Freitag, 03 Dezember 2010 15:22

Barbie Vacation Adventure

Written by Rune

bewertungskasten_barbie_vacation_adventure_ohne_sternBarbie_Vacation_Adventure_USA_Proto.010png_thumbEine heikle Angelegenheit sind Spiele, die auf Spielzeuglizensen beruhen. Geht die Sache gut, so kann man sich auf Klassiker wie „Turtles in Time“ oder auch auf Action- bzw. Adventure-Spiele wie „Goof Troop“ freuen. Leider ist es so, dass viele solcher Lizenzumsetzungen absolute Rohrkrepierer sind. So habe ich euch bereits in einem früheren Review über ein Barbiespiel informiert, welches mich sehr viele Nerven gekostet hat. Diesmal geht es um den Nachfolger (ja, es gibt tatsächlich einen) „Barbie Vacation Adventure“. Das Spiel kam 1994 auf den Markt und wurde von „Hi Tech“ gepublisht. Man kann nur darauf hoffen, dass der Nachfolger nicht an den Vorgänger anknüpfen wird.

Schon die Story aus „Barbie Super Model“ konnte man anhand des Titels vorahnen. Die des Nachfolgers ist auch kurz in einem Satz erklärt. So wollte Barbie einst Super Model werden, fährt nun in Urlaub und erlebt natürlich jetzt die tollsten Abenteuer. Man erinnert sich an den Titel... „Barbie Vacation Adventure“. Wow … eine Story, die jeden Spieler vor Begeisterung an den Bildschirm fesselt und einem Stunden der Freude bereitet. Nun ja, Donkey Kong Country hat letztendlich auch nicht wirklich aufgrund seiner Story geglänzt ...

Barbie_Vacation_Adventure_USA_Proto.002png_thumbZwar gibt es ein Optionsmenü im Spiel, allerdings gewährt uns dieses keine allzu außergewöhnlichen Einstellung. So kann man dort lediglich den Sound bzw. die Musik an-/ausstellen und sich zwischen 1-und 2-Player-Modus entscheiden. Nachdem man auch diese Hürde gemeistert hat, steigt man nun voller Begeisterung ins Spielgeschehen ein. Fehlt nur noch die Einstellung des Spielernamens und los geht’s. „Where shall we go?“ heißt es nun am unteren Bildschirmrand in knallroter Schrift dargestellt unter einer gigantischen Landkarte der USA. Auf dieser befinden sich jeweils verschiedene Bundesstaaten (Wyoming, California, Iowa, Texas und Florida), welche mit lustigen Symbolen ausgestattet sind. Netterweise befindet sich auch ein (rettendes) „E X I T“ am unteren Bildschirmrand für diejenigen, die sich nochmals dem hilfreichen Optionsmenü widmen wollen. Beim Klicken auf eines der Symbole fängt auch schon das Sammeln der Minispiele an.

Barbie_Vacation_Adventure_USA_Proto.032png_thumbGerade noch mit dem Cursor auf der Karte aktiv gewesen, wird jetzt die vollbusige Blondine gesteuert. So wird diese geschickt vor einer flachen Ebene nach links bzw. rechts gelenkt. Auf Ihrem Weg stößt sie, abhängig vom ausgesuchten Reiseziel, auf Menschen, Schilder oder Sonstiges, mit welchen man durch das Drücken der „B“-Taste in Kontakt treten kann. War wohl nichts mit erholsamen Urlaub, so gibt es selbstverständlich ständig ach so wichtige Aufträge, welche die nette Plastikdame erledigen muss. Barbie als Retter in letzter Not ... so kann man es beschreiben. Wählt man z.B. Iowa als Zielort aus, trifft man auf einen Farmer, dessen Schwein davongelaufen ist. Im Klartext heißt das nichts anderes, als das ausgerissene Tierchen wieder einzufangen. Doch wie? Ganz einfach! Man muss lediglich in die Richtung laufen, in die das Schwein entflohen ist bis man es schließlich eingeholt hat und dann einfach mit „B“ bestätigen um es wieder einzufangen. Schon hat man eine von „vielen“ Missionen erfüllt.

Barbie_Vacation_Adventure_USA_Proto.021png_thumbWeitere derart komplexe Missionen sind in etwa das Bewerfen von Dosen oder ein Hindernisparcour mit Pferden - eigenes Können wird kaum benötigt. Volleyballturniere in Florida, oder das puzzleähnliche Aufbauen eines Campingzeltes im Bundesstaat Wyoming sind da schon etwas besonderes. Wäre da nur nicht noch die total verkorkste Steuerung, denn diese ist dermaßen ungenau und schwerfällig, dass einem nicht selten die Haare zu Berge stehen und das, obwohl nicht mehr gefordert wird als Laufen und Springen. Der ohnehin schon simple Spielverlauf in Kombination mit hakliger Steuerung sorgt nicht gerade für langanhaltende Motivation. Der ein oder andere erfreut sich eventuell an den netten Postkarten, die einem Barbie nach jeder erfolgreich absolvierten Aufgabe schenkt. Diese sind nämlich höchstpersönlich an den Spielernamen adressiert, welchen man sich zu Beginn des Spieles gegeben hat. Wow, eine an mich geschriebene Karte von Barbie persönlich, ich könnte heulen vor Freude (oder vor Frust am Spiel) !!!

Nicht nur spielerisch ein absoluter Reinfall, auch technisch hat das Spiel fast nichts auf dem Kasten. Die Grafik ist wirklich schrecklich, selbst für damalige Verhältnisse ist diese einfach katastrophal. Wäre es wenigstens ein Shoot’em Up, hätte man eine Entschuldigung für die spärlichen Hintergründe im Spiel gefunden, selbst auf dem Game Boy gibt es da Besseres zu finden. Soundtechnisch sollte man auch nicht viel erwarten. Es mangelt zwar auch an Qualität und sowohl in punkto Soundeffekte als auch Hintergrundmelodien herrscht Mangelware, für Barbie Vacation Adventure ist dieses jedoch einer der weniger verhunzten Punkte.

Fazit des Autors - RuneDanke an diejenigen unter Euch, die den Vorgänger „Barbie Super Model“ gekauft haben. Allein denen ist es zu verdanken, dass so ein Rohrkrepierer einen Nachfolger bekommen hat. Vom Spaß kann bei diesem Trashspiel definitiv keine Rede mehr sein. Eine grottenschlechte Steuerung, billige Minispiele, miese Grafik und nervtötende Soundeffekte machen Barbie Vacation Adventure zu einem absoluten Software-Müll. Lasst davon bitte die Finger weg !!!

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