Montag, 01 Februar 2010 23:00

Macross - Scrambled Valkyrie

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bewertungskasten_Macross_ohne_SternWir schreiben das Jahr 2009. Die Erde wird von den bewaffneten Kräften des ausserirdischen Volkes vom Planeten Zentraedi angegriffen. Als Gegenwehr schicken die Menschen das als unverwundbar geltende Super-Raumschiff Macross mit 56.000 Mann Besatzung in Richtung Feind. Da der Super-Mech aber noch nicht ganz ausgereift ist, kriegt er in seiner ersten Schlacht schon mal einen auf die Mütze und wird aus unserem Sonnensystem katapultiert. Soweit die Story des Ur-Animes Macross aus dem Jahre 1982. Zamuse veröffentlichte basierend auf dieser und den nachfolgenden Anime-Serien 1993 auf dem SNES einen waschechten Horizontalshooter zur Macross-Thematik, der leider nie ausserhalb Japans erschienen ist.

Screenshot Nach dem Start des Spiels sieht man im Optionsmenü gleich, dass man sich hier nicht unnötig aufhalten soll: Der Ton kann zwischen Mono und Stereo gewechselt und die Joypadbelegung verändert werden. Da es aber sowieso nur zwei Aktionsknöpfe gibt (Schuss und Wechsel), ist hier nicht wirklich viel zu justieren. Also rein ins Spiel. ihr könnt zwischen einem von drei verschiedenen Macross-Piloten auswählen. Jeder der drei hat drei unterschiedliche Waffentypen zur Auswahl. Die können während des Spiels per Knopfdruck durchgewechselt werden. Wenn ihr aber die Waffe wechselt, verändert sich auch das Aussehen eures Mechs. Euer Macross ist kein simples Raumschiff wie in R-Type, sondern eine hochentwickelte, gigantische Kampfmaschine, die drei verschiedene Erscheinungsformen annehmen kann. Als Raumschiff, Mech oder Symbiose aus beidem könnt ihr durch die Levels rasen. Dabei unterscheidet sich jede Erscheinungsform von der anderen, beispielsweise in der Schnelligkeit.

Screenshot Habt ihr einen Piloten mit passenden Schussvarianten ausgesucht, geht es rein ins Getümmel. Mit Dauerfeuer pflügt ihr euch durch die Gegnerhorden und wechselt munter fröhlich zwischen euren drei Mutationen mit ihren unterschiedlichen Waffentypen hin und her. Wer ab und zu ein Power Up Symbol aufsammelt, stuft damit seinen aktuellen Waffentypus hoch. Jede der drei Waffentypen kann bis maximal Stufe drei hochgezogen werden. Doch Vorsicht: Wer zu oft getroffen wird, wird wieder runtergestuft. Anders als bei üblichen Shootern habt ihr bei Macross einen Energiebalken. Allerdings habt ihr auch nur ein Leben: Ist der Energiebalken leer, heisst es "Game Over". Zwar habt ihr fünf Continues zur Verfügung, allerdings müsst ihr bei einem vorzeitigen Ableben immer am Anfang des letzten Levels neu starten.

Lasst ihr die Bordkanonen eine kurze Sekunde ruhen, verwandelt sich euer Macross in eine Art Feuerball. Jetzt könnt ihr Gegner durch einfaches Berühren annektieren. Je nachdem, wie kräftig der Gegner ist, den ihr euch ausgesucht habt, dauert es mal mehr oder mal weniger lange, bis er sich auf eure Seite geschlagen hat. Mit dem neuen Wingman könnt ihr dann schon viel entspannter weiterballern. Habt ihr genug von eurem Mitstreiter, schnappt ihr euch einfach einen anderen - der löst den bisherigen dann ab.

Screenshot Technisch bewegt sich Macross in der obersten Liga. Die Grafik lässt einen regelmässig staunen. Das Scrolling ist jederzeit butterweich, es kracht und rummst an allen Ecken und Enden und dennoch werdet ihr fast nie von Rucklern belästigt. Die Levels sind detailliert, die Hintergründe wunderbar gezeichnet und Spielereien wie mehrfaches Parallax-Scrolling garnieren das Ganze mit einem Sahnehäubchen. Auch der Soundchip des SNES glüht: Zwar werden die genialen Musiken der Animevorlage nicht ganz erreicht, dennoch passt der Sound immer zum Geschehen. Die bildgewaltigen Explosionen tun ihr Übriges.

Spielerisch sind also alle Voraussetzungen für ein erstklassiges Shootererlebnis gegeben. Und es ist auch eins. Die Langzeitmotivation ist gigantisch, auch wenn der Schwierigkeitsgrad etwas künstlich in die Höhe getrieben wird, weil man nur ein Leben pro Continue hat. Macross lässt sich flüssig und anstandslos steuern, aus jeder Situation gibt es einen Ausweg. Das Spiel wird mitunter recht herausfordernd, aber niemals unfair. Auch die Endgegner sind am Anfang eine angenehm harte Nuss. Mehrere Überraschungseffekte halten den Spieler bei der Stange, so zum Beispiel versinkt der Bildschirm im ersten Level gleich nach ein paar Spielsekunden in krachenden Explosionen, aus denen man sein Schiff besser raushalten sollte. Die Gegnerpalette ist kreativ, das Gameplay mit den Wingmen und den verschiedenen Schusstypen, die man auch noch aufleveln kann, umfassend und gut durchdacht.

Fazit des Autors - Christian Macross ist eines der besten Spiele für Nintendos 16-Bitter. Im Prinzip ist es das, was R-Type immer sein wollte. Und sogar R-Type 3 kann gegen diesen Kracher hier im Prinzip einpacken. Die Möglichkeiten sind gross, die Technik der reine Wahnsinn (vor allem, wenn man bedenkt, dass Macross schon 1993 erschien!), und die Motivation hoch. Ohne grossen Schnickschnack geht es hier gleich in die Vollen. Eine Sprachbarriere gibt es nicht, da die Texte bei diesem Japan-only-Game alle in Englisch gehalten sind. Es wird geballert, was das Zeug hält, in einer Optik, die euch umhaut, mit einem Spassfaktor, der gigantisch ist. Zirka 40 Euro muss man für dieses Kleinod hinlegen, dann hat man aber auch ein echtes Sahnestück in seiner Sammlung. Importkonsole vorausgesetzt. Genug geredet - zeigt es den Invasoren von Zentraedi! Kaufen!

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