Im Sprung muss man dazu den Knopf kurz loslassen, um ihn beim Landen im richtigen Moment erneut zu drücken. Ardy streckt dann seinen Schwanz nach unten und dieser dient als eine Art Sprungfeder, welche nicht nur vorteilhaft für den Kampf ist, sondern vor allem auch wenn besonders hohe Sprünge von Nöten sein sollten. Für außergewöhnlich breite Abgründe sollte man dagegen ordentlich Anlauf nehmen, indem Ardy einfach längere Zeit in die jeweilige Richtung rennt. Der kleine Held kann ferner Felsblöcke verschieben sowie mit Hilfe von Bomben, die manche Feinde zurücklassen, brüchige Wände sprengen. Diese Fähigkeiten leisten ihm gute Dienste, denn in diesem Abenteuer warten neben kniffligen Sprungeinlagen und fiesen Gegnern auch ein paar kleine Secrets auf den Spieler. Wer sorgfältig sucht, entdeckt so vielleicht geheime Abkürzungen oder versteckte Schätze. Für noch mehr Abwechslung sorgen u.a. die Fahrt auf einer Lore oder Ranken zum Klettern - auch wenn solch typische Jump'n'Run-Aufgaben langsam etwas ausgelutscht sind.
Falls Ardy mal das Zeitliche segnet, darf er von vorher aktivierten Rücksetzpunkten innerhalb der Levels neu starten. Und wenn sämtliche Leben verbraucht sind, sorgen unendlich viele Continues für weitere Chancen im Kampf gegen Visconti. Auch gibt es für jedes der siebzehn Level ein Passwort zu ergattern, sodass man nach einer Spielpause nicht ständig wieder von vorne beginnen muss. Ardy erkundet so zum Beispiel einen Wald, das Innere eines Seeungeheuers, eine uralte mit Fallen gespickte Pyramide und zu guter Letzt das Schloss des Oberbosses. Sämtliche Grafiken wurden mit Liebe zum Detail gestaltet, was sich unter anderem im Gegnerdesign bemerkbar macht. Alle Figuren sind nett animiert und gerade der Held scheint aus einem Zeichentrickfilm entsprungen zu sein. Die farbenfrohen Hintergründe wiederholen sich teilweise etwas oft, aber insgesamt kann die bunte Grafik eindeutig als gelungen bezeichnet werden. Der Sound vermag da nicht ganz mitzuhalten, denn die an sich ganz netten Stücke sind über weite Strecken nicht besonders abwechslungsreich und es gibt keine echten Ohrwürmer zu hören. Dazu kommen lediglich ein paar recht unauffällige Soundeffekte.
Ein wenig merkwürdig ist der Schwierigkeitsgrad. Besonders zu Beginn des Spiels ist Ardy Lightfoot noch sehr einfach. Sehr plötzlich kommen dann das vierte und das siebte Level mit einem gigantischen Frustpotential daher. Anschließend sinkt der Schwierigkeitsgrad dann wieder für eine Weile auf ein moderates Niveau, nur um für einen Augenblick wieder ins Lächerliche abzusinken. Gegen Ende wird das Spiel dann sogar beinahe unfair. Eine konsequente Lernkurve ist bei diesem Spiel also nicht ersichtlich. Auch sind die Jump'n'Run-Features, wie gesagt, wirklich langsam etwas ausgelutscht. An schwebenden Plattformen, Stachelgruben oder (oha!) Plattformen, die über Stachelgruben schweben ist ja absolut nichts auszusetzen, im Gegenteil. Ardy Lightfoot ist eben einfach ein sehr klassisches Jump'n'Run. Aber klassische Jump'n'Runs müssen sich eben auch an Klassikern messen lassen. Grobe Schnitzer sind hier nicht ersichtlich, Innovationen aber ebenfalls nicht. Das ist das große Problem von Ardy Lightfoot: Hüpfspiele, die auf altbewährte Mario-Features bauen und dabei vieles richtig und wenig falsch machen, gibt es schlicht und ergreifend zu Hauf.
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