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Interviews (5)

Freitag, 19 August 2011 12:12

...mit Max N. Nachtsheim (Rockstah)

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Rockstah-Nerdrevolution-Pressofoto_2Q: Max, der Release von Nerdrevolution liegt nun ein knappes Jahr zurück. Ich vermute mal, dass Du und Dein Team vom Erfolg selbst ziemlich überrascht gewesen seid. Wie beurteilst Du im Rückblick die letzten zehn Monate?

A: Die Überraschung setzte sogar schon früher ein. Als ich das Mixtape „Glamrockrapper 2“ im August 2010 kostenlos herausbrachte, was ja nur so als Warm-Up und „EY, mich gibt’s noch!“ gedacht war, ging es ja schon wirklich krass ab. Also wirklich so wie man sich das überhaupt nicht vorgestellt hatte – im positiven Sinne. Auf einmal wurde man von der Presse wahrgenommen und war Thema bei anderen Rappern, die man jahrelang nur aus dem eigenen Plattenregal kannte… das war ein schönes Gefühl. „Nerdrevolution“ hat dann schön sauber das ausgebaut, was sich davor so abgezeichnet hat. Ich spreche ja immer wieder gerne von „gesundem Wachstum“ – es hat sich sehr schön entwickelt, ist nicht überhitzt und hat mir daher viele neue Spielräume eröffnet. Ich bin echt ganz schön stolz auf das gesamte letzte Jahr. Vorallem weil ich und mein Team (Osman, Sam, Alan, Tim, Simon, etc.) das alleine geschafft haben. Das ist ein kleiner, aber sehr ehrlicher Erfolg. Es fühlt sich richtig an.

Q: Auch die Kritiker waren von Deinem kommerziellen Debüt durch die Bank angetan, Herr Merkt beispielsweise sprach ganz ungeniert eine Kaufempfehlung aus, bei Backspin fand man die Platte "realer als manche Möchtegern-Straßen-Veröffentlichung". Man kann also sagen, Du hast den Nerv bei Publikum und Kritikern gleichermaßen positiv getroffen. Wie war die Resonanz bei Deinen Live-Auftritten? Haben die Fans schnell einen bestimmten Lieblingssong gehabt?

A: Ach, das Presse-Feedback war okay, aber noch verhalten, so wie ich es zumindest empfunden habe. Das ist aber auch logisch. Da kommt ein Rapper, der jahrelang nur im Internet tätig war und will auf einmal mit einem Album als ernstzunehmender Künstler wahrgenommen werden - das blenden viele noch aus oder warten erstmal ab. Aber die Pressestimmen, die sich echt schon damit befasst haben, die waren auch meistens positiv. Aber man muss halt die Leute überzeugen, dass gesteh ich mir auch ein. Ich bin ja selber so. Dafür haben wir ja dann die Livegigs. Wir haben als das Album kam Support bei Casper, Prinz Pi, Olli Banjo, etc. gemacht. Da kam das sehr durchwachsen an. Der Banjo-Hörer ist einfach ein anderer als der Pi-Hörer. Meistens. Was ich ja schade finde, ich konnte ja auch jahrelang beide Künstler hören, ohne dass es für mich ein Problem war. Aber die Scheuklappen sind ja immer noch weiter hochgeklappt, als man es vielleicht vermutet. Aber war trotzdem alles cool, einfach um es mal zu testen. Rückwirkend lässt sich sagen, wir funktionieren sehr gut kombiniert mit Acts wie den Orsons, Casper, Pi aber auch Trailerpark. Unser Splash-Auftritt war ja dann ein neues Level aufgrund der Bandgeschichte. Wir versuchen das Liveding jetzt richtig auszubauen, es spannend zu machen, für Fans und Nicht-Fans. Ich glaube, wir haben nicht selten schon wirklich Nicht-Kenner begeistert und zum Rockstah-Fan gemacht, auch wenn er es eigentlich haten wollte, weil ich in seinen Augen ausseh wie ein Idiot. (lacht)
Unser Programm ist momentan sehr auf abgehen und mitgröhlen / mitsingen ausgelegt. "Sturmfrei" und "A-Taste" machen vielen natürlich Spaß, da es bekannte "Singles" sind, aber auch Songs wie "Bier hat keine Schwiegermutter", "Ich mag es mollig" und "Zocken > Ficken" haben sich als echte Livegranaten rausgefiltert.

Q: Als Rap-Laie hat mir "Nerdrevolution" gleich viel Spaß gemacht. Spontan hatte ich da beim ersten Durchhören den Namen Deichkind im Hinterkopf, obwohl der Vergleich natürlich allein wegen des Textniveaus hinkt. Live ist doch bestimmt nicht weniger los als bei Radaubrüdern von den Atzen, oder?
"Zocken > Ficken" hast Du jetzt schon selber angesprochen. Gab es von Deiner Freundin damals eigentlich als Belohnung für den Text einen mit dem Nudelholz drüber oder ist die Sache noch glimpflich ausgegangen?

A: Das Ding ist, wenn du unbekannt ist, dann hören die Leute eher zu. Und da meine Musik ja irgendwo den schmalen Grat zwischen Sinnhaftigkeit und Abgehfaktor abdeckt, geht der Tenor beim ersten Mal hören, bzw. bei den momentanen Gigs eher so in Richtung "Wir bleiben mal still stehen und hören uns das an, was der da zu verzapfen hat" - wir erspielen uns die Hörerschaft liebevoll und das mag ich. Irgendwann werden die sich schon noch die Fresse bei unseren Gigs einkloppen, da bin ich optimistisch (lacht).
Ich war beim Release von "Zocken > Ficken" ja schon Single, aber meine Exfreundin, mit der ich einen guten Draht habe, die hat mir schon ein leichte, liebevolle Schelle verabreicht. Im Endeffekt ist der Song ja auch nur eine Metapher für alle Jungs, die gern manchmal ihr Hobby dem alltäglichen Rumgejuckel auf der Freundin vorziehen. Sex kann aber auch manchmal scheiße sein!

Q: Überhaupt beschreibst Du auf dem ganzen Album ja mit einem herrlichen Augenzwinkern den Spaß am Nerdtum. Aber mal Butter bei die Fische: Wenn sich einer mit so vielen Controllern von Retrokonsolen behängt wie Du auf Deinem Promofoto, wieviele davon hast Du wirklich zu Hause stehen? Im Intro zur Nerdrevolution ist ja zumindest von Mega Drive und Super Nintendo die Rede...

A: Moment mal Kumpel, ich bin der realste Rapper hier! (lacht) Die Controller sind natürlich ALLE aus meinem Besitz.
Ich hab sogar dran gedacht den Controller meiner Virtual Boy dranzuhängen, aber der ist derbe unhandlich. Und die blöden Wirelessdinger von PS3, Wii und XBox360 kann man sich ja nicht um den Hals hängen. Aber das ist ja alles immer noch gar nicht so cool. Ich will so eine Retrosammlung wie die Bösings, die diesen Retrostand auf der GC haben. Die haben SO eine wahnsinnige Sammlung! Unglaublich. Meine Standardsammlung an Konsolen ist recht stabil. Wenn ich irgendwann mal reich sein sollte, werd ich mir aber auch noch ein paar Exoten besorgen. So ein NeoGeo wollt ich schon immer! Kumpel Kodimey von den Chimperator hat so eine geile NeoGeo Nippon Sammlung. Die will ich ihm wahlweise klauen oder abkaufen. Je nachdem, wo sich das Rapding die kommenden Jahre hinentwickelt.

Q: Oha, dann bist Du in der Retrogaming-Szene anscheinend richtig unterwegs! Hast Du denn irgendeine Lieblingskonsole oder zockst Du von Master System bis XBox 360 einfach alles was Dir in die Finger kommt? Prinz Pi hat in seinem Track "16Bit vs PS3" ja den Retrogaming-Kult ganz passend beschrieben, denkst Du Dir bei dem Track manchmal auch "japp, könnte ich sein"?

A: Naja, in der Retroszene "richtig unterwegs" ist übertrieben. Ich bin halt ein Kind der 80er und habe ab dem Game Boy 1989 alles in Echtzeit als Konsument miterlebt und jede Ära genossen. Selbst den verhassten Konsolen GameCube oder N64 kann ich nachhaltig nur die Stärken nachsagen, die die Konsolen ihrer Zeit mitbrachten. In der Hinsicht muss ich Pi also wirklich widersprechen, auch wenn das bei Friedrich eher selten der Fall ist (lacht). Ich finde die Wertschätzung des Charmes von neuen und alten Konsolen gleichermaßen wichtig. Dafür bin ich in einem ganz anderen Punkt viel klassischer veranlagt als so mancher vielleicht Vermute lässt: Ich feier den Trend der Multiplayer-Games und Online-Erlebnisse nicht so, wie viele meiner Freunde, Fans und Bekannten. Ich hol mir ein Call of Duty Spiel tatsächlich noch wegen der geilen Einzelplayerkampagne, nicht wegen dem jahrelangen Stress, sich mit Headset anzufucken. Obwohl ich einer guten Runde CounterStrike nichts abspreche. Ich spiel auch ab und zu mal online. Manchmal mit mehr Erfolg manchmal mit weniger. Goldabo auf der XBox muss schon sein. Auf meiner PS3 bin ich aber zB. noch nicht mal online registriert. Aber ich bin abgewichen. Wo waren wir? Achso, Lieblingskonsole! Momentan natürlich die XBox360. Ich mag die Konsole einfach, weil sie mir so vertraut ist und weil ich das Handling sehr angenehm finde. Der Controller ist wunderbar. Das Gamerscore-System ist der Teufel, aber ebenfalls motivierend. Für unterwegs feier ich den 3DS momentan sehr, vorallem dieser Retroshop ist eine schöne Sache. Kann den alten schweren dummen Game Boy zwar nicht ersetzen, aber ey, da gibt es ALLEYWAY! Hallo?! Alleyway! Das hat meine Mama immer mit mir gespielt. Nein, sie hat mir den Game Boy sogar abgenommen und alleine gespielt! Böse Mutter. Aus Rache leb ich deswegen heute noch mit 27 zuhause. Pech.
Auf längere Sicht gesehen ist meine Lieblingskonsole glaub ich ja wirklich die Dreamcast. Das war so eine Konsole, die ich von allen Konsolen mit einer sehr schönen Zeit verbinde. Ich weiß auch nicht warum. Videospiele können wir Platten oder Filme sein, die man einem gewissen schönen Moment zuschreibt. Die DC verbinde ich mit einem guten Umbruch in meinem Leben. Daher ist diese Aussage sehr emotional belastet. Obwohl SNES, Game Boy und XBox360 sich nicht weit dahinter befinden.

Q: Alleyway als All Time-Fav bekommt man auch nicht oft zu hören. Welche Spiele haben Dich denn damals noch besonders geflasht? Wenn man einen Dreamcast hatte, fallen mir da zum Beispiel spontan Shenmue oder Sonic Adventure ein...

A: Wie gesagt, Videospiele sind Popkultur und ich glaube, für manche Leute sind bestimmt die beklopptesten Spiele auf Welt das tollste Game aller Zeiten, weil sie es mit irgendwas Guten verbinden in ihrem Leben. Irgendwo gab es bestimmt mal einen Menschen, der sagte "Ey, Eine Familie namens Beethoven auf dem SNES, DAS war mal ein Spiel!" - aber hey, dann ist das für ihn so, weil er an dem Tag das erste Mal Sex hatte oder Millionen erbte oder halt weil an dem Tag jemand starb, den er scheiße fand. Das ist doch dann korrekt für ihn! Daher ist "Alleyway" gar nicht so abweichend. Das Spiel war ja auch tatsächlich gut.
Zu "Shen Mue" kann mein Freund und DJ Sam EXzellent dir einen vorschwärmen. Obwohl ich Shen Mue auch wirklich sehr geliebt habe. Speziell auf der Dreamcast mochte ich das Arcadefeeling einfach enorm. Crazy Taxi, Power Stone, Soul Calibur, Samba de Amigo, House of the Dead 2, um mal aus der Ecke ein paar kurzlebige, aber auch wahnsinnig schöne Spiele zu nennen. Von den "langlebigen" Spielen hab ich auf der DC ja Resident Evil Code: Veronica des Todes gefeiert. Und Sonic natürlich. Und Toy Commander! Letzteres war total von der Presse unterschätzt. Diese dummen Magazine damals hätten mir mit ihren bescheuerten Kritiken fast diesen Klassiker unterschlagen. Aber Gottseidank nur fast!
Ansonsten hab ich eine Menge All-Time-Favorites, was klar ist bei 22 Jahren Videospielhistory. Ich seh zwar aus und benehm mich auch wie 12, aber ich bin ja schon ein alter Mann. Wenn ich mich mit jüngeren Zockern unterhalte, klinge wie ich so ein Gandalf, der den Kindern was von "Früher" erzählen kann. Irgendwie ist das seltsam. In meinem, leider toten, Blog "Shit! I did videogames" habe ich irgendwann mal meine 10 TopGames aufgelistet und auch begründet warum. Die Liste ist von 2009 aber irgendwie immer noch unterschreibbar. In der Liste waren die Spiele GoldenEye (N64), Manhunt (PS2), Fallout 3 (XBox360), Mega Man 2 (NES), Zelda OOT (N64), Super Mario Land (Game Boy), Bioshock (XBox 360), Resident Evil 2 (PS2), GTA Vice City (PS2) und MGS (PS1) - nachhaltig würde ich natürlich noch einiges ergänzen wie z.B. Conkers Bad Fur Day oder Shadows of the Collosus oder auch modernere Werke wie z.B. Red Dead Redemption und und und, aber irgendwann muss man sich auch mal bremsen. Grob kann man wohl sagen: Jede Ära hat ihr Schmuckstück für mich gehabt. Im besten Fall sogar 2 oder 3. Und dazwischen eine Menge toller Spiele, die vielleicht nicht für die Lebenscharts gedacht sind, aber einen gutgemeinten Platz in der "Ich erinner mich mit Freuden dran" Vitrine haben.

Rockstah-Nerdrevolution-Artwork-Cover-600x600Q: Man merkt auf jeden Fall an Deiner Leidenschaft: Der Kerl kennt sich aus im Bezug aufs Zocken. Lass uns doch noch einmal über den Typus Nerd sprechen. Einerseits sind das die armen Jungs, denen man das Pausenbrot geklaut hat und die von Lisa nie geküsst wurden. Typische Loser eben. Andererseits zählt ein James Rolfe heutzutage mit seiner Figur des Angry Video Game Nerds zum festen Bestandteil der Internetkultur und wird von Millionen gefeiert. Ist das Nerdtum salonfähig geworden? Oder ist es mittlerweile sogar so, dass die Bezeichnung Nerd sogar als Kompliment verstanden werden kann? Man hat in den letzten Jahren immer mehr das Gefühl bekommen, dass die Außenseiter von einst mittlerweile eine zusammengewachsene Kulturbewegung geworden sind.

A: Erstmal: Dieses Wort „Nerd“ als Trend geht mir tierisch auf den Sack. Seit 3 Jahren ist das so High-Life-Gequatsche, mit witzigen Partys, wo man sich eckige Brillen und karierte Hemden anzieht. Am Ende gehen aber doch alle fickend nach hause. Was ist das denn. Die „Coolen“ können nicht uncool sein. Ich geh ja auch nicht mit meiner Fettschürze zum Bodybuilding-Contest.
So wurde mir ja auch im Eifer der Trendwelle eine „Anpassung“ unterstellt, bzw. das sich meine Musik, bzw. meine Inhalte nur auf diesen einen Trend stützen würden. Blödsinn. Ich hab vor 6 Jahren schon bei meinem ersten Freestylebattle den Gegner mit Videospielvergleichen und Jabba-Sprüchen beschimpft, auf meiner ersten Demo 2006 ging es um das Gleiche wie 2010 und 2011 auch, ich habe es nur perfektioniert und besser bündeln können. Daher bin ich auch kein Teil einer schrillen Jugendbewegung, sondern ich bin auf der Platte genau das, was mich seit 27 auszeichnet: Ein Hänger. Ich bin lieber drinnen als draussen, ich finde alleine sein eigentlich ganz okay, ich war 10 jahrelang sehr dick, bin es heute ja immer noch leicht, ich habe endlos viele Körbe von Frauen bekommen und habe mich bis heute nie geboxt, weil ich einfach für Schlägereien zu schwach und zu dumm bin. Ich bin also textlich ein Ästhet. Ich hab die Sache einfach umgedreht: Ich bin halt ein Hänger, aber das ist doch total geil eigentlich. Alle sind am Ende doch Hänger, Nerds, Geeks. Egal ob die Couch-, Filmkenner-, GamesCom- oder Mathenerds, dieser Erde. Ob verrückte Sneakersammler, Maler, detailverliebte Fotografen oder ganz stumpf: Die Internet- und Forenkids. Alles Nerds. Jeder will ein iPhone. Ja, wirklich alle sind irgendwie einen kleinen Teil ein Nerd. Für das alles spreche ich. Das der Nerd schon immer der wichtigere Teil der Geschichte war, muss ich nicht erwähnen. Aber ich glaube ja nicht, das ein Solariumbesitzer die Glühbirne erfunden hat. Oh, das ist kein sinniges Beispiel, wenn ich genau drüber nachdenke. Egal. Ich glaube die Message ist klar (lacht)

Q: Zumal auch in Hollywood einige Independent-Filmer mittlerweile auf den Zug aufgesprungen sind. "Scott Pilgrim vs The World" und "Napoleon Dynamite" fallen mir da aus der jüngeren Zeit ein, "Joystick Heroes" von 1989 kann man ja eher als überlangen Werbespot für Super Mario Bros 3 sehen. In Deinem Fall ist es meiner Meinung nach ja eher so, dass alleine aufgrund Deiner Biographie der Vorwurf fehlender Credibility gar nicht aufkommen bräuchte. Nerdrevolution ist ein sehr persönliches Album geworden, alleine das Intro zeigt ja schon viel von dem Menschen Rockstah (welche Dame säuselt da eigentlich den Text so nett runter?). Kann man diese Offenheit beibehalten, ist das allgemein dein textlicher Stil oder war es für Dich eher ein Mittel, um eine Art Bindung zum Hörer hinzubekommen?

A: Ja, aber die Biografie kennen viele nicht und dann ist das Gemecker wieder groß. Die Leute suchen ja auch Gründe. Wenn du dich im Videointerview verhalten gibst, dann bist für den dir gegenüber positiv eingestellten Zuschauer nur schüchtern und damit sympathisch, der Hater legt sich das aber als Arroganz aus und betitelt es als unsympathisch. Aber das gehört ja alles zu dem großen Spiel der Karriere. Mario ohne Gegner wäre ja auch langweilig gewesen (lacht). Ich bin halt was ich bin.
Genau das macht es ja auch interessant. Diese „Verletzlichkeit“ nach außen zu tragen. Das bietet Identität für viele Leute. Ich will gar nicht urteilen, dass die Masche oder der Lifestyle eines „bösen Rappers“ weniger Identität bietet, aber ich kann nur von mir sprechen, das vermitteln, was ich, Max Nachtsheim, bin. Daher wird es auch genauso bleiben, vielleicht sogar noch krasser. Das Intro (was im Übrigen von einer Freundin eingesprochen wurde) kratzt ja nur an der Oberfläche und das Album geht nur stellenweise an die Kanten der steilen Abhänge, die mein Leben so bietet. Da ist also noch Platz nach oben bzw. unten. Schwäche zeigen kann in der heutigen Zeit die größte Stärke sein. Und da entsteht die Ebene, auf der der Hörer Fuß fassen kann.

Q: Das klingt erfreulicherweise ganz danach, als wenn die Nerdrevolution noch so einige Alben nach sich ziehen wird.
Wollen wir zum Schluss nochmal über Games reden: Deine drei Spiele für die einsame Insel?

A: 3 Spiele auf einer einsamen Insel? Als erstes wohl ein GTA. Vice City. Dauert ewig, hat endlos viel Nebenzeug, ist das atmosphärisch perfekteste GTA. Ausserdem versüßt mir der Soundtrack die langweilige Zeit auf der dummen Insel. Dann würde ich mir Fallout Vegas mitnehmen, weil ich das noch nicht gespielt habe, aber seit Releasetag hier rumliegt und bestimmt dem 3. Teil in nichts nachsteht. Dauert ja auch bestimmt ein bisschen. Und dann noch, einfach um was für immer zu haben, mein Lieblingflipperspiel Alligator Pinball für den Game Boy! Das geht immer.

Q: Die drei größten Graupen, die Du je gespielt hast?

A: Wow, die Frage ist kniffelig und lässt sich normalerweise nie und nimmer auf 3 runterbrechen. Aber ich versuch mal so ganz besondere Grundsteine der Whackness rauszufiltern.
Ein Spiel aus tiefster Kindheitserinnerung, dass mich erstmals den Verlust der eigenen Nerven leerte: The Adventures of Rocky & Bullwinkle für den Game Boy. Furchtbar.
Dann natürlich 'Kevin Allein Zuhaus' für den SNES, weil es mir damals die Weihnachtsfeiertage versaut hat. Ich hab ja wirklich geheult, weil es so grauenhaft war. Nein, nicht metaphorisch - ich habe wirklich wirklich geweint. Und keiner sieht kleine Kinder gerne weinen. An Weihnachten! Zum Glück ist Macaulay Culkin heute drogenabhängig. Das macht es mir persönlich ein bisschen leichter damit umzugehen.
Der letzte Titel ist recht aktuell und aus meiner Selbsttestphase aus dem Jahre 2009 für meinen Blog: 'Leisure Suit Larry Box Office Bust' - ich glaube wirklich, dass es fast kein schlimmeres Spiel auf der Welt geben wird. Also wirklich. Ich hasse es.

Q: Max, vielen Dank für Deine ausführlichen und interessanten Antworten. Auch Dir wollen wir natürlich unsere Webseite ans Herz legen. Bleibt nur noch, Dir für Dein weiteres musikalisches Schaffen viel Erfolg zu wünschen - wir hoffen alle auf weitere Kapitel der Nerdrevolution.
Und nicht vergessen: Man hört nicht auf zu spielen, weil man alt wird, man wird alt, weil man aufhört zu spielen!

A: Ich habe zu danken. War ein schönes interessantes Interview und ich werde es ein bisschen vermissen, jeden Tag ausführlich gute Fragen beantworten zu dürfen. Hatte mich nach der Woche fast dran gewöhnt. Danke auf jeden Fall! Weise vielleicht nochmal kurz auf http://www.rockstah.de hin, das ist ja meine Webseite und den Shop mach ich komplett alleine. Wer also selbstgemachte Musiker supporten will, kann sich da ja was kaufen. Die Bandkasse freut sich.

Samstag, 15 Mai 2010 17:03

...mit Matthias Nagler (d4s)

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Vielen ist er nur unter seinem Nickname d4s bekannt, mit dem er sich beispielsweise im Forum von supernes.de öfter blicken lässt. Matthias Nagler sorgte 2008 mit der Veröffentlichung des Ultra16 für ein kleines Erdbeben in der Super Nintendo – Szene. Eine SNES-Konsole, perfekt für alle Ländernormen, Zusatzchips und sonstige Gemeinheiten gemoddet, die sogar Satellaview-Module booten konnte. Wir sprachen mit dem Bastlerguru.

d4sQ: Matthias, vielen Dank, dass Du Dich für ein Interview mit uns zur Verfügung stellst  Die meisten SNES-Fans kennen Dich wahrscheinlich  hauptsächlich unter Deinem Alter Ego d4s.

Stell Dich doch am besten mal kurz vor, damit  wir ein Bild bekommen von der Person hinter dem Nickname.

A: Ich heiße Matthias Nagler, bin 25 Jahre alt und studiere im Moment Japanologie in Köln.

Generell bin ich extrem neugierig, was technische Zusammenhänge angeht. Bis auf das Reisen haben daher auch alle meine Hobbies irgendwas mit Elektronik und Computern zu tun.

Q: Altersmäßig bist Du dann ja quasi voll in die SNES-Ära gerasselt... wie sah ganz allgemein Dein Werdegang als Gamer aus? Welche Konsole hat Dich am meisten geprägt?


A: Ganz klar: das SNES!

Meine allererste Begegnung mit Computerspielen war Schach auf einem IBM AT.

Hat mir damals allerdings nicht wirklich Spaß gemacht, da ich mit 5 Jahren das Spielprinzipnoch nicht so ganz verstanden hatte.

1991 bekam ich einen Gameboy geschenkt und 1993 kaufte ich mir nach einer langen Zeit des Sparens dann das SNES mit Mario World. Zur SNES-Zeit war meine Begeisterung für Videospiele definitiv am größten.

Viele Spiele konnte ich mir nicht leisten, neue Spiele bekam ich hauptsächlich zum Geburtstag und zu Weihnachten. Glücklicherweise hatte ich einige Kinder von reichen Eltern in meinem Freundeskreis, von denen ich mir oft die neusten Spiele ausleihen konnte. Meine absoluten Lieblingsspiele waren damals Donkey Kong Country, Secret of Mana, Plok und Battletoads in Battlemaniacs.

Danach kam dann noch das Nintendo 64, das für mich aber eine leichte Enttäuschung war und ab 1998 dann mein erster Computer. So um 1999 herum habe ich dann SNES-Emulatoren entdeckt, die wieder mein Interesse am SNES weckten, was dazu führte, dass ich anfing, SNES-Spiele zu sammeln, die Dank dem damals neuen Ebay auch extrem günstig zu haben waren.

Dank des Internets bin ich dann auch auf viele Spieleperlen aus Japan oder USA gestoßen, die mir vorher unbekannt waren.

Momentan interessiere ich mich fast ausschließlich für die technische Seite und das Sammeln, zum Spielen komme ich nur noch, wenn ich mich mit anderen SNES-Fans aus der Umgebung zum Zocken treffe. Alleine spiele ich aber gar nicht mehr, weder auf SNES noch auf aktuellen Konsolen. Heute mit dem SNES zu arbeiten, bedeutet für mich in erster Linie, schöne Erinnerungen aufleben zu lassen.


Q: Man kann Dich also mit bestem Gewissen als SNES-Verrückter bezeichnen. Wann hat es angefangen, dass Deine Begeisterung für die Konsole in Bereiche abseits des bloßen Spielens entfacht wurde? Wann begann der große Drang, die Konsole nach allen Gesichtspunkten zu "sezieren"?


A: Das war eher ein gradueller Prozess. Ich habe oft das Verlangen, immer einen Schritt weiter gehen zu müssen.

Um die Jahrtausendwende habe ich SNES- und SFC-Spiele gesammelt, das allein war mir dann aber nicht genug.  Also habe ich angefangen, SNES-Spiele mit Hilfe von Editoren zu verändern. Das beschränkte aber meine Möglichkeiten zu sehr, daher wollte ich lernen, auf SNES zu programmieren, um all das verändern zu können, was ich verändern wollte. In der Zeit habe ich auch ein paar deutsche Übersetzungspatches für japanische und englische Spiele herausgebracht.

Irgendwann kam es mir dann aber ziemlich unbefriedigend vor, einfach nur bestehende Spiele zu verändern, ich wollte komplett eigene Projekte von Grund auf starten und entwickeln. Und da stehe ich heute.

Q: Wie muß man sich das als Laie vorstellen, wenn man im Code von SNES-Spielen herumeditiert? Abgesehen von den Programmiersprachen, gibt es da ja in den meisten Fällen auch noch die Hürde der japanischen Sprache. Wie hast Du diese Hindernisse bewältigt?


A: Kurz gesagt: Das Wissen dafür ist problemlos im Internet abrufbar. Man braucht nur die nötige Motivation, um sich durchzubeißen. Die Lernkurve ist anfangs relativ steil, wirklich schwer ist es aber nicht, wenn man schon ein wenig Programmiererfahrung hat.

Auf SNES verwendet man in der Regel die Programmiersprache Assembler. Im Gegensatz zu Hochsprachen wie C++ o.ä. arbeitet man in Assembler sehr nah an der Hardware, was auf einer verhältnismäßig langsamen Konsole wie dem SNES sehr wichtig ist.

Auf aktuellen Computern und Konsolen programmiert man heutzutage kaum noch in Assembler, da es relativ aufwändig und nur schwer auf andere Systeme portierbar ist.

Konkret sieht das Verändern von Spielen so aus, dass man mit einem gewöhnlichen Texteditor eine eigene Programm-Quellcodedatei editiert, die dann von einem so genannten Compiler in Maschinencode umgewandelt und in das bestehende Spiel hineingeschrieben wird. Da man in der Regel nicht über den Programm-Quellcode des Spiels, das man verändern möchte, verfügt, muss man sich mit speziellen Debug-Emulatoren zuerst den Maschinencode ansehen, den das Spiel auf dem Prozessor ausführt um dann herauszufinden,

was man wo ändern muss.

Japanisch ist natürlich auch nicht ohne. Durch mein Studium fiel mir dieser Teil glücklicherweise nicht so schwer. Da Japanisch radikal anders als unsere romanischen Sprachen ist, ist der Einstieg aber nicht ganz einfach. Außerdem muss man extrem viel lernen, um flüssig lesen zu können. Man kann sich aber dran gewöhnen.


Q: Super Nintendo Spiele sind also programmiertechnisch keine komplizierten Wunderwerke. Woher kommt aber Deine Begeisterung für die japanische Sprache? Es entschließen sich ja nicht viele Leute dazu, Japanologie zu studieren – und mit 18-20 Jahren japanisch zu lernen, ist sicher auch nicht jedermanns Sache.

Hatte dies nur den Hintergrund der SFC-Spiele? Gerade bei asiatischen RPGs wünscht man sich ja oft genug, diese Sprache beherrschen zu können. Was empfiehlst Du Interessierten, die sich spontan dazu entschließen, Japanisch zu lernen?

A: Der Hintergrund war, dass ich einfach generell ein großes Interesse an Japan habe. Videospiele spielten da sicherlich auch eine Rolle, aber eher eine untergeordnete.

Meine Erfahrung ist, dass Japanisch im Selbststudium sehr schwierig sein kann, da man erstens eine eiserne Disziplin beim Lernen haben muss, zweitens die anfängliche Lernkurve aufgrund der grundlegenden Unterschiede zwischen Japanisch und romanischen Sprachen steil ist und drittens manches schwer verständlich bleibt, weil man oft auch ein wenig wie ein Japaner denken muss - Vieles aus dem Japanischen ist nicht direkt ins Deutsche übersetzbar oder wäre umgekehrt völlig deplaziert, wenn man es Wort für Wort vom Deutschen ins Japanischen übersetzen würde. Daher halte ich "professionelle" Hilfe von einem Muttersprachler oder den Besuch von Sprachkursen für sinnvoller, da bekommt man oft einen deutlich besseren Bezug zur Sprache.

Man muss sich auch darüber im Klaren sein, dass das Sprechen und das Lesen/Schreiben auf Japanisch zwei verschiedene paar Schuhe sind: Während man schon nach recht kurzer Zeit simple Sätze sprechen und verstehen kann, vergehen unter Umständen Jahre des Lernens, bis man eine japanische Tageszeitung ohne Wörterbuch lesen kann.

Videospiele haben den Vorteil, dass viele für Grundschüler konzipiert und daher in der Regel relativ einfach zu lesen sind.

An den meisten Universitäten gibt es Japanischkurse für Fakultätsfremde Studenten, die halte ich für empfehlenswert. Dann gibt es noch separate Institutionen die Kurse anbieten, z.B. das Japanische Kulturinstitut in Köln.

An Volkshochschulen werden auch des Öfteren Japanischkurse angeboten. Die, die ich testweise besucht habe, haben mich eher an ein Kaffeekränzchen als an einen Sprachkurs erinnert, aber das will ich mal nicht verallgemeinern.


Q: Deine Technikbegeisterung hat sich ja später auch auf Konsolen niedergeschlagen, anstatt wie am Anfang nur auf das Modifizieren existenter Spiele. Du hast dann auf einer Ncon eine Art All-In-One-SNES  präsentiert, mit eigenem Menü und unter anderem der Möglichkeit, Satellaview-Systeme zu betreiben. Wie waren die Reaktionen auf diese "Wunderwaffe"?

A: Eigentlich hatte ich dieses SNES nur aus dem Grund gebaut, weil mir normale Multinorm-Konsolen mit Schaltern zum Wählen des Videomodus zu blöd waren. Ich wollte eins haben, das automatisch erkennt, was für eine Art von Modul eingesteckt ist, und dann alles automatisch einstellt. Das war also der Grundgedanke und so hab ich dann auch den Prototyp gebaut.

Ich hatte nicht damit gerechnet, dass sich noch andere Leute dafür interessieren könnten, aber nachdem ich es öffentlich vorgestellt hatte, bekam ich dutzende Anfragen von Leuten, die auch so ein SNES haben wollten. Allerdings war dieser Prototyp nicht sonderlich massenproduktionstauglich, daher musste ich die Interessenten erstmal vertrösten und in Aussicht stellen, dass ich vielleicht irgendwann mal eine neue Version entwickeln würde, die sich leichter bauen ließe.


Q: Wann hast Du Dich dazu entschlossen, das Ganze in fortgeschrittener Form als Ultra16 anzubieten?


A: Das muss ungefähr im Herbst 2007 gewesen sein. Einen genauen Zeitpunkt gab es nicht.

Zu dieser Zeit habe ich mich das erste Mal mit Cplds beschäftigt. Mit denen kann man seine eigenen Custom-Chips realisieren, theoretisch also eigene Prozessoren, Grafikchips usw. entwickeln.

Im Ultra16 arbeitet auch so ein Chip, der dort die Schnittstelle zwischen der Software und der Hardware darstellt.


Q: Und er arbeitet gut. Das U16 frißt ja beinahe alles, sogar gelöschte Satellaview-Spiele. Hast Du die Konsole komplett in Eigenregie geplant und gebaut? Gibt es irgendwelche Features, die Du noch nicht implementieren konntest?

A: Ja, ich habe alles komplett selbst entwickelt und gebaut. Nur das SNES ist von Nintendo. Features kann man ja im Grunde nie genug haben. Ich hätte schon noch ein paar Ideen gehabt.

Auf der anderen Seite finde ich aber auch wichtig, dass es nicht unübersichtlich, überladen oder schwer zu verstehen/benutzen ist, deswegen habe ich versucht, das System möglichst simpel zu halten und nur Features einzubauen, die auch Sinn machen.

Ein paar Leute hatten sich noch eine Art eingebautes Cheat-Modul gewünscht. Das wäre mit Sicherheit möglich gewesen, hätte aber zum einen den Kostenrahmen gesprengt und die Entwicklungszeit deutlich verlängert, zum anderen bin ich auch der Meinung, dass es bereits genug Cheatmodule für das SNES gibt.

Q: Nun sind fünfzig Ultra16 verkauft worden, die Reservierungen waren alle innerhalb von 2-3 Tagen vergeben. Was können die SNES-Fans in Zukunft noch von Deiner Seite erwarten?

A: Also, auf jeden Fall kommt noch das Firmware-Update 1.2 für den Rest der Ultra16-User. Sind nur marginale Verbesserungen, aber dennoch ist das Update sinnvoll. Zweitens habe ich drei Wochen im August damit verbracht, ein neues Spiel für das SNES zu entwickeln.

Es handelt sich um ein Mini-Prügelspiel für acht Spieler gleichzeitig. Ein kleines Demovideo findest Du hier: http://www.youtube.com/watch?v=Yx2wFwIrces

Abgesehen davon werde ich mit Sicherheit noch das ein oder andere für und auf SNES in meiner Freizeit entwickeln, aber konkrete Pläne gibt es momentan nicht.


Q: Sieht ziemlich viel versprechend aus - besonders technisch ist das für SNES-Verhältnisse sehr anständig! Könnte das "Mario Party" des Super Nintendos werden... Matthias, vielen Dank für Deine Zeit und weiterhin viel Erfolg und alles Gute. Wir freuen uns schon auf Deine neuen Projekte!

Sonntag, 13 Januar 2008 23:00

...mit Prinz Pi

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Titelbild Vielleicht kennen einige Freaks unter euch den Berliner Rapper Prinz Pi (ehemalig Prinz Porno). Im August 2007 erschien dessen Album Zeitlos, worauf sich der Track 16 bit vs PS3 befindet. Folgende Zeilen sind im Lied enthalten:

"(...) Jeden Tag ab drei spielte ich Street Fighter II (...) Das Game wurde älter ich blieb hängen auf Zelda, ich hatte es durch wusste was in jeder Welt war. Dann kam Super Probotector und Mario Kart (...) Super Bomberman kam raus ich war sofort drauf, ich hab mir extra ein Adapter gekauft. (...)"

Aufgrund dieses Liedes führten wir mit Prinz Pi ein Interview:

Q: Prinz Pi, dein Album "Zeitlos" ist im August bis auf Platz 96 in den Verkaufscharts geklettert. Vor zehn Jahren hat alles mit "Porno Privat" angefangen, das in einer Auflage von 12 Exemplaren erschien. Zur Zeit gibt es Lob von allen Seiten. Fällt es da schwer, sich noch aufs Studium zu konzentrieren?

A: Naja - ich bin jetzt zum Glück scheinfrei. Mein Portemonnaie leider auch. Aber ja, es fällt sehr schwer sogar.

Q: Schaut man sich den Rhythmus an, in dem du EPs oder Alben veröffentlichst, könnte man meinen, dein kreativer Output wäre beängstigend grenzenlos...

A: Ich habe immer das Gefühl, ich wäre ein krasser Faulpelz. Ich glaube, die anderen Rapper sind einfach noch größere Faulpelze.

Q: Zählst du zu den Menschen, die nachts aufwachen und sich sofort gute Ideen notieren, damit sie keine morgens vergessen?

A: Ja. Nur irgendwie packe ich es nie so richtig, das aufzuschreiben. Ich habe mindestens 5 Alben… einfach verschlafen.

Q: Kannst du dich noch an die Tastenkombination erinnern, mit der man den Sonic Boom auslöste?

A: Zweimal hinten, dann vorne und x glaube ich, oder? Oder war das 2 Sekunden nach hinten gedrückt halten? Ich weiß auf jeden Fall noch die für den Dragon Ball…

Q: In deinem Song "16Bit Vs. PS3", der kürzlich auf deinem Album "Zeitlos" in überarbeiteter Fassung nochmal veröffentlicht wurde, schwärmst du in höchsten Tönen von der guten alten Homecomputer- und Konsolenzeit in den 80ern und 90ern. Wie autobiographisch ist dieser Titel? Und wie bist du darauf gekommen, diese Zeit in einem Track zu verewigen?

A: Ach, ich habe früher schon sehr viel Konsole gezockt. Und damals hatten die Spiele irgendwie mehr Flavour. Das Gameplay stand mehr im Vordergrund. Heute ist die Grafik krasser. Der Sound dicker. Aber die Ideen fehlen. Das ist bei der Musik genauso. Am Ende zählen die Ideen.

Q: Und diesen Pascal aus eurer Siedlung gab es wirklich?

A: Ja, das war ein Nachbar von mir.

Q: Das Super Nintendo erschien Anfang der 90er, hat dich also noch voll in deiner Schulzeit getroffen. Haben deine Schulnoten sehr unter der "Spielsucht" gelitten?

A: Meine Schulnoten haben unter vielem gelitten. Ich habe mich nicht so sehr für die Schule interessiert und das halt halbherzig gemacht. Aber das SNES war nicht dran schuld - das war eher die Begeisterung nachts rumzurennen und durchzudrehen.

Q: Hat es in eurem Bekanntenkreis auch die legendären Multiplayer-Feten mit Bomberman und Mario Kart gegeben?

A: Auf jeden. Bomberman war ja eines der ersten Spiele mit 4 Player Modus. Und man musste diesen Scheißextra-Adapter kaufen. Mario Kart der Battle Mode, das ist unfickbar. Ein perfektes Game.

Q: Und kommt es zu solchen Sitzungen heute noch oder fehlt mittlerweile die Zeit dafür?

A: Naja. Ich habe mir so eine Wii gekauft. Darauf gibt es dieses neue Mario Galaxy. Die letzte Woche haben wir irgendwann in den Aufnahmepausen immer das gespielt. Dann wurden irgendwann die Pausen länger als die Aufnahmen…

Q: Wir können in unserem Forum beobachten, dass auch heute noch viele Zocker im jugendlichen Alter den Weg zu NES, SNES oder noch älteren Konsolen finden. Was macht für dich die Faszination der Retrokonsolen aus?

A: Wie gesagt: Die Spiele lebten von Ideen. Die Entwickler haben aus der bescheiden Hardware das beste rausgeholt. Das hat schon einen eigenen Charme. Ich persönlich bin auch ein großer NEO GEO Fan.

Q: Dein Song endet mit der Ära der Playstation 1. Hat mit der Einführung der 3D-Technik auch die Videospielwelt Charme eingebüsst?

A: Auf jeden Fall. Egoshooter sind doch irgendwie alles am Ende das selbe Spiel.

Q: Welcher der "alten" Videospielklassiker hat sich am stärksten in dein Erinnerungsvermögen gebrannt?

A: Monkey Island und Lemmings auf dem PC. Auf dem SNES Mario Kart, Street Fighter und Zelda. Vielleicht noch Super Mario World.

Q: Dann hast du doch sicher drei Spiele für die einsame Insel... und ein paar echte Rohrkrepierer, die so schlecht waren, dass du sie nie vergessen hast...

A: Für die Insel? Oh… Indiana Jones 3, das will ich mal wieder durchspielen. Dann Zelda. Dann Mario Galaxy.
Und die krassesten Grotten? Mmmmh… Myst, konnte ich nie verstehen, was daran gut sein sollte. Bird of Prey - muss man gesehen haben, um es zu glauben. Und… Rise of the Robots. Das war damals super gehyped - und richtig schlecht.

Q: Und welcher Titel hat dich früher zur Weissglut getrieben? Jeder hat irgendein Spiel, das ihn dazu brachte, aus Frust zahllose Controller an die Wand zu schmettern...

A: Oh… hmm. Super Probotector hatte haklige Stellen!

Q: Sicherlich kannst du dich noch an die Aufregung erinnern, die damals die Mortal Kombat Spiele auslösten. Plötzlich wurde überall die BPjM bekannt und Computerspiele galten mal wieder als böse. Wie beurteilst du die Entwicklung der letzten Jahre, in der Computer- und Videospieler nur allzu oft als Sündenbock für gesellschaftliche Probleme herhalten müssen?

A: Ja, damals hatte einer auf meiner Schule das Spiel. Der galt dann als der böse Junge. Ich habe immer bei ihm rumgehangen und die Finishing Moves geübt. Ach weiss nicht, das ist sehr übertrieben.
Es ist natürlich bezeichnend, wenn jeder Amokläufer ein krasser und bekannter Counterstrike Junkie ist.
Aber ich sehe den Sündenbock da nicht bei der Spiele-, Musik- oder auch Filmindustrie, sondern bei den Eltern. Wenn die mehr sinnvoll die Zeit mit ihren Kindern verbringen, dann massakern die nicht rum auf dem Computer.

Q: Zum Abschluss möchten wir dir noch den Besuch unsere Homepage, snesfreaks.com, ans Herz legen - falls noch nicht geschehen... Prinz Pi, vielen Dank für deine Zeit und weiterhin viel Erfolg in Studium und Rapkarriere!

A: Kein Problem, euch viel Erfolg mit eurer Website! Mein nächstes Album erscheint auch auf Cartridge, keine Sorge…

Montag, 19 Mai 2008 23:00

...mit Jens Brinkmann von Gamereset.de

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Titelbild Zusammen mit zwei Freunden hat Jens Brinkmann die Homepage gamereset.de ins Leben gerufen und initiiert unter anderem die jährlich stattfindende Retrobörse. Giga TV-Zuschauer kennen ihn von seinem Auftritt bei Telespiel Super Nintendo. Jens führte mit uns dankenswerterweise ein ausführliches Interview.

Q: Die 3. Retrobörse hat mit über 300 Besuchern alle Rekorde geknackt, zeitweise war das Falkenheim fast übervoll. Wie lautet euer ganz persönliches Fazit dieses Samstags?

A: Mittlerweile ist das Fazit natürlich sehr positiv und wir sind schon ein bisschen stolz auf den vielen positiven Zuspruch, den wir für unsere Börse bekommen haben. Am Samstag um 16 Uhr war mein erster Gedanke: "Das war die letzte Börse von uns." Uns war allen klar, dass eine nächste Börse nicht mehr im Falkenheim stattfinden kann und dass wir diese eigentlich nicht mehr zu dritt organisieren können. Für mich stellte sich einfach die Frage, ob wir den nächsten Schritt zu einer noch größeren Veranstaltung gehen können, ohne dass die Börse einfach nur noch kommerziell und langweilig wird. Für uns drei ist es wichtig, dass die Retrobörse klar erkennbar ein Hobbyprojekt ist und bleibt und wir wollen, dass ein grosser Teil der Aussteller Leute sind, die selber sammeln, die wir persönlich kennen und die in der Hauptsache wegen der Freude am Hobby und nicht wegen des Geldes kommen. Wir haben intensive Diskussionen geführt und uns entschlossen, im nächsten Jahr eine vierte Börse im Ruhrgebiet zu organisieren und haben hoffentlich einen Weg gefunden, unser Konzept auch umsetzen zu können.

Q: Das ist für jeden Retrofan schon mal eine tolle Neuigkeit! Auffällig war im Bezug auf die Besucher, dass ein grosser Teil davon doch jüngeren Alters war. Auch bei SNESfreaks haben wir eine Vielzahl von Mitgliedern, die doch noch keine 20 Jahre alt sind. Wie könnt ihr euch erklären, dass immer mehr junge Zocker begeistert sind von Konsolen, die fast so alt sind wie sie selbst?

A: Das ist mir auch aufgefallen. Es gibt, denke ich, verschiedene Erklärungen dafür. Die einfachste ist sicher, dass die alten Spiele einfach besser sind. Auch wenn der Output der Industrie heute viel grösser ist, fehlen doch ein bisschen die Spiele, die das Zeug zum Klassiker haben und das Flair der frühen Spiele. Ich sehe kein Maniac Mansion mehr, vermisse die Space Invaders und frage mich, ob Spiele wie Tetris heute noch möglich sind. Dazu etliche "unentdeckte" Spiele wie Firemen (SNES), Comix Zone (Mega Drive), um nur mal zwei zu nennen. Ich finde, es muss schon fast zwangsläufig so sein, dass auch bei Jüngeren das Interesse an alten Spielen entsteht. Es gibt aber auch andere Aspekte. Zum einen ist die Retroszene in den letzten Jahren deutlich gewachsen und sicher auch "professioneller" geworden. Mittlerweile gibt es auch hier in Deutschland verschiedene Zeitschriften, unzählige Bücher und sogar die Sendung Telespiel bei Giga, die sich alle mit dem Thema beschäftigen und natürlich auch ein Interesse wecken können. Zum anderen versucht die Industrie selber, in der letzten Zeit verstärkt die eigene Geschichte zu vermarkten. Erwähnt seien hier z.B. die Nintendo-Ausstellung, die vor einiger Zeit in Koblenz stattfand, die Virtual Console für die Wii und die immer zahlreicher veröffentlichten Retrosammlungen für neue Systeme.

Q: Stimmt, Retrosammlungen gab es schon vor langer Zeit. Auf dem SNES erschien mit William's Arcade Greatest Hits ja beispielsweise eine Compilation mit Adaptionen erfolgreicher Spielhallenklassiker. Insofern würde dies nur unterstützen, dass das Interesse der Spieler an vergangenen Spielegenerationen schon immer bestand. Welche Ära hast du denn am intensivsten miterlebt? Welche Konsolen oder Computer haben Dich am meisten geprägt? Müssen wir dich eher in die Rubrik C64-Veteran einordnen (ähnlich wie in Gilles' "Extraleben") oder kam dein Interesse erst später auf?

A: Das erste Spiel habe ich Ende der 70er als Vier- oder Fünfjähriger bei Verwandten gespielt. Es war Pong und ich war sofort davon überzeugt, so eine Konsole haben zu müssen. Meine Eltern sahen das aber leider anders. Danach wurde bei Freunden zunächst Atari VCS gezockt. Besonders angetan hatte es uns Imagics Riddle Of The Sphinx. Was sich mir aber, nachdem ich mir das Spiel vor einiger Zeit gekauft habe, nicht mehr ganz erschließt. Anschliessend kam der C64 (wieder nur zu Freunden) und wir haben natürlich alles ausprobiert, was die Schulhöfe hergaben. Irgendwann hatte ich meine Eltern auch so weit und ich bekam einen Commodore, leider einen C16... Danach waren erst einmal ein paar andere Dinge wichtiger. Am intensivsten miterlebt habe ich dann von den alten Zeiten die 16-Bit-Ära, den "Konsolen-Krieg" zwischen Sega und Nintendo. Wir hatten im Freundeskreis beide Konsolen und haben beide intensiv bespielt, uns diverse Zeitschriften gekauft, regelmässig neue Spiele in Vidotheken ausgeliehen und mit einer unendlichen Geduld versucht, auch noch die letzten im Boden versteckten Bananen in Donkey Kong Country zu finden. Seitdem habe ich mir jede neue Nintendo-Konsole gekauft und 1999 so langsam angefangen, alte Konsolen zu sammeln.

Q: Dann kann man dich ja schon als Veteranen der ersten Stunde betrachten. Du hast die 16 Bit-Ära angesprochen. Diese Epoche scheint aktuell auch am dominantestem auf der Retroschiene zu sein, speziell zum SNES explodieren bei ebay die Preise ja geradezu momentan. Aber wenn du uns schon so eine Vorlage gibst, verrat uns doch mal Deine Top 5 - Spiele fürs Super Nintendo...

A: Ja, die SNES-Preise sind zur Zeit wirklich nicht mehr schön, das ist aber leider nicht nur bei eBay so, auch auf Börsen und Trödelmärkten ist eigentlich kaum preiswerter Nachschub zu bekommen. Ich sammle zur Zeit deshalb hauptsächlich Mega-Drive-Spiele, da hat der Wahnsinn noch nicht Einzug gehalten. Meine SNES Top 5 (wobei fünf ganz schön wenig sind):

  1. Donkey Kong Country 1-3
  2. Mario Kart (zu zweit)
  3. Firemen
  4. Zombies / Ghoul Patrol
  5. Rock'n'Roll Racing

Q: Da ist ja schon der ein oder andere Geheimtip bei. Hast du dich in den 16Bit-Zeiten mehr als Nintendo-Fan oder als Sega-Anhänger verstanden? Beides war damals ja schier unmöglich. Anders als heute, wo Mario und Sonic olympisch gemeinsam antreten.

A: Damals war ich eher Nintendo-Fan, wobei ich mich an dem Konsolen-Krieg nicht aktiv beteiligt habe. Wie gesagt, es gab im Freundeskreis auch einen Mega Drive und da wurde dann eben Sonic, Ecco und eine Reihe von Spielen, die es für beide System gab (Micro Machines, Zombies, etc.) gespielt. Ja, Mario und Sonic in einem Spiel, wer hätte das für möglich gehalten? Wobei mir eigentlich Sonics Auftritt bei Smash Brothers Brawl fast noch besser gefällt: Die ideale Möglichkeit, die Differenzen von damals "zu klären".

Q: Die wichtigste Frage hast du ja schon als erstes beantwortet: Wir wissen jetzt, dass es 2009 wieder eine Retrobörse gibt. Werden wir dich im Zuge der PR-Aktivitäten auch wieder bei GIGA sehen?

A: Für die Bekanntheit der Börse und als Werbung waren unsere drei Auftritte bei Telespiel natürlich sehr gut. Ob wir das wiederholen können, hängt natürlich weniger von uns ab, aber wenn wir die Chance bekommen, die Retrobörse wieder über GIGA zu promoten, werden wir sicher nicht nein sagen. Die nächste Börse findet übrigens nicht 2009 statt, sondern schon in diesem Herbst. Unsere Freunde von www.retrogames.info veranstalten dieses Jahr in Karlsruhe die Eurocon und am 11.10. wird es dann in Kooperation die nächste Börse geben. Der Ort ist das ZKM in Karlsruhe, alles weitere werden wir in den nächsten Wochen ankündigen.

Q: Ich bin sicher, dass ihr damit in Süddeutschland viele Fans gewinnen werdet. Obwohl - wenn das Promoten weiter so gut läuft, müsst ihr bald größere Messehallen anmieten... Erzähl uns doch noch kurz etwas über deine Tätigkeit bei Digital Press.

A: Ich habe 2004 angefangen, für den DP-Guide zu arbeiten. Ich hatte die Arcadia-2001-Sektion durchgeschaut und ein paar Fehler gefunden. Das habe ich Joe Santulli, dem Herausgeber des Buches geschrieben und er war gerade auf der Suche nach einem Nachfolger für Ward Shrake. Der hatte die Konsole vorher betreut, sich aber aus dem Hobby zurückgezogen. Der Reiz des Arcadia-Systems besteht darin, dass es in vielen Ländern unter unterschiedlichem Namen veröffentlicht wurde und viele Varianten nur Rom-Kompatibel sind, aber komplett unterschiedlich aussehen und auch verschiedene Modulformen haben. Insgesamt sind zwischen 1980 und 1985 nur etwas mehr als 50 Spiele veröffentlicht worden, diese dann aber in unzähligen Varianten. In Deutschland wurde das System unter anderem als Tele Fever, Schmid TVG 2000, Hanimex HMG 2650, Palladium Video Computer Game und Poppy mpt-03 veröffentlicht. Meine Aufgabe bei DP besteht im wesentlichen darin, Listen von Spielen zu erstellen und denen dann Rarität und Preis zuzuordnen. Das funktioniert zum einen über ebay (zum Glück automatisiert) sowie andere Online-Auktionen und zum anderen über das Lesen von Foren, Besuchen von Trödelmärkten, Börsen, etc. Mittlerweile betreue ich auch noch die Channel-F-Sektion (in Deutschland unter anderem als Videoplay von Saba auf den Markt gebracht). Eine neue Version des Guides wird es hoffentlich dieses Jahr geben.

Q: Jens, vielen Dank für deine Zeit und weiterhin viel Erfolg für all eure Projekte!

Dienstag, 18 November 2008 23:00

...mit dem Angry Video Game Nerd

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Titelbild Wer kennt ihn nicht, den Angry Video Game Nerd (AVGN), der mit seinen etwas spezielleren Reviews die Fangemeinde begeistert. Wir durften ein Interview mit AVGN führen und wollen euch dieses nachfolgend präsentieren.

Q: As far as we know, the AVGN started in 2004 with the Simon's Quest-Video. Did you ever expect that this video would be the start for a whole bunch of videos that have thousands of fans all around the world?

A: 2004. At the time I did the Simon's Quest video and Dr. Jekyl video, I was just bored. I had just graduated college and completed an exhausting film project, "The Jersey Odysseys, Episode 1: Legend of the Blue Hole". The two game reviews were just a little joke for my college buddies. Meanwhile, I was writing a zombie film which eventually became "The Deader the Better". All my focus was on that project. After I finished it in 2006, I began making a lot of my films available online. Two of which were the gamereviews, then I made one more The Karate Kid and called it the Angry Nintendo Nerd trilogy. I thought it was very funny and expected a cult fanbase, but not to the extent that it has.

Q: Meanwhile your figure of the "Angry Video Game Nerd" became your most popular creation. Regarding to your other video projects on Cinemassacre, don't you fear that your AVGN-cult-status could overshadow them?

A: My work as the AVGN already has typecasted me, but it's only making Cinemassacre stronger as a whole. While most people only know me for my game reviews, its still driving more audience to my other work. I have big projects lined up for the future. The only thing bad that's come of the AVGN is that it's slowing down making movies, but it's helping me generate a fanbase and support. It's strange what I've gotten myself into, but it's great and people love it.

Q: I think you definitely reached your aim to entertain people. So, in the first movies of the AVGN, you picked some bad NES-Games to entertain fans of classical video games with your reviews. Now, what is most interesting for our readers: What is your relation to the SNES? And do you have already plans, to let the AVGN review some really bad SNES-games?

A: Absolutely, I plan to review more SNES games. So far, I think I've only done Super Noah's Ark 3D, Shaq Fu, Wizard of Oz, and uh.... that's probably about it. But yes, it sure was my favorite console. All the great franchises that were already established by NES, such as Mario, Zelda, Metroid, were given "Super" sequels. Super Castlevania 4 is still my favorite Castlevania game, but there's far too many outstanding SNES games to mention.

Q: So we look forward to see more outstanding reviews of awful SNES-Games. Otherwise, what are your Allstar-SNES-Games?

A: Mario Paint, Zelda: Link to the Past, Super Metroid, F-Zero, Super Castlevania 4, Final Fantasy 3 (6 in Japan), Chrono Trigger, Donkey Kong Country 1 & 2, Super Street Fighter 2, Mortal Kombat 2, Killer Instinct, TMNT 4, Super Mario World, Star Fox, and a bunch of others. It's really a hard question.

Q: It was surely a great console, but they made also a lot of junk games for it... What are in your opinion the 5 worst SNES-Games ever?

A: 5 worst SNES games. Hmmm... only one that comes to mind at the moment is the infamous Shaq Fu.

Q: If we take a look at AVGN as well as to Cinemassacre, what are your current plans for the future?

A: I have plans for feature films. Right now, AVGN is a priority, but when I get caught up, I will get started on some of my bigger projects.

Q: Bigger projects, okay... could be understood as a AVGN cinema movie. What's your girlfriend's opinion about the alltime-swearing AVGN? Does she see problems in the lot of your female fans?

A: I most definitely have plans of a nerd feature, the ideas and storyline are already in place, but when to put the reviews on halt and commit myself to such a project, I don't know when yet. As for the girl, now wife, she has no problem with it.

Q: James, thank you very much for your detailed answers. We are looking forward to enjoying many new videos from you in the future.